Gruppenfoto mit Preisträgern und Modell von Höhlenlöwen in der Mitte

V.l.n.r.: LAbg. HR Prof. Dr. Josef Schöchl (Vorsitzender des Stiftungskuratoriums), Georg Pflugbeil, Msc (Laudator), Mag. Günther Nowotny (Preisträger), Prof. Dr. Frank E. Zachos, Univ.-Prof (Vortragender). Dr. Christoph Spötl (Preisträger), Rektorin Univ.-Prof. Dr. Veronika Sexl (Laudatorin), Dr. Robert Lindner (Museumdirektor) 

Haus der Natur zeich­net Chris­toph Spötl aus

Der Innsbrucker Geologe Christoph Spötl erhielt am 27. März als einer von zwei Preisträgern den Haus-der-Natur-Preis für die naturwissenschaftliche Erforschung des Bundeslandes Salzburg. An der Festveranstaltung im Vortragsaal des Museums nahmen zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit teil. 

Der „Haus-der-Natur-Preis für die naturwissenschaftliche Erforschung des Bundeslandes Salzburg“ ist ein Anerkennungspreis für langjährige Arbeiten zur naturwissenschaftlichen Landedokumentation. Er basiert auf einer von Stadt und Land Salzburg im Jahr 1968 ins Leben gerufenen Stiftung und wird in unregelmäßigen Abständen ausgeschrieben.

In diesem Jahr wurden Univ.-Prof. Dr. Christoph Spötl und Mag. Günther Nowotny ausgezeichnet. Christoph Spötl wurde insbesondere für seine bedeutenden und jahrzehntelangen Arbeiten zur Umwelt- und Klimageschichte geehrt, die auf Untersuchungen in Salzburger Höhlen basieren. Günther Nowotny erhielt die Auszeichnung für seine umfassenden Beiträge zur botanischen Landesdokumentation sowie im angewandten Naturschutz, dazu zählt unter anderem der Aufbau der Salzburger Biotopkartierung.

Die Veranstaltung unterstrich einmal mehr die große Bedeutung langfristiger naturwissenschaftlicher Forschung für das Verständnis und den Schutz der regionalen Umwelt, eröffnet wurde sie von LAbg. HR Prof. Dr. Josef Schöchl und Direktor Dr. Robert Lindner. Danach folgte ein Festvortrag von Prof. Dr. Frank Zachos (Naturhistorisches Museum Wien) mit dem Titel „Von Mammuts und Menschen – Artensterben und Biodiversitätsverlust gestern und heute“.

Zur Person

Univ.-Prof. Dr. Christoph Spötl ist Professor für Quartärgeologie an der Universität Innsbruck. Er ist wirkliches Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Im Rahmen seiner Forschungstätigkeit leitete Spötl hydrogeologische Untersuchung am Untersberg (Fürstenbrunner Quelle) und im Höhlensystem des – auch touristisch genutzten Lamprechtsofens. Spötl war viele Jahre Präsident des österreichischen Höhlenforscherverbandes und arbeitete eng mit lokalen Speläologen zusammen. Unter anderem barg er aus Höhlen des Untersbergs über 400 000 Jahre alte Knochen von Fledermäusen. Ein zentraler Ort seiner Forschungen war und ist die Eisriesenwelt, wo er sich unter anderem mit dem Höhlenklima sowie mit der Frage beschäftigte, welche Informationen über die Klimageschichte im Eis und in den Tropfsteinen dieser Höhlen gespeichert sind. Er untersuchte, wann und wie weit das Mammut während des letzten Glazials in die Alpentäler vorgedrungen war, und leitete ein interdisziplinäres Team, das ein fossilführendes Vorkommen in einer Schottergrube im Salzachtal zwischen St. Johann und Schwarzach (Halldorf) erforschte. Seine Arbeiten ermöglichten wichtige Einblicke in die Klima- und Vegetationsentwicklung vor dem Höhepunkt der letzten Eiszeit.

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