Zukunft des Religions­­unterrichts in Österreich

Die Zeichen stehen auf Kooperation. Stakeholder und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Sachen Religionsunterricht trafen sich in Innsbruck, um miteinander über zukunftsfähige religiöse Bildung ins Gespräch zu kommen. Dabei waren Verantwortliche der Schulämter, der Aus-, Fort- und Weiterbildung, der Religionsgemeinschaften, Religionslehrerinnen -und lehrer sowie Studierende.
Bunte Fäden
Bild: Aufgrund der Pluralisierung der Gesellschaft seien Suchbewegungen für einen zukunftsfähigen Religionsunterricht angesagt. (Credit: colourbox.de)

Auf Einladung des Instituts für Praktische Theologie und des Instituts für Islamische Theologie und Religionspädagogik versammelten sich die Beteiligten zum Thema „Zukunftsperspektiven für den konfessionellen Religionsunterricht in Österreich“. Norbert Mette aus Dortmund erinnerte in seinem Hauptreferat daran, dass Begegnung und Auseinandersetzung mit dem Thema Religion zum Bildungsauftrag der Schule gehören. Aufgrund der Pluralisierung der Gesellschaft seien Suchbewegungen für einen zukunftsfähigen Religionsunterricht angesagt. Stichworte dafür: konfessionell – kooperativ – kontextuell. Mette plädierte für einen von Religionen gemeinsam verantworteten Religionsunterricht, der auf die neuen gesellschaftlichen Bedingungen zugeschnitten ist, „ein langfristig anzugehendes Unternehmen“.

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Ao. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Weirer (Graz), Univ.-Prof. Dr. Zekirija Sejdini (Innsbruck), Univ.-Prof. Dr. Andrea Lehner-Hartmann (Wien), Prof. i. R. Dr. Dr. h. c. Norbert Mette (Dortmund), Univ.-Prof. Dr. Martina Kraml, VR Dr. Thomas Krobath (Wien/Krems), Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Rees (Innsbruck) (v.l.). (Bild: Zukunft Religionsunterricht)

Der Leitfaden Kooperation zog sich durch die gesamte Tagung. Neben der Arbeit in Gruppen, in denen Zukunftsperspektiven mit konkreten ersten Schritten erdacht wurden, gaben einzelne ReferentInnen Anregungen und Denkanstöße. Thomas Krobath von der KPH Wien/Krems präsentierte Studienergebnisse zum dialogisch-konfessionellen Religionsunterricht in Wien, Martina Kraml und Zekirija Sejdini gaben Einblicke in interreligiöse Bildungsprozesse in Schul- und Hochschulkontexten. Der Kirchenrechtler Wilhelm Rees aus Innsbruck zeigte rechtliche Rahmenbedingungen für Kooperationen auf. Andrea Lehner-Hartmann aus Wien sprach über Neuorientierungen und machte religiöse Bildung als Beitrag zu demokratischem Denken und Handeln stark. Das Resümee am Ende der Tagung zog Wolfgang Weirer aus Graz. Auf dem Boden der Errungenschaften der letzten Jahrzehnte, einem kommunikationstheoretischen Ansatz, der eine konsequente SchülerInnen-Orientierung vertritt, korrelationsdidaktisch ausgefaltet und im Sinne des Elementarisierungsansatzes durchdacht ist, sind nun erste kleine und experimentelle Schritte zu einem von Religionsgemeinschaften gemeinsam verantworteten Religionsunterricht anzudenken – und zu gehen.

(Annemarie Hochrainer)


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