Herzlich willkommen im Botanischen Garten des Institutes für Botanik der Universität Innsbruck!

Seit über 100 Jahren befindet sich der Botanische Garten nunmehr in Hötting und ist nicht nur unverzichtbar als Lehr- und Forschungsstätte des Institutes für Botanik der Universität Innsbruck, sondern auch Bildungs- und Erholungsort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Über 7000 Pflanzenarten aus den verschiedensten Lebensräumen der Erde werden hier kultiviert.

In dem etwa 2 ha großen Areal können Sie im Alpinum Gebirgspflanzen bewundern, Ihr Wissen um Heil-, Gift und Gewürzpflanzen erweitern oder im Park spazieren gehen. In unserem Duft- und Tastgarten kann man Pflanzen mit allen Sinnen erfahren. In den Schauhäusern erfahren sie mehr über tropische Regenwälder und subtropische Trockengebiete.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Die Pflanze des Monats

Pflanze des Monats Februar 2018

Sisal-Agave – Agave sisalana Agavengewächse (Agavaceae)

Aus den Trockengebieten des mexikanischen Hochlandes stammt die Sisal-Agave ursprünglich. Ihren Namen hat sie von der Hafenstadt Sisal auf Yukatan, die für den weltweiten Export von Sisalfasern diente. Dort hat auch ihr Anbau seinen Ursprung. Genutzt wurde sie bereits von den Mayas und Inkas zur Herstellung von Seilen und Netzen sowie Bekleidung.  

Sisal wird als Sammelbegriff für alle Pflanzenfasern verwendet, die aus verschiedenen Agavenarten gewonnen werden. Aus der Henequén-Agave (Agave foucryoides) werden z. B. feine verspinnbare Fasern hergestellt, die auch für Kleidung verwendet werden können.

Die Sisal-Agave bildet eine mächtige Blattrosette mit stark gestauchtem Stängel, die bis zu 12 Jahre alt wird. Im letzten Lebensjahr wächst aus der Rosette ein mehrere Meter hoher Blütenstand. Darauf sitzen tausende Blüten mit strengem Duft. In den Achseln der Tragblätter im Blütenstand wachsen Brutknospen (Bulbillen), die der Vermehrung der Pflanze dienen. Zudem wachsen aus den Blattachseln der Grundrosette Schösslinge. Nach dieser einmaligen Blüte und Fruchtreife stirbt die Pflanze ab (hapaxanth).

In den Sisal-Agave-Plantagen werden Reihen gepflanzt, gedüngt werden die Pflanzen durch ringförmig um den Stamm angeordnete Leguminosen, die in Symbiose mit Stickstoff fixierenden Bakterien leben. Drei Jahre nach Anpflanzung beginnt die Ernte, die Pflanze hat bis dahin ca. 100 Blätter gebildet. Dazu werden beim ersten Mal die Blätter bis auf 20 abgehauen, in den Folgejahren lediglich 25 Stück pro Pflanze. Noch frisch werden die Blätter maschinell entfasert, wodurch die 1-2 Meter langen Faserbündel gewonnen werden (ca. 1000 Fasern pro Blatt). Bei einer Wasserröste (bis zu 10 Stunden im Wasser) werden unerwünschte Stoffe ausgewaschen, anschließend werden die Fasern in der Sonne getrocknet und durch Schlagen und Kämmen von Geweberesten befreit und geschmeidig gemacht.

Die Fasern sind sehr zäh und reißfest. Sie werden zum größten Teil zu Netzen, Tauen, Bürsten und Pinsel, Möbelstoffen und Teppichen verarbeitet. Die Sisal-Agave ist die fünftwichtigste Faser der Welt.

In unseren Glashäusern blüht die Pflanze zurzeit mit einem spektakulären Blütenstand, der fast bis zum Dach reicht.


 

 

 

 

 Agave sisalana