Clemens Holzmeister
Persönliche Daten
* 27. März 1886, Fulpmes
† 12. Juni 1983, Hallein
Ausbildung, Studienreisen, internationale Aufenthalte
o. j. Realschule, Innsbruck
1906 - 1913 Architekturstudium (bei Ferstel, Simony und König) an der Technischen Hochschule, Wien
1913 2. Staatsprüfung
1913 Reisen nach Rom und Florenz
1919 Promotion
1938 Emigration in die Türkei
1939 – 1940 6-monatiger Aufenthalt in Brasilien
Beruflicher Werdegang, Lehrtätigkeit
1911 Leiter der Bauberatungsstelle des Vereins „Deutsche Heimat“
1914 – 1918 Assistent von Leopold Simony und Emil Artmann
1914 – 1919 Assistent bei Max Ferstel an der Technischen Hochschule, Wien
1919 – 1924 Lehrtätigkeit an der Staatsgewerbeschule, Innsbruck
1919 – 1924 Architekt in Bozen
1924 – 1938 Leiter einer Meisterschule für Architektur an der Akademie der bildenden Künste, Wien
1927 erster Auftrag in Ankara
1928 – 1933 Leiter der Meisterklasse für Architektur an der Kunstakademie, Düsseldorf
1931 – 1933 Rektor der Akademie der bildenden Künste, Wien
1933 – 1935 Prorektor der Akademie der bildenden Künste, Wien
1935 – 1937 Rektor der Akademie der bildenden Künste, Wien
1936 – 1938 Leiter der Meisterschule Szenische Kunst an der Akademie der bildenden Künste, Wien
1937 – 1938 Prorektor der Akademie der bildenden Künste, Wien
1938 Emigration in die Türkei
1939 – 1949 Professor an der Technischen Hochschule, Istanbul
1949 – 1961 Leiter der Meisterschule für Architektur an der Akademie der bildenden Künste, Wien
1954 Leiter von Lehrkursen an der Sommerakademie, Salzburg
1955 – 1957 Rektor der Akademie der bildenden Künste, Wien
1957 – 1960 Prorektor der Akademie der bildenden Künste, Wien
1958 – 1961 Leiter des Instituts für sakrale Kunst an der Akademie der bildenden Künste, Wien
Stellenwert
Clemens Holzmeister gehört zu den bedeutendsten und international bekanntesten österreichischen Architekten des 20.Jahrhunderts. Darüber hinaus ist sein Œuvre, das rund siebenhundert Objekte umfasst, infolge seiner immensen Schaffenskraft und seiner rund sechzig Jahre währenden Tätigkeit von einer praktisch unüberschaubaren Fülle geprägt.
Neben seiner umfassenden Tätigkeit als Architekt leitete Holzmeister (wenn auch mit Unterbrechungen) mehr als dreißig Jahre lang eine Meisterschule an der Akademie der bildenden Künste in Wien und unterrichtete in Düsseldorf und Istanbul. Dementsprechend prägte er eine ganze Generation von Architekten, darunter nicht wenige, die gleichfalls eine große Karriere machten, u.a. Johann Georg Gsteu, Wilhelm Holzbauer, Friedrich Kurrent, Johannes Spalt, Gustav Peichl und Friedrich Achleitner. Die zahlreichen Publikationen und Ausstellungen über Clemens Holzmeister, die bis in die jüngste Zeit reichen, reflektieren die Bedeutung seines Schaffens bis heute. (© Architekturzentrum Wien)
Werke (Auswahl)
1914 Volksschule, Marbach a. d. Donau
1921 – 1924 Krematorium, Wien
