Brenner-Archiv digital

Das Forschungsinstitut Brenner-Archiv (= FIBA) verfolgt mehrere digitale Linien.
Das Digitalisat in einem Archiv muss in jedem Fall der Langzeitarchivierung dienen - also noch dann, wenn die Materialien zerfallen, die nächstbeste Möglichkeit der Beforschung bieten.
Es kann, wenn von den Urheberrechten her möglich, der internationalen Community online und frei zugänglich zur Verfügung gestellt werden.
Oder es kann direkt, auf Anfrage von Forschenden, schnell und unkompliziert zur Einsicht oder zur Publikation im Druck oder in online-Publikationen nach den archivüblichen Abläufen versendet werden.

1 Digitalisierung als Langzeitarchivierung
2 Präsentation im WWW
3 Online-Publikationen
4 Digitale Vermittlung:
   YouTube,
    Podcasts,
    Ausstellungen,
    soziale Medien
5 Digitalisierungsprojekte
6 Entwicklung und Programmierung

1 Digitalisierung als Langzeitarchivierung

Das Forschungsinstitut Brenner-Archiv hat eine eigene Digitalisierungsstrategie entwickelt, die den Erhaltungsauftrag entsprechend internationalen Standards der Langzeitarchivierung und die internationale Anbindung und Servicierung der Benutzer*innen in einem workflow vereint. Dazu gehört auch die Berücksichtigung von Ton- und Filmträgern aller Art.
 

2 Präsentation im WWW

Das Forschungsinstitut Brenner-Archiv nimmt am Publikationssystem Visual Library der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol teil, wo es seine Archivalien frei zugänglich und für die Öffentlichkeit kostenfrei präsentieren kann. Die Materialität von Archivalien ist komplex und selten mit den Kategorien zu erfassen, die für Bücher entwickelt wurden. Anders als Archivalien können Bücher mit ihrem Inhaltsverzeichnis auch relativ gut inhaltlich erfasst werden. Deshalb haben die verschiedenen Materialarten in einem Archiv ihre je eigenen Herausforderungen.
Bitte verwenden Sie später für den Nachweis von Archivalien folgende Zitierweise: Forschungsinstitut Brenner-Archiv, Nachlass XY, Signatur. Zusätzlich bietet sich zum vereinfachten Wiederauffinden im Netz die Angabe des URN an.
 
Gedruckte, schwer greifbare oder vergriffene Publikationen von und zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Brenner oder über den Brenner werden von der Universtitätbibliothek digitalisiert, außerdem etwa Verlagsprospekte oder Informationsbroschüren. Das setzt die vom FIBA seit 2010 betriebene Initiative fort, die auf dieser Homepage als eigene digitale Bibliothek zu finden war. Diese Digitalisate werden derzeit von der ULBT in das neue System übernommen. Die Zuverlässigkeit der Volltextsuche wird vom Forschungsinstitut Brenner-Archiv garantiert für Namen, Werktitel und Orte.
Werke von Tiroler Autorinnen und Autoren sind mit dem Lexikon Literatur in Tirol verknüpft, so dass man auch "nachblättern" kann, was dort in einem Artikel vorgestellt wird. Zum Beispiel bei Carl Dallago!

AAC - Austrian Academy Corpus: DER BRENNER ONLINE - Relaunch: 2007 publizierte die Abteilung AAC (Austrian Academy Corpus) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Forschungsinstitut Brenner-Archiv eine digitale Ausgabe des kompletten Brenner samt aller Beilagen und einer Datenbank der erwähnten Personen, literarischen Figuren, Institutionen und Professionen, damals noch mit Registrierungspflicht. Inzwischen wurde die Ausgabe von der Arbeitsstelle ACE (Austrian Corpora and Editions) am Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage (ACDH-CH) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ÖAW überarbeitet. Das AAC - Austrian Academy Corpus: DER BRENNER ONLINE ist nun seit August 2020 frei verfügbar (open access). Es wurde technisch erneuert: die Volltextsuche ist beschleunigt, außerdem gibt es eine linguistische Suchfunktion. (Weitere Informationen dazu als "Intro" unter der Überschrift "Paratexts".)

3 Online-Publikationen

finden Sie hier.

