Teilnehmer*innen des Kick-off-Workshop des neuen transdisziplinären Projekts GeoEN-Inntal

Die Teilnehmer*innen des Kick-off-Workshop des neuen transdisziplinären Projekts „GeoEN-Inntal“.

Erd­wärme nutz­bar machen

Neues transdisziplinäres Projekt zu Potentialen und Herausforderungen der Erschließung von Geothermie: In einem Verband unter der Projektleitung der Geologischen Bundesanstalt und unter Mitwirkung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sowie der Institute für Geologie und Geographie der Universität Innsbruck werden gemeinsam mit regionalen Unternehmen, Kommunen und Organisationen und der Bevölkerung die Möglichkeiten, Bedenken und Hindernisse zur Nutzbarmachung von Erdwärme im Unterinntal erforscht.

Am 8. November 2022 fand der Kick-off-Workshop des neuen transdisziplinären Projekts „GeoEN-Inntal: Integratives geothermisches Energiepotential im östlichen Inntal: Eine Demoregion für eine robuste geothermische Energieversorgung in den Alpenregionen“ statt. Das Projekt wird aus Mitteln des Earth System Sciences Förderprogramms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften finanziert. Alpenregionen profitieren einerseits von vor Ort verfügbaren erneuerbaren Energien wie Biomasse oder Wasserkraft, die jedoch begrenzt und oftmals mit problematischen ökologischen Auswirkungen verbunden sind. Zudem stehen in Gebieten mit ausgeprägter Topographie nur begrenzt Freiflächen für die Gewinnung erneuerbarer Energie zur Verfügung. Die Nutzung der Geothermie in ihrem gesamten technologischen Spektrum (oberflächennah bis tief) kann dazu beitragen, die Energiegewinnung von der Oberfläche in den geologischen Untergrund zu verlagern. Da die Nutzung der Geothermie auch weitere entscheidende Versorgungsvorteile, wie Stabilität und das weitgehende Fehlen von Emissionen mit sich führt, kann sie zur Stärkung der Resilienz innerhalb des alpinen Energiesektors (Heizen, Kühlen, Produktion elektrischer Energie) beitragen.

Erdwärme im Inntal

Das Projekt GeoEN-Inntal befasst sich mit der Nutzung von Erdwärme zum Heizen, Kühlen, Wärmespeichern und zur Stromerzeugung in alpinen Siedlungsgebieten. In Zeiten des Klimawandels und der erforderlichen Substitution fossiler Brennstoffe ist die Umsetzung erneuerbarer Energien unerlässlich. Auch die räumliche Bewertung von Ressourcen und möglichen Konflikten der Geothermie in ihrem gesamten technologischen Spektrum, einschließlich klein- und großtechnischer Anwendungen sowie unterirdischer Wärmespeicherung am Beispiel der Modellregion östliches Inntal (Innsbruck – Kufstein) ist ein zentrales Thema. In den vergangenen Jahren gab es mehrere lokale Initiativen zur Nutzung der Erdwärme im Inntal. Bisher fehlt jedoch eine regionale und integrative Betrachtung aller Nutzungsmöglichkeiten der Geothermie. Im Rahmen einer integrativen Untersuchung geologischer, geophysikalischer und sozioökonomischer Rahmenbedingungen im Untersuchungsgebiet soll ein besseres Verständnis geothermischer Anwendungsmöglichkeiten und deren Wechselwirkung mit gesellschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen erzielt werden.
Neben technischen Potenzialen beleuchtet GeoEN-Inntal mögliche Risiken und ungewollte gesellschaftliche sowie ökologische Auswirkungen einer zukünftig intensivierten Nutzung der Geothermie im Inntal. Die erzielten Erkenntnisse dienen als Grundlage einer gemeinsam mit regionalen Stakeholdern zu entwickelnden Strategie für den nachhaltigen Ausbau der Geothermie im östlichen Inntal bis 2040. Um einen zielgerichtete Austausch zwischen Forschung und Gesellschaft zu ermöglichen wird begleitend zu GeoEN-Inntal ein an den österreichweiten Klimarat angelehnten Bürger*innenbeirat (Energierat) aufgebaut, der auch nach Projektabschluss bestehen bleiben soll. 

Ansprechpersonen an der Universität Innsbruck
Geographie: Robert Hafner
Geologie: Hugo Ortner

(Robert Hafner)

 

 

 

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