Seminarraum mit zahlreichen Menschen

Vertreter:innen zahlreicher Hochschulen und Forschungseinrichtungen waren für die Tagung nach Innsbruck gekommen. 

Wiki­pe­dia: Wis­sen sicht­bar machen

Am 7. und 8. Mai 2026 fand an der Universität Innsbruck die Tagung „Wissen sichtbar machen mit Wikipedia“ statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Potenziale die Wikipedia und ihre Schwesterprojekte für Wissenschaftskommunikation bieten und wie Hochschulen und Forschungseinrichtungen die Weiterentwicklung der Online-Enzyklopädie unterstützen können.

Nach der erfolgreichen Tagung „Enhancing the Voice of Science on Wikipedia" im April 2024 lud das Kommunikationsteam der Universität Innsbruck gemeinsam mit UniPR – dem Netzwerk der Kommunikator:innen aller österreichischen öffentlichen Universitäten – erneut nach Innsbruck ein. Rund 30 Teilnehmer:innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum tauschten Erfahrungen und Strategien rund um Wikimedia-Projekte aus.

Potenziale freien Wissens

Die Tagung "Wis­sen sicht­bar machen mit Wiki­pe­dia" machte deutlich, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, wenn öffentliche Institutionen Wikipedia nicht nur als Informationsquelle, sondern als aktives Kommunikationswerkzeug begreifen. Ob TerraX-Erklärclips mit Millionen Aufrufen, Museumsobjekte, die dank freier Lizenzen weltweit verbreitet werden, oder sorgfältig überarbeitete Artikel zu wissenschaftlichen Themen, die Beispiele zeigten, welche Reichweite gezieltes Engagement entfalten kann. Dabei stand immer auch die enge Zusammenarbeit mit der Wikipedia-Community im Mittelpunkt.

zahlreiche Personen stehen in einer Gruppe und blicken in die Kamera

Die Tagung in Innsbruck bot den Teilnehmer:innen viel Raum für Erfahrungsaustausch und Vernetzung. 

Ein zentrales Thema war die Lizenzierung der Inhalte: Creative-Commons-Lizenzen ermöglichen die Nachnutzung in Wikipedia und darüber hinaus. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Weg dorthin – etwa bei der Rechteklärung für Bild- und Videomaterial – oft aufwendig ist und institutionelle Prozesse angepasst werden müssen.

Wikipedia im Wandel

Die Tagung beleuchtete auch den gewandelten Stellenwert der freien Enzyklopädie: Wikipedia ist heute nicht nur Nachschlagewerk, sondern eine zentrale Datenquelle für KI-Systeme, was ihre Qualität und Verlässlichkeit umso wichtiger macht. Andererseits gilt in der deutschsprachigen Wikipedia seit Februar 2026 ein striktes KI-Verbot, auch für maschinelle Übersetzungen. Diese Entwicklungen einzuordnen und daraus Potentiale für die Zusammenarbeit zwischen Wikipedia-Autor:innen und Bildungseinrichtungen abzuleiten, standen ebenfalls im Zentrum der Gespräche.

Zusammenarbeit konkret

Praxisnah diskutiert wurden bewährte Kooperationsmodelle zwischen der Wikipedia-Community und Institutionen wie GLAM-Partnerschaften, das Format „Wikipedian in Residence“ oder die Bereitstellung von Archivmaterialien auf Wikimedia Commons. Auch das Barcamp zu Beginn der Tagung zeigte den Bedarf an konkretem Austausch – von Einstiegstipps für neue Autor:innen über den Umgang mit Angriffen und unseriösen Quellen bis hin zu Fragen der institutionellen Strategie.

Die Universität Innsbruck entwickelt sich zu einem festen Ort im Wikipedia-Kosmos: Nach der diesjährigen Tagung folgt im nächsten Jahr die FemNetzCon, ein weiteres Zeichen für die wachsende Bedeutung der Universität als Partnerin der Wikimedia-Community.

    Nach oben scrollen