In unserem Newsletter (hier anmelden) gibt es regelmäßig die Rubrik Ins Bild gerückt, die Originalbeiträge zu besonderen Archivalien des Forschungsinstituts Brenner-Archivs bietet.


4 Digitale Vermittlung - YouTube, Podcasts, Ausstellungen, soziale Medien

Virtuelle Führungen durch das FI Brenner-Archiv

Expert*innen führen – ohne Voranmeldung und Virengefahr – alle an Handschriften und Archivalien Interessierte durch Bestände des FI Brenner-Archiv. Die für den YouTube-Kanal der Universität Innsbruck produzierten Sendungen sind jeweils etwa eine Viertelstunde lang und konzentrieren sich auf ein Thema oder eine Forschungsfrage. Die Filme sind auch für den Einsatz in Universität und Schule gedacht. Sie sind in YouTube suchbar und frei zugänglich. Schauen Sie wieder vorbei und geben Sie die Links recht häufig weiter!

I.

Die ersten drei Sendungen sind Georg Trakl und seiner Hinterlassenschaft im FI Brenner-Archiv gewidmet. Eberhard Sauermann gibt Auskunft:

Trakl #1: Manuskripte
Trakl #2: Probleme der Edition
Trakl #3: Krieg und Testament


Den Link zu den Werken und Briefen Trakls finden Sie hier:
https://diglib.uibk.ac.at/obvuibnl/nav/classification/5687566


Die Presseaussendung der Universität vom 13.4.2021 finden Sie hier:
https://www.uibk.ac.at/newsroom/das-brenner-archiv-praesentiert-drei-trakl-fuehrungen.html.de

 

II.

Die zweite Serie widmet sich einem Buch und seinen Implikationen: Paula Schlier: Petras Aufzeichnungen oder Konzept einer Jugend nach dem Diktat der Zeit, das 1926 vom Brenner-Verlag herausgegeben wurde. Vorgestellt werden Materialien aus dem Nachlass von Paula Schlier und Ludwig Ficker, die für die Neuausgabe des Buchs 2018 herangezogen wurden. Die Themen gehen über das Buch hinaus und decken einiges an Frauen-(Literatur-)Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts ab, wie die Herausgeberinnen Ursula A. Schneider und Annette Steinsiek zeigen:

Schlier #1: Teenager im Ersten Weltkrieg 1914-1918
Schlier #2: Die Neue Sachlichkeit
Schlier #3: Die "Neue Frau" der 1920er Jahre - zwischen Glamour und Elend


Die vorgestellten oder erwähnten Materialien finden Sie auch online:
https://www.uibk.ac.at/brenner-archiv/publikationen/links/online/petras_aufzeichnungen_materialien.html


Die Presseaussendung der Universität vom 8.6.2021 finden Sie hier:
https://www.uibk.ac.at/newsroom/100-jahre-lang-modern-petras-aufzeichnungen.html.de

 

 

Ausstellungen

Sommerfrische! Exponate aus dem Brenner-Archiv erzählen Geschichten von einer verschwundenen Urlaubsform
Die Sommerfrische ist nicht, wie vielleicht vorschnell vermutet wird, mit dem heutigen Sommerurlaub zu vergleichen. Sommerfrische war Tradition und Statussymbol und brachte eine ganz eigene Kultur mit sich, die die Sommerfrischler*innen in eine Art Parallelwelt entführte. In eine Welt, in der Verpflichtungen und Zwänge der Stadt nicht bestanden; in eine Welt, in der man sich den Freuden des Lebens hingab, wie dem Musizieren, gemeinsamen Theaterabenden, dem Wandern oder - dem Lesen. Machen Sie sich auf eine Reise durch Sommerfrische-Orte im historischen Tirol und Oberbayern und sehen Sie, wer sich wo erfrischt hat.
Eine Ausstellung der LV "Literaturwissenschaftliche Quellenkritik", kuratiert und herausgegeben von Ursula A. Schneider. Mit Beiträgen von Elisa Kusstatscher, Sarah-Sophie Engl, Kina Barra, Celina Kerle, Nicole Auer, Anna-Dorothea Nussbaumer, Nina Sieberer, Julia Ofer, Janine Zumtobel, Anna Füreder, Marisa Casartelli, Lisa Nardon, Anna Stemper, Stefan Laichner, Andrea Hellweger, Annalena Peer, Ursula A. Schneider, Veronika Peterlin, Lisa Warger und Norbert Gerhold.

