
Hardcover, 2018 (vergriffen)

Taschenbuch, 2023
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Paula Schlier: Petras Aufzeichnungen oder Konzept einer Jugend nach dem Diktat der Zeit
Das Buch ist 2018 als Hardcover erschienen und 2023 als Taschenbuch neu aufgelegt worden:
Paula Schlier: Petras Aufzeichnungen oder Konzept einer Jugend nach dem Diktat der Zeit. Herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Annette Steinsiek und Ursula A. Schneider im Auftrag des Forschungsinstituts Brenner-Archiv. Norderstedt: BoD 2023 (= Edition Quellen und Kultur 1). Das Taschenbuch enthält die gleichen Informationen wie die mittlerweile vergriffene Hardcover-Ausgabe von 2018 im Otto Müller Verlag. In Einzelstellenkommentaren und im Nachwort werden historische und biographische Informationen gegeben.
Zu bestellen in Buchhandlungen, bei Online-Händlern oder direkt bei BoD (bei längeren Lieferzeiten im Buchhandel nicht entmutigen lassen, bei Problemen bitte gegebenenfalls Ursula A. Schneider oder Annette Steinsiek kontaktieren!).
Paula Schlier berichtet in ihrem autobiographischen Text (Erstveröffentlichung 1926 im Brenner-Verlag) sprachlich und inhaltlich radikal vom Leben junger Frauen im Ersten Weltkrieg, in der neuen und gefährdeten Demokratie und der Zeit der Hyperinflation. Als Schreibkraft hat sich die kritische Journalistin 1923 undercover in den Völkischen Beobachter, das Propagandablatt der Nazis, eingeschleust. Zufällig erlebt sie dort die Ereignisse rund um den Hitler-Putsch. Die Einsichten in die Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus lassen beim Lesen oft vergessen, dass damals die Schrecken der Naziherrschaft noch gar nicht begonnen hatten.
Die ausführliche Kommentierung v.a. zu den politischen Ereignissen und ein Nachwort, das den biographischen Hintergrund erhellt sowie den Text im Kontext der Neuen Sachlichkeit erörtert, empfiehlt das Buch auch für den Unterricht an höheren Schulen oder der Universität.
Die Unterrichtsmaterialien finden Sie im Anschluss an die Links!
Leseprobe
(1. Kapitel): http://www.drehpunktkultur.at/index.php/literatur/leseproben/13092-die-angeblich-moderne-zeit
Rezensionen
Rolf Löchel: Die eine Minute. In: literaturkritik.de, 22. Januar 2019
Evelyne Polt-Heinzl: Sprachliche Kraft und Wucht. Paula Schlier veröffentlichte 1926 ihr erstes Buch „Petras Aufzeichnungen“. Dieser zu Unrecht in Vergessenheit geratene literarisierte Zeitbericht verhandelt den Aufbruch einer jungen Frau und ihr Scheitern am „Diktat“ der Realität. In: Die Furche, 9. Mai 2019, 23
Anton Thuswaldner: Als sich die Politik radikalisierte. Die Entdeckung eines verschwundenen Buches als Zeitzeugnis. In: Salzburger Nachrichten, 13. Mai 2019
Fabian Kluge: Wie eine Neuburgerin die Nazis reinlegte. 1926 veröffentlichte Paula Schlier Aufzeichnungen aus ihrem Leben. Darunter befinden sich Tagebucheinträge über die Zeit, als sie sich undercover in das Nazi-Blatt "Völkischer Beobachter" einschleust. In: Neuburger Rundschau, 3. August 2019, 28.
Joachim Gatterer: Weiblicher Blick auf die Zwanzigerjahre. Literatur: „Petras Aufzeichnungen“ von Paula Schlier in kommentierter Neuausgabe erschienen. In: Dolomiten, 19. September 2019, 7.
Maren Lickhardt: Jahrbuch zur Kultur und Literatur der Weimarer Republik. Band 20/21, 2019/20, hg. v. Sabina Becker und Robert Krause. 257-261, daraus.
"Eine Beschäftigung mit Schliers Text kann einmal mehr vor Augen führen, dass es jenseits des populär-kulturellen Mainstreams Positionen geben kann, die nicht gleich ins Populistische abdriften. Gerade dadurch, dass Petra nicht so leicht - identifikatorisch - zugänglich ist [...], vollzieht sich ein dialektischer hermeneutischer Prozess bei der Lektüre, der darin schult, Differenzen auszuhalten, solange ein Common Sense bezüglich wesentlicher Werte besteht.
Steinsiek und Schneider haben nicht nur einen interessanten Fund als solchen erkannt, sondern schaffen durch ihre Recherchen auch dort Orientierung, wo der Text eine gewisse Ratlosigkeit hinterlässt. Wo dieser ein Schlüsselroman ist, werden Auflösungen geliefert; wo er befremdet, werden durch biografische Informationen plausible Erklärungen angeboten [...]."
Unterrichtsmaterialien
Für Interessierte oder für den Unterricht in höheren Schulen und an Universitäten gibt es Unterrichtsmaterialien zum Buch, u.a. drei virtuelle Führungen aus dem Brenner-Archiv in YouTube von 2021 sowie die Artikel von Paula Schlier gegen den Nationalsozialismus von Anfang 1923, die Rezensionen aus dem Jahr 1926 oder im Nachwort des Buches verwendete Quellen.
Im Jahr 1923 wurden anlässlich der Wiederkehr des Hitler-Putsches vom Bayerischen Rundfunk besierend auf dem Buch ein Film und eine Podcastreihe in Auftrag gegeben, die von der Öffentlichkeit zu Recht begeistert aufgenommen wurden.
Virtuelle Führungen aus dem Brenner-Archiv 2021
Schlier #1: Teenager im Ersten Weltkrieg 1914-1918
Schlier #2: Die Neue Sachlichkeit
Schlier #3: Die "Neue Frau" der 1920er Jahre - zwischen Glamour und Elend
Dokumente
I. Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge von Paula Schlier
mit Abbildungen und Transkriptionen
II. Bibliografie Paula Schlier
III. Bibliografie der Rezensionen zuPetras Aufzeichnungen
zum Teil mit Abbildungen und Transkriptionen
IV. Korrespondenzen und Unveröffentlichtes von Paula Schlier
mit Abbildungen und Transkriptionen
Verfilmung und Podcastreihe
Der 8./9.11.2023 war der 100. Jahrestag des sog. "Hitler-Putsches", auch "Hitler-Ludendorff-Putsches", in München 1923. Zu diesem Anlass hat der Bayerische Rundfunk einen Film und eine Podcastreihe produziert, in dem Paula Schlier im Mittelpunkt steht:
"Hitlerputsch 1923. Das Tagebuch der Paula Schlier". Regie: Oliver Halmburger. Mit Lea van Acken als Paula Schlier. Produktion: Loopfilm München 2023
ARD-Mediathek VERLÄNGERT BIS 8.11.2026!)
"Paula sucht Paula". Eine Podcastreihe von Paula Lochte, BR 2023:
Folge 1: Paula Schlier und der Hitlerputsch 1923
Folge 2: Paula Schlier und MeToo vor 100 Jahren
Folge 3: Paula Schlier und die Gestapo
Deutscher Radiopreis 2023 für Paula Lochte > Folge 4: Ein Podcast und seine Folgen