Pro­fil

was uns ausmacht – ein Institut mit Profil

Das Institut für Islamische Theologie und Religionspädagogik ist in mehrerlei Hinsicht eine Besonderheit. Erstens ist es das erste Institut dieses Fachbereichs an Österreichs Universitäten. Die Anbindung an die Fakultät für LehrerInnenbildung stellt ein zweites Merkmal dar, welches wichtige Möglichkeiten der interdisziplinären Zusammenarbeit und für Synergien eröffnet. Dies betrifft zugleich auch die Katholische Fakultät, in deren Gebäude am Karl-Rahner-Platz unser Institut seinen Sitz hat, was die Kooperation in Lehre und Forschung und zudem die direkte Begegnung der Menschen erleichtert und fördert. Hier nur kurz erwähnt werden soll in diesem Zusammenhang das Zentrum für Interreligiöse Studien, kurz ZIRS, welches in diesem förderlichen räumlichen Kontext entstanden ist. Nicht zu vergessen sind auch die Kooperationen mit Partnerinstitutionen wie der Universität Wien und der KPH Wien/ Krems im Rahmen von Lehrveranstaltungen und Fachtagungen sowie den Universitäten in Gießen und Frankfurt am Main mit dem IMPACCT-Projekt und dem Erasmus-Austauschprogramm.

Wendet man den Blick nach innen, so repräsentieren sowohl Mitarbeitende als auch Studierende am Institut eine Pluralität an sprachlichen, kulturellen, nationalen wie religiösen Hintergründen. Daraus erwächst die Chance, einen der Grundsätze dieses Instituts und seiner Forschung und Lehre in der Praxis zu (er)leben, nämlich den hohen Stellenwert von Pluralitäts- bzw. Kontingenzsensibilität.

In den letzten Jahren konnte vieles erreicht werden, sei es die Organisation spannender fachbezogener sowie interdisziplinärer Veranstaltungen wie Vortragsreihen, Ringvorlesungen und Fachtagungen oder die Publikationen wissenschaftlicher Monografien, Sammelbände und Artikel, nicht zu vergessen die Herausgabe religionspädagogischer und interreligiöser Buchreihen sowie mit dem Forum Islamisch-Theologische Studien die erste internationale Fachzeitschrift dieser Art im deutschsprachigen Raum. Ebenso bedeutsam sind die vielen Religionslehrer:innen, die bei uns ihre Studienabschlüsse gemacht und seither den Islamischen Religionsunterricht an Österreichs Schulen auf ein höheres professionelles und wissenschaftliches Niveau gehoben haben.

Am Institut für Islamische Theologie und Religionspädagogik sind Forschung und Lehre durch mehrere übergeordnete Themenfelder geprägt. Dazu zählen die Islamische Theologie im europäischen Kontext, die Grundlagen einer pluralitätsfähigen islamischen Theologie und Religionspädagogik, die interreligiöse Religionspädagogik und -didaktik, der Islam in Alltag und Schule sowie Konflikte und Konfliktpotenziale in interreligiösen Bildungsprozessen. In all diesen Bereichen dienen die unterschiedlichen islamtheologischen Disziplinen als grundlegende fachliche Bezugs- und Referenzrahmen.

Innerhalb dieses Profils werden verschiedene Forschungsschwerpunkte verfolgt, darunter die Entwicklung neuer Konzepte der islamischen und interreligiösen Religionspädagogik und -didaktik, die Grundlagen des christlich-islamischen Dialogs aus islamischer Perspektive, der Islamische Religionsunterricht an österreichischen Schulen, Fragen der Koranhermeneutik und -didaktik, die Professionalisierung von Religionslehrer:innen, die Islamische Seelsorge sowie geschlechterbezogene Fragestellungen. Ergänzend dazu wird zu Themen der Islamischen Medizin- und Bioethik sowie zu aktuellen ethischen Herausforderungen im Spannungsfeld von Islam und Künstlicher Intelligenz, Trans- und Posthumanismus geforscht.

Bereits seit vielen Jahren transferiert das Drittmittelprojekt ISLAMPORTAL mit der Website Islamportal.at diese Schwerpunkte im Sinne der Third Mission in die Gesellschaft. Neben weiteren (interreligiösen und interdisziplinären) Forschungsprojekten in Kooperation mit anderen Instituten spiegelt sich dieses Profil auch in Dissertationsprojekten, die am Institut betreut wurden oder noch werden. Aktuelle Beispiele dafür sind die Themen Bildungsherausforderungen muslimischer Schüler:innen, Islamisch-Theologische Pluralismusansätze im Spiegel der Theorie von John Hick, Konversion zum Islam, Islamische Anthropologie und Verantwortungsethik im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz und Interreligiöse Begegnung und interreligiöses Lernen durch Musik.

Neben all dem Forschen, Arbeiten und Lehren am Institut darf das Zwischenmenschliche keinesfalls zu kurz kommen. Neben zweitägigen Institutsentwicklungstagen, die dem vertieften Austausch von Gedanken und Ideen, der Planung von Projekten sowie nicht zuletzt dem Teambuilding dienen, finden regelmäßig Institutsfrühstücke zum Semesterstart statt. Eine schöne Besonderheit sind alljährlich die Iftarabende, das gemeinsame Fastenbrechen im Ramadan, sei es mit unseren Studierenden oder im interreligiösen Rahmen mit Mitarbeitenden und Freund:innen des Instituts.

Eng mit dem Institut verbunden ist auch die Entstehung des Vereins Islamisches Forum Innsbruck, kurz IFI, im Jahr 2019. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Bildungs-, Begegnungs- und Diskursräume zu schaffen und dabei „einen offenen, kritischen und reflektierten Umgang mit dem Thema Islam zu ermöglichen“ (Islamisches Forum Innsbruck. Startseite, 2019-2026, www.islamischesforum.at, Abruf: 12.01.2026).

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