Der Probebergbau unter der Alpeiner Scharte

 
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Stollenmundlöcher der ehemaligen Materialseilbahn
Molybdän ist ein Element, das Stahl und anderen Legierungen eine größere Härte und Korrosionsbeständigkeit verleiht. Mitten im 2. Weltkrieg wurde unter extremen Bedingungen ein kleines, unwirtschaftliches Vorkommen in den westlichen Zillertaler Alpen erschlossen.
Knapp unterhalb der Alpeiner Scharte, einem hochalpinen Übergang (2959 m) zwischen Zamser Grund und Valser Tal, tritt Molybdänsulfid, MoS2, auch Molybdänit bzw. Molybdänglanz genannt, auf. 
 
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Molybdänglanz in einem Quarzgang. Bildbreite ca. 10 cm
Aufgrund der Rohstoffknappheit und der Bedeutung von Stahlveredlern für die deutsche Rüstungsindustrie wurde 1941 mit umfangreichen Vorbereitungsarbeiten für einen bergmännischen Abbau begonnen. Neben einer Materialseilbahn und einer Aufbereitungsanlage für 50 Tonnen Tagesdurchsatz in Innervals wurden Werksbaracken in 2850 m Seehöhe errichtet und einige Hundert Meter Stollen im händischen Bohr- und Sprengvortrieb aufgefahren. 1941 starben durch einen Lawinenabgang 21 Arbeiter. Der Zusammenbruch des Dritten Reichs beendete den Probebergbau im hintersten Valser Tal; der reguläre Betrieb hätte im Herbst 1945 beginnen sollen.
 
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Reste der ehemaligen Materialseilbahn (Bergstation)


 

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