Die Ausstellung am Waldcampus in Traunkirchen basiert auf aktuellen Forschungsergebnissen des inter- und transdisziplinären Projekts Hydrological Impact of Historical Land Use and Climate (HILUC) und macht sichtbar, wie stark historische Eingriffe in Waldökosysteme bis heute nachwirken. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der sogenannten Streunutzung – einer früher weit verbreiteten Praxis, bei der organische Auflage wie Nadeln, Laub und Humus aus dem Wald entnommen wurde. Diese Nutzung führte langfristig zu Veränderungen der Bodenstruktur und beeinflusst bis heute die Wasseraufnahmefähigkeit und die Nährstoffversorgung von Waldböden.
Das am Institut für Geographie der Uni Innsbruck geleitete Projekt hat diese Zusammenhänge mit einem innovativen methodischen Ansatz untersucht: Auf Versuchsflächen wurden historische Nutzungsformen experimentell rekonstruiert und mittels groß angelegter Beregnungsversuche analysiert. Ziel war es, den Einfluss auf Wasserabfluss und Speicherung unter Starkniederschlagsbedingungen besser zu verstehen. Ergänzt wurden diese Experimente durch historische Analysen, moderne Messverfahren zur Erfassung von Bodenfeuchte und Mikroklima sowie umfangreiche Bodenanalysen.
Die Ausstellung präsentiert das Forschungsprojekt mit anschaulichen Materialien wie Karten, Fotografien und historischen Dokumenten und präsentiert ausgewählte Ergebnisse. Die Posterausstellung richtet sich sowohl an das Fachpublikum als auch an die interessierte Öffentlichkeit und ist bis 13. Mai 2026 am Waldcampus Traunkirchen zu sehen und kann zu den regulären Öffnungszeiten kostenfrei besucht werden.
