CAST tech­nology award 2016

Elias Kärle und Dieter Fensel vom Semantic Technology Institute der Uni Innsbruck sicherten sich den zweiten Platz beim diesjährigen CAST technology award. Den dritten Platz holten sich Lucas Petschnig, Gerda Fuhrmann und Hubert Huppertz vom Institut für Allgemeine, Anorganische und Theoretische Chemie.
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Bild: Marcus Hofer (CAST), Alexandra Hamm (LFU), Soren Charareh (aws), Elias Kärle & Dieter Fensel (Preisträger), Landtagsabgeordneter Martin Wex, Markus Müller (Hypo Tirol Bank) (Credit: CAST/David Herzig)

Im Rahmen des CAST technology award 2016 – in Kooperation mit dem WTZ-West und dem aws – Austria Wirtschaftsservice – hat das CAST einmal mehr Forschungsprojekte aus den Tiroler Hochschulen mit hohem Marktpotenzial ausgezeichnet. Mit 22 Einreichungen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen verzeichnete der Award in diesem Jahr ein Rekordhoch. Die besten sechs Projekte wurden vergangene Woche in der Zentrale der Hypo Tirol Bank ausgezeichnet. Den Sieg holten sich ein Team der Medizinischen Universität Innsbruck mit einer innovativen Methode zur Früherkennung von Darmkrebs. Der zweite Platz ging an Elias Kärle und Prof. Dieter Fensel vom Semantic Technology Institute. Die Jury, bestehend aus Expertinnen und Experten aus den unterschiedlichsten wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fachbereichen, bewertete die Projekte nach den Kriterien Marktpotenzial, Innovationskraft, Kundennutzen, Wettbewerbssituation und wirtschaftliche Realisierbarkeit. Schlussendlich durften sich sechs Projekte das Preisgeld in Höhe von 6.200 Euro teilen. Die Jury räumte ihnen die besten Chancen auf eine erfolgreiche wirtschaftliche Umsetzung ein.

Innovative Ideen

Elias Kärle und Prof. Dieter Fensel erhielten für den zweiten Platz 1.500 Euro Preisgeld. Am Semantic Technology Institute der Universität Innsbruck arbeiten sie im Rahmen ihrer Forschung daran, Anbietern von Produkten und Dienstleistungen einen automatisierten Onlinevertrieb ohne dedizierter Zusatzsoftware oder spezieller Schnittstellen – rein über Open Data – zu ermöglichen. Um die Daten frei zur Verfügung zu stellen, kommen semantische Technologien auf der Webseite des Anbieters zum Einsatz, wodurch buchungsrelevante Daten direkt ausgelesen und verwendet werden können. Für den Anbieter fällt die Hürde einer Backend-Integration und etwaige Kommissionszahlungen weg. Einsatz findet das Produkt zum Beispiel im Tourismus, wo zum Beispiel ein Tourismusverband für eine Region eine Buchungsplattform unabhängig von großen Plattformen wie booking.com betreiben kann.
Den dritten Platz und die damit verbundenen 800 Euro holten sich Lucas Petschnig, Gerda Fuhrmann und Prof. Hubert Huppertz. Sie entwickeln ein „cooles Grün“: ein Infrarot reflektierendes, individuell einstellbares Grünpigment mit hervorragenden Farbeigenschaften, hoher chemischer und thermischer Stabilität. Im Gegensatz zu den derzeit verwendeten Grünpigmenten, von denen mehr als 50.000 Tonnen pro Jahr produziert werden, ist dieses Material frei von toxischen bzw. umweltschädlichen Elementen.
Die hohe Zahl an hochspannenden Einreichungen mit großem Potenzial war derart überwältigend, dass sich die Jury dazu entschied, gleich drei vierte Plätze zu vergeben. Über jeweils 300 Euro Preisgeld durften sich unter anderem Prof. Michael Traugott und Daniela Sint vom Institut für Ökologie mit ihren Partnern sowie Benjamin Bachmann, David Huber und Thomas Pümpel vom Institut für Mikrobiologie freuen.

Schritte zur Umsetzung

„Die Rekordzahl von 22 Einreichungen beim heurigen CAST technology award hat deutlich gezeigt, wie hoch die Dynamik an den Tiroler Hochschulen ist. Unsere Forscherinnen und Forscher sind zunehmend daran interessiert, ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen in den Markt überzuführen“, betont Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf. „Die enorme Bandbreite an Disziplinen, aus denen die eingereichten Projekte kommen, überrascht positiv. Von den Life Sciences, über Architektur, Informatik, Mechatronik bis hin zu den Geschichtswissenschaften ist alles mit dabei“, zeigt sich die Geschäftsführung der aws, DI Bernhard Sagmeister und Mag. Edeltraud Stiftinger, von der Vielfalt der Einreichungen beeindruckt. „Im Hinblick auf die nächsten Schritte in Richtung Umsetzung freuen wir uns, den Projektteams mit einer Teilnahme an der CAST Winter School 2017 intensive Unterstützung bei der Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells anbieten zu können. Darüber hinaus steht den Teams am Weg auf den Markt das gesamte Leistungsspektrum des CAST samt seinen Netzwerkpartnern kostenlos zur Verfügung“, betont Dr. Marcus Hofer, Geschäftsführer des CAST.

CAST und Partner unterstützen

Mit der Einreichung beim CAST technology award über die wirtschaftliche Verwertbarkeit der eigenen Forschungsergebnisse nachzudenken und eine Expertenmeinung darüber zu erhalten, ob die eigene Forschung auch Marktpotenzial hat, ist ein erster wichtiger Schritt in Richtung Markt.
Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des CAST technology award 2016 – ungeachtet dessen, ob sie prämiert wurden oder nicht – besteht über das CAST und seine Netzwerkpartner die Möglichkeit, kostenlose Beratung und aktive Unterstützung bei den nächsten Schritten zu bekommen. Nicht nur, wenn es um die Gründung eines Unternehmens geht, auch im Hinblick auf den Schutz der eigenen Idee stehen die Expertinnen und Experten des CAST mit persönlicher Beratung und Coaching zur Verfügung.


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