Fach Europäische Ethnologie
Forschungsaktivitäten in der Europäischen Ethnologie
an der Universität Innsbruck

Drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte

 

  • Remittances as Social Practice (Fördergeber FWF und Tiroler Matching Funds, Laufzeit 2016-2019)

Remittances, also Geldtransfers von Migrant_innen in ihre Herkunftsorte, sind Ausdruck eines transnational wirksamen Migrationsnetzwerkes in einer global vernetzten Welt. 601 Milliarden Dollar, so schätzt die Weltbank, werden Migrant_innen im Jahr 2016 an ihre Familien in den Herkunftsländern rücküberweisen.
Im FWF-geförderten Forschungsprojekt untersuchen wir die Transferzahlungen als Praxis der transnationalen Partizipation und interessieren uns für deren ökonomische, soziale und lebensweltliche Auswirkungen auf Sender_innen und Empfänger_innen. Mehr


  • Tiroler Trachtenpraxis im 20. und 21. Jahrhundert

Das Projekt ist eine Kooperation des Faches Europäische Ethnologie am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck mit dem Tiroler Volkskunstmuseum Innsbruck (Tiroler Landesmuseen Betriebs Ges.m.b.H.). Es ist Teil der  „Forschungsplattform Erinnerungskultur“ des Landes Tirol. Die Plattform bündelt universitäre und außeruniversitäre Forschungsprojekte zur organisierten „Volkskultur“ (Schützenwesen, „Volksmusik“, „Volkstanz“, Blasmusik, Trachtenwesen) und Kulturpolitik im Gau Tirol-Vorarlberg 1938-45. Der Untersuchungszeitraum des Projekts ist aber nicht auf die NS-Zeit beschränkt. Es erforscht „Tracht“ vom ausgehenden 19. bis ins beginnende 21. Jh. – in der Monarchie und totalitären Diktatur, in der demokratischen Republik und angesichts postdemokratischer Tendenzen – zwischen Staat, Kirche und Zivilgesellschaft, der Politik und dem Politischem. http://www.uibk.ac.at/geschichte-ethnologie/ee/trachten.html

 

  • Stiftungsprofessur im Forschungsschwerpunkt (FSP) "Kulturelle Begegnungen - Kulturelle Konflikte"

Die Stiftungsprofessur im FSP, die von der Stiftung Südtiroler Sparkasse getragen wird und mit Gilles Reckinger besetzt ist, beschäftigt sich ethnographisch mit der europäischen Außengrenze. Ausgehend von Reckingers Arbeit zu den alltäglichen Lebensbedingungen auf der Insel Lampedusa werden die vielfältigen Gesichter des europäischen Grenzregimes als Ensemble von Praktiken, Diskursen und Politiken in den Blick genommen. Der Befund, dass sich die europäische Außengrenze längst von der Linie zum Grenzraum transformiert hat, impliziert in diesem Arbeitsschwerpunkt auch eine Beschäftigung mit Randzonen im Inneren der Europäischen Union, einerseits – geographisch gesprochen – in Grenznähe, andererseits aber auch an den Grenzen des Sozialen und in Bereichen extremer Prekarisierung. Dabei ist eine Verknüpfung der Migrations- und Grenzregime mit ökonomischen Fragen der Unterschichtung des Arbeitsmarktes mit einer neuen Reservearmee an entrechteten Illegalisierten ein zentrales Arbeitsinteresse, das empirisch auf den Obst- und Gemüsefeldern Süditaliens erforscht wird.


Laufende Dissertationsprojekte

  • Valeska Flor: Leben mit der Braunkohle. Umsiedlungen im rheinischen Braunkohlerevier. Eine kulturwissenschaftlich volkskundliche Analyse.
  • Theresa Frank: „Jenseits von ‚alafranga‘ und ‚alaturka‘? Alternative Narrative von Nation, Kultur und Identität
    in der türkischen Gezi-Park-Bewegung“.
  • Bianca Ludewig: Transmediale Festivals − kulturelle Praktiken zwischen Pop, Kunst und Kapitalismus. (pdf)  
  • Sandra Mauler: Das unproduktive Selbst. Prokrastination zwischen Diskurs und Praxis.
  • Sabine Merler: "It's a hard life in the mountains, owa nu vü härta ohne se." Heimatkonzepte in alpiner Populärmusik. (pdf)
  • Tobias Neuburger: Aufführungen des Antiziganismus. Populäre Zigeunerbilder um 1900. (pdf)
  • Daniela Pfennig: Tiroler Notgeld erzählt. Geldscheine als Ausdruck nationaler und regionaler Identität. 

