Leopold Kaufmann
Persönliche Daten
* 26. März 1932, Reuthe/Bregenzerwald
† 09. Oktober 2019, Bezau/Bregenzerwald
Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
o.J. Lehre als Zimmerer, Reuthe/Bregenzerwald
o.J. Matura, Innsbruck
1955 – 1960 Architekturstudium an der Technischen Hochschule, Graz
Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
o. J. Lehre im elterlichen Zimmereibetrieb, Reuthe/Bregenzerwald
1961 – 1962 Arbeitsgemeinschaft mit Helmut Eisentle und Bernhard Haeckel, Reuthe/Bregenzerwald
ab 1965 eigenes Büro in Bezau und Dornbirn
Stellenwert
Leopold Kaufmann gilt als eine der prägenden Figuren der Vorarlberger Architektur nach 1945. Aus dem handwerklich geprägten Bregenzerwald stammend, verband er regionale Bautraditionen mit den Anliegen der Moderne: klare Konstruktionen, funktionale Grundrisse und ein präziser, materialgerechter Einsatz von Holz. Mit seinen Wohn- und öffentlichen Bauten trug er wesentlich dazu bei, dass aus der lokalen Baukultur eine eigenständige, zeitgenössische Architektursprache entstand—ökonomisch, klimaverträglich und auf das Wesentliche reduziert.
Sein Werk wirkt vor allem über die Haltung: Nähe zum Handwerk, Ressourcenschonung, sorgfältige Detailierung und die Bereitschaft, aus dem Bestand der Region heraus weiterzubauen. Damit bereitete er den Boden für die spätere „Vorarlberger Schule“ bzw. die Baukünstler der 1970er bis 1990er Jahre und prägte nachfolgende Generationen, darunter auch Architektinnen und Architekten wie Dietrich | Untertrifaller oder Baumschlager Eberle. Kaufmanns Stellenwert liegt weniger in ikonischen Einzelobjekten als in der konsequenten Kultur des Bauens, die Vorarlberg international als Modellregion für qualitative, holzbasierte und sozial verankerte Architektur sichtbar machte.
Werke (Auswahl)
1963 Fotostudio Hiller, Bezau/Bregenzerwald
1969 Hochhaus, Hard
1978 Hauptschule, Dornbirn Haselstauden
1980 Alters- und Seniorenheim, Götzis
1984 Sozialzentrum Vorderlandhus, Röthis
1989 Tennishalle Hotel Post, Bezau
1995 Golmerbahn, Vandans
1999 Eishalle und Messestadion, Dornbirn
Sekundärliteratur
-
Luger, Maria: Golmerbahn Montafon. 2000 Wien
Archivbestand
Umfangreiches Werkarchiv