KI ist weit mehr als ein technisches Hilfsmittel, richtig eingesetzt kann sie für den Unternehmenserfolg entscheidend sein. Ein bekanntes, fast schon historisches Beispiel dafür ist der Streaming-Anbieter Netflix, der 1997 als DVD-Verleih gegründet, vor rund 20 Jahren die Bedeutung von KI-Entwicklung erkannte und mit dem Netflix-Preis einen Wettbewerb ausschrieb, der wesentlich zur Erforschung von Empfehlungssystemen beitrug, die das aktuelle, höchst erfolgreiche Geschäftsmodell prägen. Der Einsatz von KI ist heute aber längst nicht nur mehr für große Konzerne von Bedeutung, sie kann Geschäftsprozesse in Unternehmen und Institutionen optimieren, aber auch Forschungsvorhaben erleichtern und Innovationen anstoßen. Vielfach fehlt es aber sowohl am Know-how als auch an der Infrastruktur, um KI-Lösungen aufzusetzen. An diesem Punkt setzt die AI:AT an. „Wir von AI:AT bieten unabhängige Beratung von der ersten Idee bis zur Umsetzung, aber auch zielgerichtete Lernangebote sowie Zugang zu souveräner Infrastruktur an. Außerdem verstehen wir uns als Netzwerk, um die richtigen Partner für die jeweiligen Ideen zu vermitteln", erklären Ruth Breu, Radu Prodan und Julian Just vom am Institut für Informatik angesiedelten Innsbrucker Team.

Radu Prodan, Julian Just und Ruth Breu (v.l.) sind für das Projekt AI Factory Austria in Innsbruck verantwortlich.
Neben Trainings und der Bereitstellung von großen Rechenkapazitäten will die österreichische KI-Fabrik vor allem eines: Unternehmen und Forschende bei der Entwicklung eigener, ambitionierter KI-Projekte unterstützen. Die wichtigste Botschaft dabei: KI einfach einzusetzen, nur weil andere es tun, reicht nicht aus. „Entscheidend ist, dass der Einsatz auf tatsächlichen Geschäftsanforderungen basiert, die Stärken und Risiken der Technologie berücksichtigt und gemeinsam mit den Nutzenden in deren Alltag implementiert wird”, erklärt der lokale Koordinator Julian Just. AI:AT ist weder ein klassischer IT-Dienstleister, der fertige Software oder KI-Produkte verkauft, noch ein reiner Forschungsverbund. Es ist auch kein Produktentwickler für individuelle Firmenlösungen, sondern setzt auf gemeinsame Entwicklung und Kompetenzaufbau. Es ersetzt somit keine bestehenden Marktangebote, sondern ergänzt das Ökosystem gemeinsam mit starken Partnern. Die Projektbegleitung durch Mitglieder von AI:AT ist für KMU, Startups, Forschungseinrichtungen und öffentliche Institutionen kostenlos, Workshops und Webinare auch. „Profitieren können alle, die vor komplexen Herausforderungen stehen, etwa wenn es um die Analyse großer Datenmengen oder die Entwicklung maßgeschneiderter KI-Lösungen geht", erklärt Julian Just.
Archäologie trifft Technologie
Ein Projekt, das aktuell von AI:AT begleitet wird, ist DiDo Vision – eine Anwendung, die visuelle Muster in archäologischen Funden, insbesondere in Grabungsbildern und Steinstrukturen, automatisiert erkennt und auswertet. So lassen sich aufwendige manuelle Arbeitsschritte in der Dokumentation und Analyse deutlich reduzieren, wodurch Archäolog:innen wertvolle Zeit für Interpretation und Forschung gewinnen. „Solche Projekte zeigen, wie vielseitig der Einsatz von KI in Forschung und Praxis hier in Tirol sein kann. AI:AT unterstützt das Projekt beim Trainieren des KI-Models auf souveräner High Performance Computing Infrastruktur", so Julian Just über den aktuellen Use Case.
Das Innsbrucker Team
Das Innsbrucker Team von AI:AT hat sich zum Ziel gesetzt, Westösterreichs „Startrampe für KI-Innovation" zu sein. Das bedeutet vor allem, direkt vor Ort als Ansprechpartner mit wissenschaftlichem Hintergrund da zu sein – mit kurzen Wegen, persönlichen Kontakten und einem tiefen Verständnis für die regionalen Bedürfnisse von Unternehmen und Forscher:innen. Die Ansprechpartner:innen sind:
Univ.-Prof. Ruth Breu ist Dekanin der Fakultät für Mathematik, Informatik und Physik an der Universität Innsbruck und leitet dort am Institut für Informatik das Forschungsteam Quality Engineering. Ihr Fokus liegt darauf, wie KI-Systeme sicher, zuverlässig und qualitativ hochwertig entwickelt werden können – ein entscheidender Faktor, wenn es um den Einsatz von KI in kritischen Bereichen geht.
Univ.-Prof. Radu Prodan ist AIM:AT-Stiftungsprofessor für Edge AI am Institut für Informatik. Er beschäftigt sich mit Methoden und Technologien für intelligente verteilte Geräte. Er führt Projektkooperationen in der Region und im EU-Kontext mit Fokus auf verteiltes Lernen durch.
Julian Just, PhD ist KI- und Innovations-Experte und zentraler Ansprechpartner des AI:AT Teams in Innsbruck. Neben seiner Tätigkeit für AI:AT forscht er als Postdoktorand seit Jahren an der Universität Innsbruck im Bereich Innovationsmanagement – also daran, wie neue Ideen erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden.