1924 Siedlung Klösterlegrund (zusammen mit Luis Trenker), Bozen
1926 – 1938 Salzburger Festspielhaus
1928 -1932 Regierungsviertel, Ankara
1929 Kirche Maria-Grün, Hamburg-Blankenese
1929 – 1931 Hotel „Drei Zinnen / Tre Cime“, Sexten
1930 Berghaus Holzmeister Hahnenkamm, Kitzbühel
1931 Schlageter Nationaldenkmal, Düsseldorf
1935 – 1939 Stammhaus des Österreichischen Rundfunks (ehem. RAVAG), Wien (zusammen mit H. Schmid und H. Aichinger)
1938 – 1963 Parlamentsgebäude, Ankara
1947 – 1952 Tiroler Röhren- und Metallwerke, Hall in Tirol
1953 – 1958 Landestheater, Linz
1955 – 1960 Großes Festspielhaus, Salzburg
1960 – 1962 Evangelische Christuskirche, Kitzbühel
1970 – 1971 Pfarrkirche Don Bosco, Wien
Primärliteratur (Auswahl)
- C. Holzmeister: Das Cistercienserstift Stams im Oberinntal (Tirol). Diss.TH Wien 1919
- C. Holzmeister: Zur Einleitung. In: profil. 1.1933. H.11, S.344
- C. Holzmeister: Das Emnyet-Denkmal in Ankara. In: profil. 2.1934. H.1, S.11ff
- C. Holzmeister: Als Geleitwort zu unserem Werk. In: profil. 2.1934. H.9, S.300 (Seipel-Dollfuß-Kirche)
- C. Holzmeister: Der Holzhausbau. Wien 1934
- C. Holzmeister: Die Fauststadt. In: profil. 3.1935. H.7, S.344ff
- C. Holzmeister: Das erreichbare Eigenheim. In: profil. 4.1936, H.3, S.121
- C. Holzmeister: Die Auferstehung der Akademie und die Herrichtung dreier Austellungssäle aus Teilen des ehemaligen Gipsmuseums an der Akademie der bildenden Künste in Wien (Plastikenausstellung). In: profil 4.1936. H.4, S.200f
- C. Holzmeister: Bauten, Entwürfe und Handzeichnungen. Salzburg/Leipzig 1937
- C. Holzmeister: Kirchenbau ewig neu. Wien 1951
- C. Holzmeister: Das Architektonische Werk. Bd.1: Werke für das Theater. Wien 1953
- C. Holzmeister / G. Holzmeister / R. Fahrner: Bilder aus Anatolien. Wien 1955
- C. Holzmeister: Spielt in der modernen Architektur die Romantik noch eine Rolle? In: Der Bau, Sonderheft 16.1961, S.17
- C. Holzmeister: Architekt in der Zeitwende. (Selbstbiographie, Werkverzeichnis) Salzburg 1976
© Architekturzentrum Wien
Sekundärliteratur (Auswahl)
- anonym: Clemens Holzmeister. In: Der Architekt, 24.1921/22, S.1ff
- anonym: Das Dollfuß-Nationaldenkmal auf dem Ballhausplatz in Wien. In: profil, 4.1936, H.10, S.444f
- anonym: Häuser in Tirol. In: profil, 4.1936, H.11, S.494 (Zweifamilienhaus)
- anonym: Das neue Funkhaus der „RAVAG“. In: profil, 4.1936, H.11, S.512 (Holzmeister, Schmid, Aichinger)
- anonym: Ein Denkmal am Großglockner. In: profil, 3.1935, H.7, S.322ff
- anonym: Die österreichische Ausstellung in London. In: profil, 2.1934, H.5, S.144ff (künstlerische Gesamtleitung)
- anonym: Der Umbau der Reichsbrücke. In: profil, 2.1934, H.9, S.301ff
- W. Aichelburg: Das Wiener Künstlerhaus 1861-2001. Bd.1. Die Künstlergenossenschaft in ihrer historischen Entwicklung und ihre Rivalen Secession und Hagenbund. Wien 2003
- W. Bandion: Steinerne Zeugen des Glaubens. Die heiligen Stätten der Stadt Wien. Wien 1989.
