Digitales Archiv

Die Digitalisierung des Forschungsinstituts Brenner-Archiv begann 2003 mit einer Kooperation mit der Universitätsbibliothek Innsbruck (Abteilung für Digitalisierung und elektronische Archivierung) und dem Zentralen Informatikdienst der Universität Innsbruck. Ziel war es, die wichtigsten Archivmaterialien (Manuskripte, Briefe, Photos u.a. in den damals 190 Nachlässen bzw. Teilnachlässen) in digitalisierter Form zu speichern und zu verwalten. Zugleich sollen die Voraussetzungen für die Erwerbung von born-digital Material in Nachlässen geschaffen werden. Im Laufe der Zeit zeigte sich, dass das Brenner-Archiv einen qualitativ höheren Anspruch an die Digitalisate stellen muss als die Onlinebibliothek ALO der Universitätsbibliothek. Die alten, qualitativ nicht genügenden Scans werden mittlerweile peu à peu ersetzt.

Seit 2010 hat die "Arbeitsgruppe Archiv" (AGA) im Brenner-Archiv ein Digitalisierungskonzept entwickelt, das die schon früh formulierten Ziele an die in der Zwischenzeit entwickelten Standards angepasst, sich an den anerkannten aktuellen technischen Standards und der Praxis großer Einrichtungen wie der Österreichischen Nationalbibliothek (Handschriftensammlung) orientiert und die spezifischen Gegebenheiten im Brenner-Archiv berücksichtigt hat.

Das Konzept umfasst

  • die Digitalisierung von kulturhistorisch besonders wertvollem Material
  • die Digitalisierung aus konservatorischen Gründen
  • die Digitalisierung on demand
  • einen Workflow für die Digitalisierung, der die Archivierungspraxis und die Bestellvorgänge mit einbezieht (Bestellungen werden nur mehr digital abgewickelt. Das Archiv erhält hochwertige Scans für die elektronische Langzeitarchivierung, die BenutzerInnen erhalten automatisch verkleinerte Arbeitsscans, automatisch versehen mit einem elektronischen Wasserzeichen (Beispiel))
  • ein digitales Ablage- und Verwaltungssystem
  • technische Standards nach den dfg-Praxisregeln "Digitalisierung" (2009/2013) und den Richtlinien Bestandsaufnahme zur Digitalisierung von Kulturgut und Handlungsfelder des Fraunhofer Instituts für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (2007)
  • AV-Digitalisierung nach den Vorgaben der Regelwerke der Internationalen Vereinigung der audiovisuellen und Schallarchive (IASA) Guidelines on the Production and Preservation of Digital Audio Objects (2004/2009)
  • Bilddigitalisierung inhouse, AV-Digitalisierung mit Dienstleistern (Österreichische Mediathek, Transidee)
  • Qualitätskontrolle
  • Metadatenverwaltung der Scans, der AV-Digitalisate und des born-digital Materials nach den erwähnten Richtlinien in einem eigens vom Brenner-Archiv entwickelten System, das den technischen und inhaltlichen Anschluss an nationale und internationale Verbünde (z.B. Europeana) gewährleistet
  • Speicherung auf einem eigenen Server des ZID der Universität Innsbruck

Die Möglichkeit zur Veröffentlichung der digitalen Faksimiles in lokalen Portalen oder in übernationalen Verbünden ist in den meisten Fällen durch die urheberrechtliche Lage eingeschränkt. Sie wird nur in Zusammenhang mit eigenen Forschungsprojekten des Brenner-Archivs betrieben (z.B. Briefwechsel Ludwig Ficker, Carl Dallago). Es ist langfristig geplant, die Metadaten online zu veröffentlichen.

Am 22.01.2013 umfasste das digitale Archiv 2,8 TB in 300.000 Bild- und AV-Dateien. 

Verantwortlich:

Mag. Dr. Ursula Schneider,  in Zusammenarbeit mit
Mag. Dr. Joseph Wang (technisches Konzept und technische Umsetzung)
Barbara Halder und Mag. Jennifer Moritz (Digitalisierung)
und der Arbeitsgruppe Archiv AGA im Brenner-Archiv (Leitung Dr. Annette Steinsiek M.A.)