Vortragsreihe "Didaktik am Abend"
Die vom Institut für Fachdidaktik organisierte Vortragsreihe „Didaktik am Abend“ bietet seit vielen Jahren einem breiten, fachdidaktisch interessierten Publikum die Möglichkeit, in eine große Vielfalt von Themen aus der aktuellen fachdidaktischen Forschung Einblick zu gewinnen. Die Vorträge werden von ExpertInnen aus dem In- und Ausland gehalten und stellen schulrelevante fachdidaktische Forschungsergebnisse vor, womit sie sowohl für Forschende und Lehrende als auch für PraktikerInnen von Interesse sind.
Nächster Vortrag
Zeit: Montag, 4. Mai 2026, 17:15 Uhr
Ort: Hörsaal 5, EG, Geiwi (Campus Innrain)
Mensch-Umwelt-Beziehung verstehen. Ökolinguistische Perspektiven auf Wahrnehmung, Denken und Handeln im Unterricht
Wie sprechen wir über Beziehungen des Menschen? Zueinander, zur Natur, zu Ressourcen? Welche Wörter haben wir für die großen Krisen unserer Zeit? Und welche Geschichten erzählen wir uns über die Zukunft? Die globalen Herausforderungen auf ökologischer, sozialer, kultureller und ökonomischer Ebene sind gut belegt. Gerade zur Klimakrise liegen umfangreiche (natur-)wissenschaftliche Erkenntnisse und Lösungsansätze vor. Und doch bleibt es schwierig, die Dringlichkeit von Veränderungen so zu vermitteln, dass sie auch tatsächlich zu Handlungen führt – im Alltag ebenso wie auf politischer Ebene. Ein möglicher Zugang zu diesem Spannungsfeld liegt in unserer Sprache. Denn Sprache bildet nicht nur Wirklichkeit ab, sie prägt auch unsere Wahrnehmung der Welt. In Sprache wirken vertraute Narrative: eingeübte Deutungsmuster, die Orientierung geben, aber auch Veränderungen bremsen können. Diese Muster zeigen sich in einzelnen Wörtern, Slogans oder alltäglichen Aussagen und stecken den Rahmen dessen ab, was wir denken und was wir für möglich halten. Diese Perspektive ist auch für Schule und Unterricht zentral. Wenn faktisches Wissen allein nicht ausreicht, um Veränderungsprozesse anzustoßen, stellt sich die Frage, wie wir über die Metasprache Denkprozesse anstoßen können und uns öffnen können gegenüber notwendigen Veränderungsprozessen. Wir können Lernenden jeden Alters diese Auseinandersetzung mit Konstruktionen zutrauen und Schule als einen Ort begreifen, an dem neue Wirklichkeiten denkbar gemacht werden. Metasprache kann dabei ein zentrales Werkzeug sein, wenn wir uns gemeinsam überlegen, welche Geschichten über Zukunft wir erzählen wollen.
Ines Pichler, Universität Innsbruck/PH Tirol
Mag. Dr. Inés Pichler ist Dozierende an der Pädagogischen Hochschule Tirol und am Institut für Germanistik der Universität Innsbruck. Sie beschäftigt sich mit Kommunikation vor dem Hintergrund nachhaltiger Bildung und einer systemisch-konstruktivistischen Haltung.
Programm im Sommersemester 2026
9. März 2026
Authentischer audiovisueller Input im Primarstufen-Englischunterricht: Erkenntnisse aus einer Interventionsstudie in Frankreich
Alexandra Schurz, Universität Wien
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13. April 2026
Wer sagt, wie neue Schule geht?
Ute Stoltenberg, Leuphana Universität Lüneburg
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4. Mai 2026
Mensch-Umwelt-Beziehung verstehen. Ökolinguistische Perspektiven auf Wahrnehmung, Denken und Handeln im Unterricht
Ines Pichler, Universität Innsbruck/PH Tirol
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11. Mai 2026
Fehlerprozesse beim Mathematisieren in der Sekundarstufe 1
Simon Plangg, PH Salzburg
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18. Mai 2026
Biomechanik im Physikunterricht – Der eigene Körper in Bewegung
Thomas Wilhelm, Goethe-Universität Frankfurt, ausnahmsweise im Hörsaal 2, Geiwi
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1. Juni 2026
Dominant Language Constellation as an Approach to Language Teacher Identity Development
Anna Krulatz, Norwegian University of Science and Technology, im Rahmen der LFUI-Guestprofessorships
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22. Juni 2026
Von der Quellenkritik zur Objektkritik. Über den Beitrag der Historischen Grundwissenschaften zu einer kritischen Medienbildung im digitalen Raum
Jessica Kreutz, Universität Passau
