Bei der FIRST LEGO League handelt es sich um ein internationales Bildungsprogramm, das 1998 von der amerikanischen Stiftung FIRST (For Inspiration and Recognition of Science and Technology) und LEGO ins Leben gerufen wurde. Die jedes Jahr veranstaltete FIRST LEGO League Challenge richtet sich weltweit an Schüler:innen im Alter von 9 bis 16 Jahren, die als Teams sowie im Klassenverband mehrere Wochen wie echte Ingenieur:innen an einem gemeinsamen Projekt arbeiten. Sie planen, konstruieren, programmieren und testen ein Projekt bzw. einen vollautomatischen Roboter, um knifflige Missionen zu meistern. Zusätzlich gibt es jährlich eine neue Forschungsfrage zu einem wechselnden Thema, die es zu bearbeiten und kreativ zu präsentieren gilt. Am Ende der Saison treten die Teams in regionalen und nationalen Challenge Wettbewerben gegeneinander an und präsentieren ihre Ergebnisse und Lösungen.
UNEARTHED – Lasst uns tiefer graben!
Beim heurige Jahresthema „UNEARTHED – Lasst uns tiefer graben!“ stand das spannende Thema Archäologie im Mittelpunkt der Forschungsfrage. Unter dem Motto „Nicht nur graben, sondern verstehen“ begaben sich die Teams auf eine Reise in die Vergangenheit, um daraus Ideen für eine nachhaltige Zukunft zu entwickeln. Die Teilnehmer:innen mussten selbständig Probleme und Herausforderungen finden, die bei der archäologischen Arbeit auftreten und dafür Ideen, innovative Lösungen, Werkzeuge bis hin zu Prototypen entwickeln, um Archäolog:innen zu unterstützen. Die Teams sollten sich dazu im Vorfeld in Bildungseinrichtungen wie Schulen, Bibliotheken und Vereinen informieren und so landeten seit Herbst 2025 zahlreiche Anfragen auch am Institut für Archäologien der Universität Innsbruck, welches die jungen Forscher:innen gerne bei ihre Vorhaben unterstützte.
Vier Teams kamen in Begleitung ihrer Lehrer:innen auch an das Institut um sich direkt vor Ort über die archäologischen Arbeitsweisen und Methoden zu informieren. Dabei wurde durch Mag. Dr. Ulrike Töchterle durch die Restaurierungswerkstatt geführt und Dr. Susanna Cereda MA und Isabella Prackwieser MA gaben Einblicke in das Mikroarchäologische Labor. Im Archäologischen Universitätsmuseum und dem Dokumentationsraum zeigten assoz.-Prof. Mag. Dr. Florian M. Müller und Daniel Haumer BA den Umgang mit und die Präsentation von archäologischen Funden. Andere Gruppen wurden per Mail und in mehreren virtuellen Sitzungen beraten.

Schüler:innen der Teams Panda Squad (MS Telfs Weissenbach) und des Teams Voradlbär (Bundesgymnasium Dornbirn) bei ihrem Besuch am Institut für Archäologien der Universität Innsbruck.
Archäologische Forschungsprojekte der Schülerteams
Im Laufe mehrerer Monate konnten so beeindruckende Projekte entstehen. „Die Schülerinnen und Schüler gingen mit großem Eifer und Enthusiasmus an ihre jeweiligen Forschungsfragen und kamen zu originellen, tollen und innovativen Ergebnissen“, zeigt sich Florian Müller, der Leiter des Instituts für Archäologien begeistert.
Einen besonderen Prototypen in mehreren Varianten hat das Team Syntax Error der HTL Bregenz entwickelt, nämlich einen selbst gebauten 3D-Scanner, mit dem Bruchstücke von Scherben aufgenommen werden können. Mittels einer lokalen KI ist es in weiterer Folge möglich, die eingescannten Scherben zu identifizieren, unterschiedlichen Gefäßen zuzuordnen und eine präzise dreidimensionale Anleitung zum Zusammensetzen zu erhalten. Das Team Panda Squad von der MS Telfs Weissenbach entwickelte eine Sortier-Reinigungs-Etikettier-Maschine für archäologische Fundstücke. Das Team „TombTeC Liebherr“, ebenfalls von der MS Telfs Weissenbach widmete sich Fragen der Präsentation von Archäologie und erarbeitete durch QR-Codes abrufbare Erklärvideos zu Ausstellungsstücken in Museen sowie eine 3D-gedruckte Stempelstation, bei welcher in mehreren Teilen eine römische Gewandnadel auf Kärtchen gedruckt werden konnte. Das dritte Team der MS Weissenbach in Telfs, Brick Force, entwickelte ein Drohnen-Forum, welches Archäolog:innen mit Drohnenpilot:innen vernetzt um gemeinsam aus der Luft verborgene Stätten zu identifizieren. Das Team Voradlbär vom Bundesgymnasium Dornbirn erstellte eine webbasierte App, die es durch einen intelligenten Algorithmus und eine eigens aufgebaute Datenbank ermöglicht nur noch fragmentiert erhaltene römische Töpferstempel auf Keramik schnell zu identifizieren. Das Team BrickTec Hasenfeld der Mittelschule Lustenau Hasenfeld hat einen Prototypen für ein mobiles automatisches Rüttelsieb entwickelt um große Mengen an Aushubmaterial schon vor Ort maschinell zu sieben und auf kleine bzw. kleinste Funde hin zu untersuchen.
Siegreiche Teams bei Bundesländerwettbewerben und im Österreich-Finale
Alle Teams waren in weiterer Folge, sowohl bei den Bundesländerwettbewerben im Jänner, als auch im Österreich-Finale Ende Februar höchst erfolgreich. Bei diesen wurden von einer Jury und Schiedsrichter:innen in verschiedenen Kategorien bewertet, darunter Robot-Game, Forschung, Roboterdesign und Grundwerte und die Teams mit Urkunden und Pokalen im Rahmen einer Preisverleihung für ihre Leistung ausgezeichnet.

Florian M. Müller und Aydin Abar vom Institut für Archäologien fungierten als Juroren für den Bereich Forschung im Österreich-Finale der FIRST LEGO League Challenge.
Den Regionalwettbewerb für Vorarlberg mit 13 Teilnehmern gewann das Team Voradlbär und Syntax Error landete auf dem zweiten Platz. Letztere erhielten noch den Pokal für Roboterdesign und BrickTec Hasenfeld bekam den Pokal für Forschung. Champion im Regionalwettbewerb Tirol mit 17 Teilnehmern wurde Team Panda Squad, welches auch den Pokal für das Robot-Game erhielt. TombTeC Liebherr errang den dritten Platz und den Pokal für Forschung. Kürzlich wurde in Innsbruck das Österreich-Finale der FIRST LEGO League Challenge abgehalten, bei welchem ass.-Prof. Dr. Aydin Abar und Florian Müller vom Institut für Archäologien auch die Jury im Bereich Forschung verstärkten. Auch hier waren bei insgesamt 18 Teilnehmern wieder zwei Teams erfolgreich: Das Team Voradlbär bekam den Pokal für Forschung und Panda Squad den für Roboterdesgin.
Das Institut für Archäologien gratuliert allen Teams und den beteiligten Schüler:innen zu ihrem Forschergeist und ihren kreativen Lösungsansätzen und freut sich auf zukünftige Archäolog:innen!
(Florian M. Müller)
