"Innsbrucker Tag der Archäologie 2026" in der Claudiana in Innsbruck

Inns­bru­cker Tag der Archäo­lo­gie 2026

Kürzlich konnten beim „Innsbrucker Tag der Archäologie 2026“ in zahlreichen Vorträgen neueste archäologische Forschungsergebnisse aus unterschiedlichen Epochen Tirols über 100 interessierten Besucherinnen und Besuchern präsentiert werden.

Das Institut für Archäologien der Universität Innsbruck veranstaltete kürzlich gemeinsam mit dem Verein Archäologisches Forschungsnetzwerk Innsbruck (AFIN) und der Archäologischen Gesellschaft Innsbruck den „Innsbrucker Tag der Archäologie 2026 – Öffentlichkeit und Forschung im Dialog“ im Palais Claudiana in Innsbruck.

Im Alpenraum werden jedes Jahr zahlreiche von Innsbruck bzw. Tirol ausgehende archäologische Projekte durchgeführt. Grabungen und Prospektionen bringen neue Funde und Befunde ans Tageslicht, die mit modernsten Methoden ausgewertet werden. Dadurch werden laufend neue Erkenntnisse gewonnen, die in kurzen Vorträgen präsentiert wurden und es so ermöglichten Einblicke in das Leben, des Menschen in unterschiedlichen Epochen von der Steinzeit bis heute zu bieten.

Von der Urgeschichte über die Römerzeit bis ins Mittelalter

Das Interesse an einer solchen Veranstaltung zur Archäologie im Alpenraum zeigte sich an den über 100 Besucherinnen und Besuchern die im April im Palais Claudiana in der Innsbrucker Altstadt zum "Innsbrucker Tag der Archäologie 2026" zusammenkamen.

Nach der Begrüßung durch Margarethe Kirchmayr Bakk. MA, die Präsidentin des Archäologischen Forschungsnetzwerks Innsbruck (AFIN) und assoz.-Prof. Mag. Dr. Florian Müller, den Leiter des Instituts für Archäologien, überbrachte assoz. Prof. Mag. Dr. Brigitte Truschnegg, die Dekanin der Philosophisch-Historischen Fakultät, die Grußworte der Universitätsleitung. Den ganzen Tag über berichteten im Anschluss 17 Referentinnen und Referenten in 15 Vorträgen über ihre aktuellen Funde und Forschungsergebnisse von der Urgeschichte über die Römerzeit bis ins Mittelalter, aber auch über moderne Methoden der Auswertung und ihrer Interpretation.

Ziel der Veranstaltung war es nicht nur ein Forum der gegenseitigen Information und des Austausches von in Tirol archäologisch Tätigen zu schaffen d.h. Personen der Universität, von außeruniversitären Forschungseinrichtungen, von Museen, dem Denkmalamt und von privaten archäologischen Dienstleistern. Ebenso wichtig war es aber auch allen an der frühen Geschichte und Archäologie in Tirol Interessierten zu zeigen, was an vielfältigen archäologischen Forschungen laufend im Alpenraum passiert. So richtete sich die Tagung ganz bewusst und gezielt auch an eine an der Archäologie interessierte Öffentlichkeit. Gerade bei den regionalen und lokalen Gruppen wie Chronisten, Vereinen und Vertretern von lokalen Museen besteht ein großes Interesse an der eigenen Geschichte und der Auseinandersetzung mit ihr. Die Universität kann hier Fachkompetenz liefern und so vielfach zu einem für beide Seiten fruchtbaren Austausch mit spannenden neuen Erkenntnissen beitragen.

Über 100 Besucherinnen und Besucher beim "Innsbrucker Tag der Archäologie 2026" in der Claudiana in Innsbruck.

Third Mission – Wissenschaftstranfser in der Archäologie

Neben Forschung und Lehre zählt der Wissenstransfer, die sogenannte Third Mission, mittlerweile zu den drei zentralen Kernaufgaben der Universität. Third Mission bezeichnet den Auftrag der Universität, Wissen für die Gesellschaft verfügbar zu machen und bestmöglich zu kommunizieren, gleichzeitig aber auch Impulse aus der außeruniversitären Welt aufzunehmen. Ein zentrales Element dazu ist die Wissenschaftskommunikation.

Dass Institut für Archäologien besitzt hier eine jahrelange, wenn nicht sogar jahrzehntelange Tradition im Rahmen von öffentlichen Vortragstagen. So gab es bis in die frühen 1990er Jahre schon einmal „Tiroler Archäologietage“ und auch am Institut für Archäologien der Universität Innsbruck fanden immer wieder verschiedene ähnlich gelagerte Initiativen statt, wie die „Feldforschungsbilanz des Fachbereichs Frühgeschichte, Mittelalter- und Neuzeitarchäologie“ oder der epochenübergreifende „Tag des Instituts für Archäologien“. Auch von Seiten des Bundesdenkmalamtes wurde unter dem Titel „beFUNDet - Fachgespräch zur archäologischen Feldforschung in Tirol und Vorarlberg“ eine Veranstaltungsreihe zu aktuellen archäologischen Maßnahmen geboten. 2021 fand – mitten in den Corona-Jahren – erneut ein „Tiroler Archäologietag“ statt. Alle diese Veranstaltungen haben gemein, dass sie immer auf großes Interesse gestoßen waren und auch den Wunsch der breiten Vermittlung von Archäologie zeigten, aber auch, dass sie sich aus unterschiedlichen Gründen nicht nachhaltig etablieren konnten

Kooperation mit dem „Archäologischen Forschungsnetzwerk Innsbruck (AFIN)” und der „Archäologischen Gesellschaft Innsbruck“

Umso erfreulicher war es, dass durch das Archäologisches Forschungsnetzwerk Innsbruck (AFIN) einen noch jungen, 2020 gegründeten Verein, der unterm auch das Ziel verfolgt aktiv zur Verbreitung archäologischer Forschungsergebnisse beizutragen, Interesse an der Archäologie und der Beschäftigung mit der Vergangenheit zu fördern und Forschungsergebnisse nicht nur der Scientific Community, sondern auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, im letzten Jahr ein neues Format, der „Innsbrucker Tag der Archäologie – Öffentlichkeit und Forschung im Dialog“ etabliert werden konnte. Heuer wurde die Veranstaltung auch durch die Archäologische Gesellschaft Innsbruck unterstützt, die bereits seit 1979 durch die regelmäßige Abhaltung von Vortragsabenden, zu denen renommierte Fachleute aus dem In- und Ausland eingeladen werden, das Interesse an Archäologie weckt und archäologische Forschung auch breit an eine interessierte Öffentlichkeit vermittelt.

Somit ist durch die Kooperation von Institut und Vereinen das Ziel archäologisch Interessierte mit Archäologinnen und Archäologen zusammenzubringen und so einen Austausch und Dialog zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft zu etablieren mit dem „Innsbrucker Tag der Archäologie 2026“ in geradezu idealer Weise erreicht worden und eine Fortsetzung für das Jahr 2027 vorgesehen …

Ein Dank für die Mitarbeit an Organisation und Umsetzung ergeht an Julia Haas, Marie Höller, Elena Hoy, Jessica Keil, Margarethe Kirchmayr, Roman Lamprecht, Julia Rabitsch und Jasmin Wallner. Die Veranstaltung wurde dankenswerterweise durch die Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Innsbruck, die Archäologische Gesellschaft Innsbruck und die Anton Rauch GmbH & Co KG finanziell unterstützt.

 (Florian M. Müller)

    Nach oben scrollen