Mit dem Beitritt Österreichs zur European Research Infrastructure for Heritage Science (E-RIHS ERIC) wird ein langjähriges Engagement der Universität Innsbruck auf europäischer Ebene sichtbar. Bereits im Vorfeld war die Universität aktiv an der Plattform „Heritage Science Austria" beteiligt, einem Zusammenschluss von Institutionen, die im Bereich der Erhaltung von Kulturgut arbeiten und gemeinsam das Ziel verfolgten, sich auch international zu vernetzen. Mit dem nun vollzogenen Beitritt Österreichs ist dieses Ziel erreicht.
Innsbrucker Expertise für Kulturerbe-Forschung
An der Universität Innsbruck sind drei Einrichtungen im nationalen Konsortium E-RIHS.at vertreten: der Arbeitsbereich für Materialtechnologie mit seiner Arbeitsgruppe Denkmalpflege, das Institut für Archäologien im Bereich Restaurierung sowie das Institut für Mineralogie und Petrographie. Gemeinsam decken sie ein breites Spektrum an Kompetenzen ab, von der materialwissenschaftlichen Untersuchung historischer Bausubstanz über restaurierungswissenschaftliche Methoden bis hin zur mineralogischen Analyse von Kulturdenkmälern. Damit leisten sie einen zentralen Beitrag zur interdisziplinären Ausrichtung von E-RIHS ERIC, die naturwissenschaftliche, geisteswissenschaftliche und technologische Ansätze gezielt zusammenführt.
Was ist E-RIHS ERIC?
E-RIHS ERIC ist die europäische Forschungsinfrastruktur für Heritage Science. Sie bietet Forschenden und Kulturerbeinstitutionen Zugang zu hochentwickelten Analyseverfahren, Laboren, digitalen Ressourcen sowie international vernetzter Expertise. Ziel ist es, innovative Möglichkeiten zur Untersuchung und Bewahrung von Kunstwerken, Denkmälern, Sammlungen und archäologischen Objekten zu schaffen. Die Mitgliedschaft bringt für österreichische Forschende konkrete Vorteile: besseren Zugang zu internationalen Kooperationen, spezialisierte Untersuchungsmethoden und eine europaweit vernetzte Infrastruktur. Davon profitieren neben Universitäten auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Museen, Archive, Bibliotheken sowie Institutionen der Denkmalpflege.
Österreich als Gründungsmitglied
Österreich ist dem Konsortium über das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) beigetreten. Die Koordination auf nationaler Ebene übernimmt das Konsortium E-RIHS.at unter der Leitung des Österreichischen Archäologischen Instituts der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Neben der Universität Innsbruck gehören die Akademie der bildenden Künste Wien, der KHM-Museumsverband, die Technische Universität Wien, die Universität für Angewandte Kunst Wien, die Universität für Bodenkultur Wien, die Universität Wien, die Universität für Weiterbildung Krems sowie das Bundesdenkmalamt dem Konsortium an.
„Mit dem Beitritt zu E-RIHS ERIC setzt Österreich ein klares Signal für internationale Spitzenforschung und für den Schutz unseres kulturellen Erbes", sagte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner anlässlich des Beitritts. „Die Mitgliedschaft eröffnet österreichischen Forschenden, Museen, Universitäten und Gedächtnisinstitutionen neue Perspektiven für europäische Kooperationen und den Zugang zu wissenschaftlicher Infrastruktur."
Angesichts wachsender Herausforderungen durch Klimawandel, Materialalterung und Digitalisierung kommt der wissenschaftsbasierten Erhaltung des kulturellen Erbes eine immer größere Bedeutung zu. Die Universität Innsbruck ist mit ihrer langjährigen Expertise in diesem Bereich gut positioniert, um zu den Antworten auf diese Zukunftsfragen beizutragen.
