Im Sommersemester 2026 entwickelten Studierende des Bachelorstudiums Informatik im Rahmen des Proseminars Software Engineering eine prototypische Gesamtlösung zur unmittelbaren und langfristigen Beobachtung des Raumklimas in Bürogebäuden. Das System ermöglicht die Überwachung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität in verschiedenen Räumlichkeiten und warnt bei Überschreitung individuell konfigurierbarer Grenzwerte – sowohl direkt an der Sensorstation als auch über eine zentrale Webapplikation.
Die Herausforderung bestand darin, ein mehrstufiges verteiltes System zu entwickeln, das Sensordaten zuverlässig erfasst, intelligent auswertet und datenschutzkonform speichert. Da sich aus Raumklimadaten potenziell sensible Informationen wie Anwesenheitsmuster oder Gesundheitsindikatoren einzelner Mitarbeiter:innen ableiten lassen, mussten die Studierenden ein durchdachtes Datenschutzkonzept umsetzen – etwa eine Mindestbelegungsregel für Büroräume, die Auswertungen nur bei ausreichender Belegung zulässt, sowie eine strikte Rollentrennung zwischen Gebäudeadministration und Systemadministration.
Die Studierenden setzten die ClimateCanary-Sensorstationen mittels Arduino Nano 33 BLE und einem Raumumgebungssensor um, ergänzt durch ein LCD-Display, einer LED-Lampe zur schnellen visuellen Rückmeldung der Raumklimaqualität und physische Buttons zur Navigation zwischen Anzeigemodi. Ein Raspberry Pi diente als Edge-Device pro Raum, das über Bluetooth Low Energy mit den Sensorstationen kommuniziert, Grenzwertüberschreitungen robust berechnet und Messdaten in einer lokalen SQLite-Datenbank zwischenspeichert.
Die Softwarelösung beinhaltet eine moderne, responsive Webanwendung auf Basis von Java Spring Boot und ein React-Frontend mit TypeScript und PostgreSQL, die ein differenziertes Rollenmodell mit fünf Nutzerrollen – von Mitarbeiter:innen über Abteilungsleitung und höheres Management bis hin zu Gebäude- und Systemadministration – abbildet. In der Webapp können Grenzwerte konfiguriert, Verlaufsansichten eingesehen, Abwesenheiten verwaltet und firmenweite Trends beobachtet werden.
Mit ClimateCanary setzten die Studierenden ein technisch anspruchsvolles und gesellschaftlich relevantes Projekt um, das reale Herausforderungen aus IoT, Webentwicklung, Datenschutz sowie Projektmanagement praxisnah simulierte.
Proseminar Software Engineering Preis 2026
Am Montag, den 22.06.2026 präsentierten die fünf besten Studierendenteams ihre Lösungen vor einer fachkundigen Jury. Diese bewertete nicht nur das Projektergebnis, sondern auch die gesamte Projektdurchführung inklusive Projektmanagement. Die Gesamtbewertung setzte sich aus fünf Kategorien zusammen: Softwarearchitektur, Benutzungsschnittstelle, Zuverlässigkeit der IoT-Lösung, Software-Qualitätssicherung und Projektmanagement.
Die Jury, bestehend aus Dr. Andreas Doblander (Dynatrace Austria GmbH), DI Hansjörg Haller und Marius Mössmer (Translogica GmbH), Alexander Wolf und Dr. Philipp Kalb (World-Direct eBusiness solutions GmbH), Dr. Thomas Trojer (IBM Txture) und Klaus Zöggeler (INNIO Jenbacher GmbH), bewertete die Projekte und vergab Auszeichnungen in den Kategorien Gold, Silber und Bronze. Unter den fünf antretenden Teams wurden 1 Team mit Gold, 2 Teams mit Silber und 2 Teams mit Bronze ausgezeichnet. Die Jury lobte insbesondere die hohe Gesamtqualität der diesjährigen Lösungen.
