Schüler:innen sitzen in Klassenzimmer

Lebhafte Diskussion bei einem Workshop am BG/BRG Sillgasse in Innsbruck

Jugend­li­che gestal­ten die Ener­gie­wende mit

Das Sparkling-Science-Projekt „WattsAhead“ vermittelt positive, stärkende Klimabildung an Jugendliche und bringt dabei Forschung, Schulen und regionale Akteur:innen zusammen. Kürzlich wurde das zweite Projektjahr abgeschlossen.

Wie kann Klimabildung Jugendliche stärken, anstatt sie zu überfordern? Und wie können junge Menschen erleben, dass Energiewende nicht nur ein abstraktes Zukunftsthema ist, sondern bereits heute konkret gestaltet wird? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Sparkling-Science-Projekt „WattsAhead – Energiekompetent in die Zukunft“ der Physikdidaktik der Universität Innsbruck (Judith Flatscher und Thomas Schubatzky) gemeinsam mit der Universität Graz.

300 Jugendliche erreicht

Im zweiten Projektjahr arbeiteten insgesamt rund 300 Schüler:innen aus Tirol und der Steiermark gemeinsam mit ihren Lehrpersonen, Forschenden und regionalen Stakeholdern an Fragen rund um Energie, Klimawandel und gesellschaftliche Zukunftsgestaltung. Ziel des Projekts ist es, Jugendlichen authentische Einblicke in die Energiewende zu ermöglichen und gemeinsam Handlungsoptionen für ihre eigene Zukunft zu entwickeln.

Im Zentrum standen dabei Workshops, Experimente und Diskussionen, die bewusst nicht nur Wissen vermitteln sollten, sondern auch Hoffnung, Selbstwirksamkeit und Zukunftsperspektiven stärken. Forschungsseitig untersucht das Projekt unter anderem, wie sich sogenannte „kognitive Hoffnung“, Resilienz im Umgang mit dem Klimawandel sowie Handlungsintentionen durch konkrete Good-Practice-Beispiele und aktive Beteiligung verändern können.

Experimente im Lernlabor der Uni Innsbruck

Ein wichtiger Bestandteil war der Besuch des Lernlabors an der Universität Innsbruck. Dort experimentierten die Jugendlichen unter anderem mit Windrädern, Wasserkraftwerken, Photovoltaikanlagen und Energiespeichern. Gemeinsam diskutierten sie Chancen, Herausforderungen und Zielkonflikte der Energiewende und entwickelten kreative Lösungen für eine fiktive Insel, die ihre Energieversorgung nachhaltig gestalten sollte.

Besonders eindrücklich war dabei für viele Jugendliche die Begegnung mit konkreten Praxisbeispielen. Im Rahmen des Projekts setzten sie sich etwa mit der deutschen Kommune Saerbeck auseinander, die als Vorzeigebeispiel für eine erfolgreiche lokale Energiewende gilt. Die Schüler:innen entwickelten eigene Fragen zur Umsetzung der Energiewende, die anschließend in einem Online-Interview mit Johannes Dierker, Geschäftsführer der Jugendbildungsstätte Saerbeck, beantwortet wurden.

 

Jugendliche sitzen um einen Laptop, auf dem ein Videocall läuft.

Schüler:innen im Gespräch mit einem der Stakeholder

Darüber hinaus richteten die Jugendlichen eigene Fragen an regionale Stakeholder aus Tirol und der Steiermark. Dabei interessierten sie sich unter anderem dafür ...

... welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden,

... welche Herausforderungen bestehen und

... wie unterschiedliche Akteur:innen konkret an der Energiewende arbeiten.

Die Rückmeldungen ermöglichten nicht nur authentische Einblicke in verschiedene Berufsfelder und gesellschaftliche Perspektiven, sondern wurden von vielen Jugendlichen auch als Zeichen besonderer Wertschätzung wahrgenommen.

Positives Feedback der Beteiligten

Die Rückmeldungen aus dem Projekt zeigen, dass insbesondere vier Aspekte für die Jugendlichen prägend waren: das eigenständige Experimentieren im Lernlabor, die Begegnung mit engagierten Stakeholdern, die positiven Beispiele aus Saerbeck sowie die Erkenntnis, dass auch junge Menschen selbst etwas bewegen können. Auch die beteiligten Lehrpersonen und Stakeholder ziehen eine positive Bilanz. Besonders hervorgehoben wurde die Vielfalt der eingebrachten Perspektiven sowie der produktive Austausch zwischen Wissenschaft, Schule und Praxis. Wir bedanken uns bei allen beteiligten Schüler:innen, Lehrkräften, der Klimakommune Saerbeck sowie allen beteiligten Stakeholdern!

(Thomas Schubatzky)

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