 

Abgeschlossene Dissertationsprojekte

2017

  • Karl Berger: „… trag Teppich‘ zum Verkauf…“. Zum Wanderhandel im Defereggental und zu den Fabriks- und Geschäftsgründungen ehemaliger Wanderhändler im 19. Jahrhundert. 
  • Veronika Gautsch: Meditation im Fokus. Eine kulturwissenschaftlich-ethnologische Untersuchung unter Meditierenden in Österreich. 
  • Barbara Sieferle: Die Praxis des Pilgerns. Zur Körperlichkeit von Religiosität. 
  • Peter Strasser: Bergmähder im Montafon. 
  • Gloria Penelope Tamborini : Wasser-Themen-Wege. Eine österreichweite Bestandsaufnahme und Analyse der Kulturalisierung von Wasser am Beispiel von Konzeptualisierungen in Werbetexten. 

2016

  • Franz Jäger: Kulturelle Strategien im Umgang mit Naturgefahren im hochalpinen Lebensraum Dargestellt aus volkskundlich-ethnologischer Perspektive an Fallbeispielen aus dem Kulturraum Ötztal - Pitztal - Passeier von der Kleinen Eiszeit bis zur Gegenwart 
  • Wolfgang Kunz: Alpine Präsenzdokumentationen – Selbstzeugnisse im exponierten Raum. Eine volkskundlich-kulturwissenschaftliche Untersuchung über alpine Gipfelbücher und ihre Eintragungen. 
  • Michaela Rizzolli: Material Culture in Massively Multiplayer Online Role-Playing Games The Social, Cultural and Educational Meanings of Virtual Goods in World of Warcraft. 
  • Max Schneider: Perchtenbrauch im Tiroler Unterland Regionale Formen, Bedeutungswandel und Trends, sowie Brauchparallelen im Mittwinter und der Fastnacht.

2015

  • Margret Haider: Seilbahngondel statt Förderkörbe. Zur Kulturanalyse des Protests gegen den Bergbau in der Tourismusregion Kitzbühel. 
  • Evelyn Reso: Intergenerationalität in familiengeführten Tourismusbetrieben am Beispiel Südtirols.  
  • Martina Röthl: Privat(zimmer)vermietung in Tirol – halböffentliche Schwellenräume im Fokus. 

2014

  • Hansjörg Bader: Sterbebilder in Tirol Vom Gebetsaufruf zur Erinnerung. Wandel eines Kulturobjektes. 

2013

  • Reinhard Bodner: Berg/Leute. Zur Ethnographie eines ausgebliebenen Bergsturzes am Eibleschrofen bei Schwaz in Tirol 1999. 

2012

  • Edith Hessenberger: Erzählen vom Leben im 20. Jahrhundert. Erinnerungspraxis und Erzähltradititonen in lebensgeschichtlichen Interviews am Beispiel der Region Montafon/Vorarlberg. 
  • Andreas Karl Rauchegger: Der Homo aquaeportans Wasserträger, Wasserverkäufer, Wasserschenker - Körpergebärden, Kulturtechniken und kulturelle Inszenierungen. 

2009

  • Christoph Johann Gasser: Aspekte der volkstümlichen Jagd und Tierverfolgung in Tirol Eine ergologische Spurensuche zu Geschichte, Entwicklung und Technologie von Abwehrmaßnahmen und Fanggeräten. 
  • Werner Hanselitsch: Tod, Dies- und Jenseits. Über den Status quo von abendländischer Seele und Jenseits im Lichte des gegenwärtigen Umgangs mit dem Tod in Tirol und Österreich. 
  • Claudia Ruppitsch: Tschüss Deutschland! Lebens- und Arbeitserfahrungen von deutschen ArbeitsmigrantInnen in Tirol. 

2007

  • Andrea Aschauer: Die Museen im Bundesland Tirol. Bedeutung, Funktion und Perspektiven. Dokumentation und Analyse eines Kulturphänomens. 
  • Ingeborg Schmidt-Mummert: Absturz. Eine kulturwissenschaftlich volkskundliche Untersuchung tödlicher Bergunfälle im Spannungsfeld des frühen Verbandsalpinismus. Dissertation. 
  • Annegret Waldner: Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern… Emotionen im Rezeptionsangebot des deutschen Schlagers von 1930 bis 1949. Darstellung und Analyse eines popularen Medientextes. 


Abgeschlossene Habilitationsprojekte

  • Silke Meyer: Moralische Ökonomie der Verschuldung (pdf)