Zugeeignet. Widmungen in Büchern der Nachlassbibliotheken des Brenner-Archivs
Ein Buch mit einer Widmung zu versehen, ist eine alte Gepflogenheit. Diese kleinen handschriftlichen Paratexte haben's in sich, sie sind zumeist anlassbezogen und performativ: Sie drücken nicht nur Freundschaft und Wertschätzung aus, sie beinhalten oft auch subtile Botschaften, die nur durch die persönliche Beziehung zu verstehen sind, sie verbergen manchmal ein Kalkül, manchmal vermitteln sie eine distanzierende Geste, oft halten sie die Erinnerung an eine Begegnung fest.
In den rund 50 Nachlassbibliotheken des Brenner-Archivs befinden sich 4038 Widmungsexemplare. Hier ist eine kleine erlesene Auswahl von 11 Beispielen ins Bild gerückt. Die dazu verfassten Beiträge von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Brenner-Archivs (Markus Ender, Christine Riccabona, Ursula A. Schneider, Michael Schorner, Annette Steinsiek, Ulrike Tanzer, Anton Unterkircher, Erika Wimmer, Irene Zanol) erzählen die Hintergrundgeschichten:
Zugeeignet. Widmungen in Büchern der Nachlassbibliotheken des Brenner-Archivs.
(Christine Riccabona)

Auch ist die Ausstellung zu Karl Kraus im Brenner-Archiv online zu sehen: „...vergrößern das Winzige und das Versteckte“ – Exponate aus der Sammlung Friedrich Pfäfflin, zusammengestellt von Markus Ender und Anton Unterkircher.

Das Brenner-Archiv hat folgende facebook-Adresse:  https://www.facebook.com/BrennerArchiv/.
Auch in Twitter sind wir über die Leiterin Ulrike Tanzer vertreten: https://twitter.com/ulriketanzer2.

 

5 Digitalisierungsprojekte

Mit freundlicher Unterstützung von Fördergeber*innen können ganze Bestände durchdigitalisiert werden.
Der Nachlass von Heinrich von Trott zu Solz wurde mit Unterstützung des Förderkreises 1669 der Universität Innsbruck vollständig digitalisiert.

Nach entsprechenden Vereinbarungen verwaltet das Brenner-Archiv Digitalisate von Archivalien im Besitz anderer Institutionen.

Im Brenner-Archiv wurde ein Teilnachlass von Norbert C. Kaser vollständig digitalisiert. Wer nicht das Original in Bruneck aufsuchen will, kann von aller Welt aus einen entsprechenden Scan bei uns bestellen.

Die Skizzenbücher von Markus Vallazza wurden vom Südtiroler Landesarchiv, wo sie auch aufbewahrt werden, digitalisiert. Die Digitalisate werden vom Brenner-Archiv verwaltet.

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6 Entwicklung, Programmierung

Das Forschungsinstitut Brenner-Archiv ist Teil des nationalen HRSM(= Hochschulraumstrukturmittel)-Projekts "Kompetenz-Netzwerk Digitale Edition" (KONDE)  im Rahmen des BMBWF-Programms "Digitale Transformation der österreichischen Geisteswissenschaften" (vgl. https://ditah-at.github.io/). Ziel ist es, digitale Methoden in den Forschungsroutinen der Geisteswissenschaften zu verankern und dafür Tools und Unterlagen zur Verfügung zu stellen sowie Wissen zu vermitteln.
Das FIBA beteiligt sich vor allem an der Entwicklung von Tools zur Datenverwaltung RNAB-konformer Metadaten (RNAB = Ressourcenerschließung mit Normdaten in Archiven und Bibliotheken = Regelwerk auch für das Brenner-Archiv) und an der Erstellung von Datenbanken für die Verwendung in Wissenschaft und Lehre, aber auch in der interessierten, breiteren Öffentlichkeit. Zusätzlich werden vom FIBA Lehrveranstaltungen an der Universität Innsbruck angeboten, die Kenntnisse und Fertigkeiten der Digitalen Geisteswissenschaften vermitteln.
KONDE Projekt Lead Innsbruck: Ulrike Tanzer
KONDE FIBA: Joseph Wang-Kathrein

 

 

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