Als gemeinsames Angebot zweier Partneruniversitäten der Aurora European Universities Alliance ist das Microcredential Understanding Europe nicht nur fachlich innovativ, sondern auch ein operativer „Proof of Concept“ für gemeinsam entwickelte, durchgeführte und vergebene europäische Bildungsformate.
Das englischsprachige Microcredential im Umfang von 10 ECTS Credits verbindet die Lehrveranstaltung Perspectives on Europe in a Global Context der Universität Innsbruck mit dem Kurs Challenges in Europe der Universität Duisburg-Essen. Beide Lehrveranstaltungen sind durch eine enge Zusammenarbeit von Lehrenden mehrerer Aurora-Partneruniversitäten geprägt, so sind auch Lehrende der Université Paris-Est Créteil (UPEC), der Palacký-Universität Olomouc (UPOL), der Vrije Universiteit Amsterdam (VU) sowie der Università degli Studi di Napoli Federico II (UNINA) aktiv in die Lehre eingebunden. Diese transnationale Kooperation der Lehrenden macht den europäischen Mehrwert des Formats unmittelbar erfahrbar.
Inhaltlich setzt das Microcredential auf interdisziplinäre, kompetenzorientierte Lehre und adressiert zentrale gesellschaftliche Herausforderungen Europas in einem globalen Kontext – von nachhaltiger Entwicklung über Governance-Fragen bis hin zu Interkulturalität, kritischem Denken und Problemlösungskompetenzen (vgl. Aurora Competence Framework LOUIS). Durch die Einbindung unterschiedlicher wissenschaftlicher Perspektiven aus mehreren europäischen Hochschulsystemen profitieren Studierende von einer besonderen inhaltlichen Breite, vergleichenden Zugängen und einem vertieften Verständnis europäischer Vielfalt.
„Understanding Europe ermöglicht Studierenden den Erwerb von Kompetenzen, unterschiedliche europäische Narrative, politische Ordnungen und globale Verflechtungen kritisch zu analysieren und einzuordnen“, betont Univ.-Prof. Dr. Silke Meyer, Lehrveranstaltungsleiterin an der Universität Innsbruck. „Gerade die Zusammenarbeit von Lehrenden aus mehreren Aurora-Universitäten zeigt den Studierenden ganz konkret, wie europäische akademische Kooperation funktioniert und welchen Mehrwert sie für Lehre und Lernen bietet.“ Angesichts aktueller gesellschaftlicher und politischer Umbrüche seien diese Kompetenzen essenziell, um verantwortungsvoll an der Gestaltung Europas mitzuwirken.
Auch Prof. Florian Freitag von der Universität Duisburg-Essen unterstreicht den Mehrwert des gemeinsamen Formats: „Das gemeinsame Microcredential zeigt, wie europäische Hochschulen ihre Expertise bündeln können, um Studierenden nicht nur den Erwerb von Wissen, sondern auch den Erwerb konkreter Handlungskompetenzen für komplexe Herausforderungen wie Nachhaltigkeit, Migration oder soziale Kohäsion zu ermöglichen.“ Die enge Verzahnung von Online-Lehre und Kurzzeitmobilität ermöglicht dabei echte europäische Lernerfahrungen.
Über die inhaltlichen Lernergebnisse hinaus kommt dem Microcredential eine strategische Bedeutung zu. Als gemeinsam konzipiertes und vergebenes Aurora-Microcredential markiert Understanding Europe einen wichtigen Schritt hin zur operativen Umsetzung eines Europäischen Bildungsraums. Die Universität Innsbruck fungiert dabei als ausstellende Institution und übernimmt – im Sinne eines abgestimmten Aurora-Verfahrens – die Zertifizierung für alle teilnehmenden Studierenden, unabhängig von ihrer Heimuniversität.
Vizerektorin für Lehre und Studierende, Janette Walde, sieht darin ein starkes Signal: „Dieses Microcredential ist ein konkretes Beispiel dafür, wie europäische Hochschulallianzen wie Aurora über politische Zielsetzungen hinaus wirksam werden können. Gemeinsame Lehrkonzepte, kooperierende Lehrendenteams über mehrere Universitäten hinweg, transparente Qualitätssicherung und offene Zugänge für Studierende aller Partneruniversitäten sind zentrale Bausteine eines gelebten Europäischen Bildungsraums.“
Mit Understanding Europe demonstrieren die Aurora-Universitäten, wie europäische Kooperation in der Lehre nicht nur visionär gedacht, sondern auch didaktisch, organisatorisch und institutionell erfolgreich umgesetzt werden kann. Das Microcredential fungiert damit als Referenzmodell für künftige gemeinsame Bildungsangebote innerhalb der Aurora European Universities Alliance – und als Beitrag zu einer offenen, vernetzten und gesellschaftlich wirksamen Hochschulbildung in Europa.
Für Rückfragen steht das Team Lehr- und Lernformate der Universität Innsbruck gerne unter aurora-courses@uibk.ac.at zur Verfügung.
