Beim Projekt-Kick-off kam das wissenschaftliche Team am Institut für Geographie zusammen, um das durch die ÖAW geförderte Projekt „Water availability and use in a deglaciated Ötztal: A co-creative development of a common vision for the future“ (CoWaVis) inhaltlich und organisatorisch zu starten. Das Team setzt sich aus Forschenden aus dem Bereich der Humangeographie und der Hydrologie zusammen. Aus den unterschiedlichen fachlichen Blickwinkeln werden sowohl hochauflösende schneehydrologische Simulationen als auch der aktuelle und zukünftige Stand der Wasserbilanz, also die lokale Verfügbarkeit von Wasser, untersucht, als auch die aktuelle Nutzung des verfügbaren Wassers erhoben. Hierbei werden sowohl direkte Nutzungen (Entnahmen) aus auch indirekte Nutzungen über den Verbleib im Naturraum (bspw. Wellbeing, Freizeit und Tourismus) berücksichtigt.
In diesem Zusammenhang sollen im Sinne der Umweltgerechtigkeit wasserbezogene Konflikte identifiziert und im weiteren Verlauf auf Basis der Daten ko-kreativ eine gemeinsame Vision entwickelt, die den Wasserbedarf aller Beteiligten berücksichtigt, um eine bedürfnisorientierte, gerechte Zukunftsvision der Wassernutzung im Ötztal zu entwickeln. Ziel ist der Aufbau transdisziplinären Wissens und die Etablierung eines ko-kreativen Prozesses zur Konfliktbearbeitung. Als Zukunftsimpuls dient das Szenario eines entgletscherten Untersuchungsgebiets.
Die Projektregion ist das Ötztal (Tirol, Österreich), ein ca. 65 km langes alpines Tal am Alpenhauptkamm mit derzeit noch großen Gletschern. Trotz augenscheinlichen Wasserreichtums handelt es sich um ein inneralpines Trockengebiet mit geringen Niederschlägen und entsprechendem Nutzungsdruck, der durch veränderte Wasserverfügbarkeit voraussichtlich zunimmt. Im Sinne der Agenda 2030 wird eine vorausschauende Bedarfsanerkennung und Verteilung angestrebt, um Konflikte zu vermeiden und Lebensqualität zu sichern. Als Teil der LTSER „Tiroler Alpen“ bietet das Tal eine geeignete Infrastruktur und Wissensbasis für die ko-kreative Entwicklung einer umweltfreundlichen, gerechten und nachhaltigen Vision für Wasser.
Das Projekt wird von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) im Rahmen des Earth System Science Calls gefördert.
Mehr Informationen: https://www.uibk.ac.at/en/geography/projects/cowavis/