- A. Becker u.a. (Hrsg.): Architektur im 20. Jahrhundert: Österreich. (Ausst.Kat.), München/New York 1995
- P. Becker: Clemens Holzmeister und Salzburg. Salzburg 1966
- P. Behrens: Neues zum Alten. In: profil, 3.1935, H.7, S.342f (Festspielhaus nach Umbau)
- O.Breicha (Einf.): Kuppelbauten von Clemens Holzmeister. Salzburg 1981
- M. Böckl (Hrsg.): Visionäre und Vertriebene. (Ausst.Kat.), Berlin 1995
- F. Borsi / E. Godoli: Wiener Bauten der Jahrhundertwende. Stuttgart 1985
- Clemens Holzmeister (Ausst.Kat.) Akademie d. bildenden Künste, Wien 1982
- Clemens Holzmeister. Theaterbauten und Bühnenbilder für Salzburg (Ausst.Kat), Salzburg 1976
- Clemens Holzmeister. Kirchenbauten in Vorarlberg. (Ausst.Kat.) Bregenz 1981
- M. Eisler: Clemens Holzmeister. In: Der Architekt, 28.1929, S.49ff
- W. Frodl: Clemens Holzmeister. Wien 1966
- A. Gmeiner / G. Pirhofer: Der österreichische Werkbund. Salzburg/Wien 1985
- J. Gregor (Hrsg.): Clemens Holzmeister, das architektonische Werk. Wien 1953
- F. Hadamowsky (Hrsg.): Clemens Holzmeister und Salzburg. (Ausst.Kat). Salzburg 1966
- H. und R. Hautmann: Die Gemeindebauten des Roten Wien 1919-1934. Wien 1980
- G. Hohenauer: Clemens Holzmeister. Innsbruck 1956
- B. Humpeler: Clemens Holzmeister – Ankara, eine Hauptstadt für die neue Türkei. Uni. Innsbruck, Dipl. Arb., 2008
- C. Jäger: Österreichische Architektur des 19. und 20.Jh.s. Wien/Graz 2005
- O. Kapfinger / A. Krischanitz: Die Wiener Werkbundsiedlung. Wien 1985
- M. Kaindl-Hönig (Hrsg): Clemens Holzmeister. Bauwerk der Festspiele. Rede zur Eröffnung d. Salzburger Festspiele 1966, Salzburg 1966
- A. Kieslinger: Die Steine der Wiener Ringstraße. In: R. Wagner-Rieger (Hrsg.): Die Wiener Ringstraße. Bd.4, Wiesbaden 1972. (J.Raab-Denkmal, S.527)
- M.J. Knofler: Clemens Holzmeister. Uni.Innsbruck Diss. 1976
- Kommunaler Wohnbau in Wien. Aufbruch 1923-1934, Ausstrahlung (Ausst.Kat.) Wien 1978
- T. Neunteufel: Krimkirche, Wien [Pfarre St. Judas Thaddäus in der Krim, Wien XIX] Salzburg 1994
- F. Ottmann (Hrsg.): Clemens Holzmeister. Entwürfe und Zeichnungen. Wien 1927
- W. Posch: Clemens Holzmeister: Architektur zwischen Kunst und Politik. Wien 2005
- H. Pusterhofer: Die Kirchen von Gloggnitz. Gloggnitz 1992
- G. Rigele / G. Loewit: Clemens Holzmeister (Ausstellungskatalog), Innsbruck 2000
- B. Rukschcio (Hrsg.): Clemens Holzmeister, außereuropäische Kirchen und Paläste (Ausst.Kat.) Wien 1970
- R. Schmidt: Das Wiener Künstlerhaus 1861–1951. Wien 1951
- K. Stecher: Kirchenbauten Clemens Holzmeisters in Tirol zwischen 1950-1975 im Vergleich zu Sakralbauten in dieser Zeit in Österreich. Uni. Innsbruck Dipl.-Arb., 2005
- J. Tabor (Hrsg.): Kunst und Diktatur (Ausst.Kat.) Wien 1994
- O. Uhl: Moderne Architektur in Wien von Otto Wagner bis heute. München 1966
- Das ungebaute Wien 1800-2000: Projekte für die Metropole. (Ausst.Kat.) Hrsg. Historisches Museum der Stadt Wien, Wien 1999
- W. Wagner: Die Geschichte der Akademie der bildenden Künste in Wien. Wien 1967
- H. Weihsmann: Bauen unterm Hakenkreuz. Wien 1998
- H. Weihsmann: Das Rote Wien. Wien 2002
- A. Weiser: Neue Werkkunst. Clemens Holzmeister. Berlin/Leipzig/Wien 1927
- G. Weissenbacher: In Hietzing gebaut. 2 Bde. Wien 1996-1998
- F. Wiesner: Das Grosse Festspielhaus Salzburg: die künstlerische Ausgestaltung unter Clemens Holzmeister (1959-1960). Uni. Salzburg, Dipl.-Arb., 2006
© Architekturzentrum Wien