Olympische Winterspiele Innsbruck 1964 & 1976:
mit Fokus auf die Olympiastandorte Seefeld, Igls und Axamer Lizum
Masterarbeit von Isabella Rier
Betreuerin: Dr. phil. Hilde Strobl
Bereits zwei Mal durfte Innsbruck Austragungsort der olympischen Winterspiele sein. Erstmals 1964 und erneut 1976 als Ersatz für Denver. Das 50-jährige Jubiläum der zweiten Olympischen Spiele nähert sich, dennoch gibt es bis jetzt keine transparente Forschung zu den beiden Großveranstaltungen, sowie zu deren Bauten und der damit verbundenen städtebaulichen Veränderungen.
Die Austragung und die somit verbundenen Vorbereitungen trugen damals wesentlich für einen rascheren Wiederaufbau und Ausbau der Stadt nach Ende des Krieges bei. Im Fokus meiner Arbeit steht eine ausführliche Archivrecherche mit anschließender Analyse der Olympiastandorte in Seefeld, Igls und der Axamer Lizum.
Im Rahmen der im Archiv für Bau.Kunst.Geschichte präsentierten Ausstellung zu den Olympischen Spielen in Innsbruck werden zwar zahlreiche Themen aufgegriffen, die in direktem Zusammenhang mit den Spielen stehen, jedoch erfolgte deren Aufarbeitung überwiegend auf einer zusammenfassenden Ebene, um einen Einblick in das Thema zu vermitteln.
Die vorliegende Arbeit setzt hingegen einen gezielten Schwerpunkt auf die Austragungsorte außerhalb der Hauptstadt. Neben Innsbruck fanden Wettkämpfe auch in Seefeld, Igls und der Axamer Lizum statt, deren Rolle und Entwicklung im Kontext der Olympischen Spiele näher untersucht werden sollen.
In Seefeld war im Vorfeld der Spiele ein Ausbau der Infrastruktur notwendig. Durch den Bau einer Autostraße konnte der Ortskern vom Durchzugsverkehr entlastet werden. Der Bahnhof wurde unter der Leitung von Michael Prachensky modernisiert. Zu den olympischen Sportanlagen zählten ein am westlichen Ortsrand gelegenes Skistadion, das den Start- und Zielbereich für sieben Langlaufstrecken sowie vier Schießplätze umfasste. Die bereits vorhandene Sprungschanze wurde im Hinblick auf die Spiele baulich angepasst.
Mit dem Bau des Sport- und Kongresszentrums Seefeld, das aus einem 1972 ausgeschriebenen Architekturwettbewerb hervorgeht, wird ein großangelegtes Mehrzweck- und Veranstaltungsgebäude geschaffen. Die Architekten Hubert und Michael Prachensky können sich gemeinsam mit Ernst Heiß mit ihrem Entwurf durchsetzen. Das 1975 eröffnete Zentrum, das Schwimmbad und Sauna beherbergt, dient während der Olympischen Winterspiele 1976 als Pressezentrum.
Die alpinen Skiwettbewerbe wurden alle in der Axamer Lizum ausgetragen, mit Ausnahme der Herrenabfahrt. Diese wurde am traditionellen Innsbrucker Hausskiberg dem Patscherkofel ausgetragen. Dort ist bereits eine Wintersport-Infrastruktur ausgebaut, an die angeknüpft werden kann.
Auch die Rodel- und Bobbewerbe werden am Patscherkofel ausgetragen. Bereits seit 1910 werden Bobwettkämpfe in Igls veranstaltet. Rennrodeln wird 1964 zum ersten Mal zur olympischen Disziplin. Um in Igls die Bob- und Rodelbewerbe auf zwei getrennten Bahnen starten zu können wird eine neue Bahn erstellt. Der Umbau orientiert sich an der bereits vorhandenen Bobbahn in Imst. Diese dient auch als Ersatzbahn während der Spiele. Für Olympia 1976 erfolgt ein erneuter Umbau, um den Anforderungen für Bob-Skeleton und Rodelbewerbe auf einer kombinierten Kunsteisbahn gerecht zu werden.
Das Skigebiet Axamer Lizum wurde für die Spiele 1964 komplett neu erschlossen. Eine Infrastruktur war erforderlich. Der Bau einer Straße, Parkplätze, das Olympiahotel, sowie Sessellifte auf den Hoadl und das Birgitzköpfl wurden errichtet. Außerdem wird eine Bergkapelle im Auftrag des Bergkapellen Vereins Axamer Lizum und unter Planung von Horst Parson errichtet. Die Standseilbahn wurde 1976 ergänzt.

