Woche der italie­nischen Sprache im Zeichen des Kinos

Bereits zum 17. Mal hat das italienische Außen­ministerium weltweit zur Abhaltung der „Settimana della Lingua Italiana nel Mondo“ in der dritten Oktober­woche aufgerufen. Vom 16. bis 19. Oktober 2017 haben in Innsbruck, unter starker Einbindung der Universität, drei Veran­staltungen zum Jahres­motto „L’Italiano al cinema, l’italiano nel cinema“ stattgefunden.
Italienische Fahne
Bild: Die Woche der italienischen Sprache in Innsbruck (Credit: colourbox.de)

Die Initiative „Settimana della Lingua Italiana nel Mondo“ erlaubt es Kulturinstituten, Vereinen, Universitäten und Sprachschulen weltweit, sich auf ein vom Italienischen Außenministerium vorgegebenes Thema zu konzentrieren und dieses nach eigenen Ideen und angepasst an die Bedürfnisse des Territoriums zu gestalten. In Innsbruck haben sich dieses Jahr die Hauptveranstalter, das Italien-Zentrum der Universität Innsbruck, der Kulturverein INNcontri und die Società Dante Alighieri Gedanken darüber gemacht, wie sie „das Italienische im Kino“ möglichst attraktiv an das Innsbrucker Publikum vermitteln können und zum Kennenlernen der italienischen Kultur und dem Erlernen der italienischen Sprache am besten motivieren. Für die insgesamt drei recht heterogenen Veranstaltungen konnten das Institut für Romanistik, das Institut für Translationswissenschaft, das Filmmuseum Turin und das Leokino als Kooperationspartner gewonnen werden.

Den Beginn machte ein Gesprächs- und Filmabend mit der Trentiner Dokumentarfilmerin und Neo-Autorin Katia Bernardi. Im Zentrum des Gesprächs, das von Carla Leidlmair-Festi moderiert wurde, stand Bernardis Bestseller „Funne. Le ragazze che sognavano il mare“ (Mondadori 2016). Das Buch beruht auf wahren Geschichten und ist das Ergebnis eines Dokumentarfilmprojekts über einen Kreis rüstiger älterer Damenaus einem entlegenen Dorf im Trentino. Die „Funne“ (Funne = Frauen im Trentiner Dialekt) vereint ein Traum, sie möchten ihrem bergdörflichen Alltag für kurze Zeit entkommen und endlich das Meer sehen. Katia Bernardi hat die 12 Damen drei Jahre lang mit der Kamera begleitet wie sie mit Enthusiasmus und Ideenreichtum, mit mehr oder weniger viel Erfolg, ihr Projekt verwirklicht haben. Der von viel Herzblut und Leidenschaft geprägte Plot machte das Verlagshaus Mondadori auf Katia Bernardi aufmerksam und so erhielt sie ganz unterwartet die Möglichkeit, die Geschichte auch als Buch zu veröffentlichen. Eher ungewöhnlich, wie Katia Bernardi meint, denn zumeist liegt ein Buch vor, aus dem dann ein Film entsteht. Mittlerweile ist das 2016 erschienenen Buch schon in mehrere Sprachen übersetzt worden und erscheint in Kürze auch auf Deutsch.

Im Zentrum des zweiten Abends stand Giuseppe Gandini, ein italienischer Schauspieler und Regisseur, der seit 25 Jahren als Charakterdarsteller im italienischen und internationalen Filmgeschehen tätig ist. Er gab erfrischend und mit einem Augenzwinkern Einblick in das Leben und den Broterwerb eines Schauspielers, der nie im Rampenlicht der roten Teppiche steht, da er regelmäßig auf Nebenrollen gebucht wird. Die Stars mit denen er am Filmset stand, wie Julia Roberts (in Eat, Pray, Love) oder Vittorio Gassman (in La Cena) konnte er als Menschen wie du und ich kennenlernen, er beneidet sie aber, ob ihrer Karriere und den Rummel, der um sie herum gemacht wird keineswegs.

Den Abschluss der Woche der italienischen Sprache fand im Leokino statt. Gezeigt wurde eine absolute Rarität, der 101 Jahre alte Stummfilm Maciste Alpino. Matteo Lento, Dozent an den Universitäten Zürich und Innsbruck setzte den Film im Rahmen eines Eingangsstatements in seinen zeit- und kulturhistorischen Kontext. Mitten in den Wirren des Ersten Weltkriegs als Propagandafilm gedreht und mit viel Ironie versehen, stellt der Film ein wichtiges Zeitzeugnis dar. Den Protagonisten Maciste verkörpert Bartolomeo Pagano, der von der Zeitschrift Der Spiegel als „Opas Bud Spencer“ bezeichnet wurde. Einen gekonnten Kontrapunkt setzte die Live-Musik des Zürcher DJ Dadaglobal (David Daniel), die den Film untermalte. Anstatt der klassischen Klavierbegleitung, zog Dadaglobal mit Elementen aus Techno- und Synthesizermusik und einigen wenigen Klavierakkorden das Publikum in seinen Bann. Diese ganz besondere Vorführung von Maciste Alpino, sollte zeigen wie facettenreich das Motto „das Italienische im Kino“ interpretiert werden kann und war ein gelungener Abschluss der erfolgreichen 17. Ausgabe der Settimana della Lingua Italiana nel Mondo in Innsbruck.

(Barbara Tasser)


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