BIU – Nutzung

Drei Wege zur Nutzung der BIU

Nicht jedes Forschungsprojekt benötigt denselben Grad an Selbstständigkeit. Deshalb unterscheidet die BIU drei Nutzungsmodelle.

Nutzertyp A: Eigenständige Nutzung als Qualified User

Nutzertyp A richtet sich an erfahrene Wissenschaftler:innen, die regelmäßig MRT-Studien durchführen und die vollständige Qualifikation zur eigenständigen Gerätebedienung erwerben möchten.

Voraussetzungen sind unter anderem:

  • Safety Training A und B,
  • praktische Erfahrung bei MRT-Messungen im Umfang von mindestens einer selbstständig durchgeführten Studie oder einer festgelegten Anzahl betreuter Messungen,
  • Kenntnis der Sicherheits- und Notfallabläufe,
  • praktische Schulung am Scanner sowie
  • erfolgreiche Zertifizierung im Qualified User Examen (theoretisch & praktisch).

Nach Abschluss der Ausbildung dürfen Qualified User das MRT im Rahmen der geltenden Nutzungsrichtlinien eigenständig bedienen.

Auch bei eigenständigen Messungen ist die Anwesenheit einer zweiten, mit dem Studienprotokoll vertrauten Person verpflichtend.

Nutzertyp B: Wissenschaftliche Durchführung mit technischer Unterstützung

Nutzertyp B richtet sich an Forschungsgruppen, die ihre Studie und das experimentelle Protokoll selbst durchführen, aber keine eigene Berechtigung zur Bedienung des MRT besitzen.

Die Forschenden übernehmen dabei beispielsweise:

  • Betreuung der Versuchsperson,
  • Durchführung der kognitiven oder experimentellen Aufgaben,
  • Dokumentation des Studienablaufs,
  • Bedienung studienspezifischer Geräte sowie
  • Einhaltung des Untersuchungsprotokolls.

Die technische Bedienung des Scanners wird durch BIU-Personal oder einen Qualified User übernommen.

Für die Assistenz bei MRT-Messungen sind in der Regel Safety Training A und B erforderlich.

Dieses Modell eignet sich besonders für Arbeitsgruppen, die regelmäßig eigene Studien durchführen möchten, ohne selbst die vollständige QU-Ausbildung zu absolvieren.

Nutzertyp C: Vollständig betreute Datenerhebung

Nutzertyp C richtet sich an Forschungsgruppen, die die technische und operative Durchführung der MRT-Datenerhebung vollständig an die BIU übertragen möchten.

Abhängig von der jeweiligen Vereinbarung kann die BIU folgende Aufgaben übernehmen:

  • Vorbereitung der Messung,
  • Screening und Eligibility-Checks,
  • Betreuung der Versuchsperson,
  • Bedienung des MRT,
  • Durchführung des Messprotokolls,
  • Einbindung zusätzlicher Messsysteme,
  • Dokumentation der Datenerhebung,
  • Qualitätskontrolle sowie
  • strukturierte Bereitstellung der Daten.

Dieses Modell ist insbesondere für externe Kooperationen, Pilotprojekte oder Forschungsgruppen geeignet, die bislang wenig Erfahrung mit MRT-Studien haben.

Die wissenschaftliche Verantwortung für Forschungsfrage, Ethik, Studienprotokoll und Dateninterpretation verbleibt bei der jeweiligen Projektleitung, sofern keine weitergehende wissenschaftliche Kooperation vereinbart wurde.

Von der Idee zur ersten Messung

Der Zugang zur BIU folgt einem transparenten Prozess:

1. Kontaktaufnahme
Sie beschreiben Ihre Forschungsfrage und den geplanten methodischen Ansatz.

2. Erstberatung
Gemeinsam klären wir Machbarkeit, Ressourcenbedarf, Messmethoden, Kosten und mögliche Kooperationsformen. Mehr Informationen zur Bepreisung der MRT-Benutzung hier.

3. Vorstellung im MRT-Nutzerrat
Das Projekt wird wissenschaftlich und methodisch vorgestellt und mit den beteiligten Expert:innen diskutiert.

4. Ethik und Sicherheit
Erforderliche Ethikvoten, Versicherungen, Screenings und Schulungen werden vorbereitet.

5. Pilotierung
Das Studienprotokoll wird technisch getestet und bei Bedarf angepasst.

6. Vergabe von Messzeiten
Nach erfolgreicher Pilotierung und Vorliegen aller Voraussetzungen werden Scanzeiten zugeteilt.

7. Datenerhebung und Qualitätssicherung
Die Studie wird gemäß dem vereinbarten Nutzungsmodell durchgeführt. Die Bezahlung der Messtunden erfolgt kontinuierlich während der Studie und sollte bis spätestens einen Monat nach Beeindigung der Studie abgeschlossen sein.

8. Datenspeicherung und -auswertung
Die Projektleitung erhält die aufgenommenen Daten kontinuierlich während der Durchführung der Studie. Nach dem Abschluss des Projektes werden die Rohdaten noch X [MOU2] Jahre an der BUI aufbewahrt. Je nach Vereinbarung und Art der wissenschaftlichen Kooperation werden die Forschenden in den Nutzerrat zur Unterstützung der Datenauswertung eingebunden.

Interesse an einer Zusammenarbeit?

Die BIU steht Forschenden der Universität Innsbruck ebenso offen wie externen wissenschaftlichen Partner:innen.

Besonders willkommen sind Projekte, die

  • neurowissenschaftliche Bildgebung mit innovativen Forschungsfragen verbinden,
  • multimodale Messverfahren einsetzen,
  • neue experimentelle Paradigmen entwickeln,
  • Gesundheit und Prävention über die Lebensspanne untersuchen oder
  • unterschiedliche Disziplinen und Methoden zusammenbringen.

Aber wir sind natürlich auch sehr offen für die Unterstützung anderer Messprojekte, z.B. zur Untersuchung von Gegenständen, Materialien oder Geräten.  

Kontaktieren Sie uns frühzeitig – idealerweise bereits während der Entwicklung Ihrer Forschungsfrage. Gemeinsam klären wir, welche Methoden, Services und Zugangsmodelle für Ihr Projekt geeignet sind.

 

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