v.l. Dekanin Ruth Breu, Jörg, Radu Prodan, Vizerektorin Janette Walde, Institutsleiter Georg Moser

v.l. Dekanin Ruth Breu, Jörg Lücke, Radu Prodan, Vizerektorin Janette Walde, Institutsleiter Georg Moser

Antritts­vor­le­sung von Prof. Jörg Lücke und Prof. Radu Pro­dan

Am 29. April lud das Institut für Informatik zur Antrittsvorlesung von Prof. Jörg Lücke und Prof. Radu Prodan in den Großen Hörsaal ein. 

Jörg Lücke promovierte 2005 an der Ruhr-Universität Bochum, wo er am Institut für Neuroinformatik tätig war.

Nach seiner Promotion trat er als Senior Research Fellow der Gatsby Computational Neuroscience Unit an der UCL in Großbritannien bei. Mit Fördermitteln verschiedener Förderorganisationen gründete Jörg Lücke 2008 sein eigenes Labor an der Goethe-Universität Frankfurt und verlegte es später an die TU Berlin. Seit 2013 ist Jörg Lücke außerordentlicher Professor für Maschinelles Lernen an der Universität Oldenburg. Im Jahr 2021 erhielt er ein Angebot einer bayerischen Universität, die Professur für Theoretisches Maschinelles Lernen zu übernehmen, das er jedoch ablehnte, um eine Professur an der Universität Oldenburg anzutreten. Im Jahr 2025 wechselte Jörg Lücke als ordentlicher Professor für Informatik und Leiter des Labors für Künstliche Intelligenz an die Universität Innsbruck.

Prof. Lücke sprach in seiner Antrittsvorlesung über das Training von Big AI und Smart AI mit Big Data und Small Data. Er zeigt auf, dass künstliche Intelligenz erstmals eine echte Alternative zur menschlichen Intelligenz darstellt und große Auswirkungen auf viele Lebensbereiche hat. Besonders generative KI wirkt stark transformierend, basiert aber hauptsächlich auf großen Datenmengen und leistungsstarker Hardware, die an ihre Grenzen stoßen.

Der Vortrag zeigte Lösungsansätze: effizientere Lernalgorithmen, die große Modelle auch auf kleineren Computern schnell trainieren können, sowie leistungsfähigere Modelle für Situationen mit wenig Daten. Anwendungen werden u. a. in Bild-, Audio- und medizinischen Daten demonstriert.


Radu Prodan hat eine Stiftungsprofessur für Edge-KI am Institut für Informatik der Universität Innsbruck, Österreich, inne, die gemeinsam von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), dem Land Tirol, der Tiroler Wirtschaftskammer, dem Verband der österreichischen Industrie und zehn lokalen Unternehmen finanziert wird.

Zwischen 2018 und 2025 hatte er eine Professur für verteilte Systeme an der Universität Klagenfurt inne. Er promovierte 2004 an der Technischen Universität Wien und erhielt 2018 seine Festanstellung an der Universität Innsbruck. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen KI-Methoden und -Werkzeuge für Leistungs-, Optimierungs- und Ressourcenmanagement in verteilten und parallelen Systemen. Er hat an zahlreichen nationalen und europäischen Projekten mitgewirkt und drei europäische Projekte koordiniert, wobei er Fördermittel in Höhe von über 7,5 Millionen Euro einwarb. Er ist Autor von über 300 Publikationen und wurde dreimal mit dem IEEE Best Paper Award ausgezeichnet.

Der Titel von Prof. Prodans Antrittsvorlesung lautete "Distribute and Learn 1 Billion". Er beschreibt die enorme Ausbreitung der digitalen Welt: Rund 6 Milliarden Menschen nutzen das Internet, meist über mobile Geräte, wodurch täglich riesige Datenmengen entstehen. Moderne Hardware wie GPUs und spezialisierte Chips ermöglichen leistungsstarke KI-Systeme, die in bestimmten Aufgaben sogar besser als Menschen sind. Auch Alltagsgeräte verfügen inzwischen über hohe Rechenleistung für KI-Anwendungen.

Die vorgestellte Forschung im Bereich Edge AI konzentriert sich darauf, KI auf viele vernetzte, ressourcenbegrenzte Geräte zu verteilen. Dabei werden konkrete Industrieprojekte adressiert, etwa zur Komprimierung großer Graphdaten, zur Einhaltung von EU-KI-Vorschriften und zur Entwicklung verteilter KI-Modelle für komplexes Schlussfolgern.


Wir danke Prof. Lücke und Prof. Radu für ihre großartigen Vorträge, sowie der Vizerektorin für Lehre und Studierende Janette Walde für ihr Kommen.

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