Porträtfoto vor einem Roll-up des FWF

Ivan Mazhaev wird sich in seiner Dissertation mit Texten aus dem Spätmittelalter beschäftigen.

Ivan Mazhaev erhält DOC-Sti­pen­dium der ÖAW

Der Mediävist Ivan Mazhaev wird in den kommenden drei Jahren an der Universität Innsbruck im Rahmen seiner Dissertation die Bedeutung von Albrecht von Eyb erforschen. Der bisher nur wenig beachtete Albrecht von Eyb war eine Schlüsselfigur in der Herausbildung des deutschen Humanismus im Spätmittelalter, der bekanntere Autoren wie Erasmus maßgeblich beeinflusste.

Der Mediävist Ivan Mazhaev hat seinen Master an der Moskauer Hochschule für Wirtschaftswissenschaften (Higher School of Economics) absolviert. Sein Forschungsschwerpunkt umfasst neulateinische und deutsche Literatur der Spätmittelalter- und Frühneuzeit, humanistische Kultur sowie die Geschichte der Rhetorik. 

In den nächsten drei Jahren arbeitet Ivan Mazhaev am Institut für Klassische Philologie und Neulateinische Studien der Universität Innsbruck an der Dissertation „Albrecht von Eyb and the Rhetorical Community of German Humanists in the Fifteenth Century“. Im Mittelpunkt der Forschung steht eine der ersten Figuren des deutschen Humanismus des 15. Jahrhunderts: Albrecht von Eyb (1420–1475), der eine kleine, aber vielfältige Sammlung von Schriften hinterlassen hat. 

Während das humanistische Erbe späterer Autoren des 16. Jahrhunderts wie Erasmus von Rotterdam, deren Gemeinschaft sich zu dieser Zeit zunehmend institutionalisiert hatte, in der Geschichtsschreibung gut erforscht ist, bilden Albrecht von Eyb und andere oft wenig beachtete deutsche Humanisten dennoch einen entscheidenden Übergang in der Entwicklung der deutschen und europäischen Literatur. Dies wurde maßgeblich durch die Herrschaft der Rhetorik unter der gebildeten und schöpferischen Elite dieser Zeit bedingt. Deshalb besteht das Ziel des Projekts besteht darin, Netzwerke von Bekanntschaften, kreativen Kontakten und Diskursen in den Texten der frühen deutschen Humanisten und des Umfelds Albrecht von Eybs aufzudecken. Das dreijährige Stipendium der ÖAW ermöglicht es Ivan Mazhaev, dieses Projekt umzusetzen.

(Matthias Grafenauer)

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