Porträtfoto von Franz Hillebrand

Franz Hillebrand (vermutlich 1902)

Erin­ne­rung an Franz Hil­le­brand

Vor 100 Jahren – im April 1926 – ist Franz Hillebrand, ein Wegbereiter der experimentellen Psychologie, verstorben. Er war Begründer des Instituts für Philosophie an der Universität Innsbruck und hat wesentliche Beiträge zur Wahrnehmungspsychologie geleistet.

Franz Hillebrand (1863-1926), unter anderem Schüler des Philosophen Franz Brentano und des Physikers Ernst Mach, wurde 1896 als Professor der Philosophie aus Wien an die Universität Innsbruck berufen und hat hier 1897 das Institut für (Experimentelle) Psychologie begründet, eines der ersten im deutschsprachigen Raum, keine zwanzig Jahre nach der Leipziger Gründungsinitiative von Wilhelm Wundt.

Hillebrands Forschungen zur Wahrnehmungspsychologie, unter anderem seine „Alleeversuche“ sind bis heute unter dem Titel „Hillebrand-Blumenfeld-Experimente“ Teil des Fachdiskurses. Auch seine Scheinbewegungsversuche werden bis heute auf einer Ebene mit den analogen Forschungen der Berliner Gestaltpsychologen Max Wertheimer oder Wolfgang Köhler diskutiert.

Mit seinen bahnbrechenden, unter bescheidensten Rahmenbedingungen durchgeführten Versuchsreihen legte Hillebrand auch den Grundstein für die weltweit bekannten „Innsbrucker Umkehrbrillenversuche“ seiner Nachfolger Theodor Erismann und Ivo Kohler.

Am 24. April vor 100 Jahren ist Franz Hillebrand in Innsbruck verstorben. Ausgewählte Schriften zur Wahrnehmungspsychologie und Erkenntnistheorie von Hillebrand wurden 2021 von Pierre Sachse und Peter Goller herausgegeben. Aktuell ist ein Bericht der beiden zum Begründer der Innsbrucker Psychologie in der Psychologischen Rundschau erschienen.

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