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Diese jüngste Demonstration der ParityQC-Architektur verarbeitete 52 supraleitende Qubits und verdoppelte damit fast den bisherigen Benchmark von 27 Ionenfallen-Qubits.

Quan­ten-Spin-off setzt neuen Rekord

Das Spin-off ParityQC hat mit einem IBM-Quantencomputer die bisher größte Quanten-Fouriertransformation implementiert und setzt damit einen neuen Meilenstein auf dem Weg zur industriellen Anwendbarkeit von Quantencomputern. Die Quanten-Fouriertransformation ist ein grundlegender Algorithmus mit Anwendungen zum Beispiel in der Kryptografie, Finanzmodellierung und Materialwissenschaft.

Das Innsbrucker Quantenarchitektur-Unternehmen ParityQC hat auf einem IBM Heron Quantenprozessor eine Quanten-Fouriertransformation mit 52 supraleitenden Qubits realisiert. Das übertrifft den bisherigen Rekord von 27 Qubits, der vor zwei Jahren mit einem Ionenfallen-Quantencomputer aufgestellt worden war. Die Ergebnisse sind diese Woche als Preprint veröffentlicht worden.

„Dieser Meilenstein war nur durch die Synergie von IBMs neuester Quantenhardware und der ParityQC-Architektur möglich, die eine exponentielle Effizienzsteigerung ermöglicht“, sagen Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser, Co-CEOs von ParityQC. „Was wir hier erleben, ist, dass die europäische Quanteninnovation weltweit eine Vorreiterrolle dabei einnimmt, theoretisches Potenzial in reale Leistung umzusetzen.“

Die Quanten-Fouriertransformation gilt als grundlegender Baustein zahlreicher Quantenalgorithmen, etwa in der Kryptographie, der Finanzmathematik und der Materialwissenschaft. Der Schlüssel zur aktuellen Leistungssteigerung liegt laut ParityQC in der sogenannten „Parity Twine"-Architektur: Sie reduziert die Anzahl der benötigten Gatteroperationen und die Schaltungstiefe erheblich – und kommt dabei ohne sogenannte SWAP-Gatter aus, die auf vielen Hardware-Plattformen eine wesentliche Fehlerquelle darstellen. Der Effizienzgewinn gegenüber bisherigen Verfahren skaliert nach Unternehmensangaben exponentiell mit der Anzahl der Quantenbits.

ParityQC wurde 2019 als Spin-off der Universität Innsbruck und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gegründet. Das Unternehmen entwickelt Architekturen und Betriebssoftware für skalierbare Quantencomputer und arbeitet mit Hardwarepartnern weltweit zusammen. Die wissenschaftliche Grundlage liefert die Forschungsgruppe von Wolfgang Lechner am Institut für Theoretische Physik der Universität Innsbruck.

Preprint: Demonstrating Record Fidelity for the Quantum Fourier Transform. Philipp Aumann, Michael Fellner, David Alber, Max Cykiert, Christoph Fleckenstein, Roeland ter Hoeven, Leo Stenzel, Riccardo J. Valencia-Tortora, Wolfgang Lechner, arXiv 2026: arXiv:2604.12465

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