Univ.-Ass. Mag.a Hanna Grabenberger
Zur Person

Seit Okt. 2023 | Universitätsassistentin (prae-doc) an der Universität Innsbruck, Institut für Erziehungswissenschaften; Promotion bei Prof. Dr. Erol Yıldız
Seit 2022 | Freie Mitarbeiterin als externe Trainerin bei der Beratungsstelle Extremismus
2019-Okt.2023 | Kursleitung/Trainerin bei Interface Wien, Jugendcollege StartWien
2019-2023 | Feie Mitarbeiterin im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW): Guide an der Gedenkstätte am Steinhof (NS-Medizinverbrechen), Trainerin an Schulen: Rechtsextremismusprävention und Sensibilisierung zu Antisemitismus
2022-2023 | Konzept- und Materialerstellung für das Bildungsministerium (Thema Holocaust Education für Deutsch als Fremdsprache)
2018/2019 | DaZ-Trainerin bei IKI- Internationales Kulturinstitut Wien, PROSA, und in der Polytechnischen Schule
Dissertationsprojekt
Schüler:innenperspektiven auf Religion am Repräsentationsort Schule. Veruneindeutungen und religionsbezogene Literalität.
Die Dissertation untersucht Schüler:innenperspektiven auf Religion am Repräsentationsort Schule und positioniert sich damit im Themenfeld „Religion, Schule und Jugendliche“, das seit geraumer Zeit Gegenstand öffentlicher Debatten ist. Religiöse Pluralität erscheint darin häufig implizit problematisiert, insbesondere dort, wo sie mit Migration sowie natio-ethno-kulturellen Zugehörigkeitsordnungen verknüpft wird. Solche Deutungen wirken auch in den Bildungsbereich hinein: Auf der Suche nach Erklärungen für Spannungen werden vermeintliche „Kulturkonflikte“ herangezogen, wobei Kultur und Religion zu symbolischen Mitteln der Differenzmarkierung werden. Dass diese Vereindeutigungen selbst polarisierend wirken und die Perspektiven von Jugendlichen prägen, bleibt dabei meist unbeachtet.
Vor diesem Hintergrund analysiert die Dissertation Artikulationen von Jugendlichen in Gruppeninterviews zum Themenfeld „Religion in der Schule“. Ziel ist es, zu rekonstruieren, wie Schule als institutioneller Knotenpunkt religionsbezogener Diskurse den Zugang der Befragten zum Themenfeld Religion strukturiert und wie Jugendliche diese diskursiven Rahmungen deuten, bearbeiten und mitgestalten. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Wechselseitigkeit von Subjektivierungsprozessen zwischen Individuum und Gesellschaft sowie auf der aktiven Rolle der Jugendlichen in der Mitgestaltung religionsbezogener Narrative.
Entgegen dominanten Diskursen, die Jugendliche primär als Problem- oder Risikogruppe markieren, fragt die Arbeit danach, ob und wie in ihren Artikulationen Praktiken sichtbar werden, die angenommene Differenzlinien irritieren und zugleich im Umgang mit tatsächlich wahrgenommenen Differenzen solidarisches Handeln ermöglichen. Im Zentrum stehen Praktiken der Veruneindeutungen, ohne dass ausgeblendet wird, dass manche Jugendliche Diskurse reproduzieren, die auf dichotomen „Wir–die Anderen“-Unterscheidungen beruhen. Aus den analysierten Wissensbeständen und Praktiken wird eine religionsbezogene Literalität rekonstruiert, die den reflektierten, situativen und relationellen Umgang mit Religion im schulischen Kontext beschreibt.
Forschungsinteressen
- Religion in der postmigrantischen Gesellschaft
- Migrationspädagogik
- Ideologien und Politiken der Ungleichheit
- Rassismus- und Antisemitismuskritik in der Bildungsarbeit
- Geschichte und Erinnerung an die Shoah im DaZ- und DaF-Unterricht
Veröffentlichungen
- Blaschitz, V., Perner, K., Grabenberger, H., Weichselbaum, M., Dirim, İ., & Templ, V. (2020): Die Aneignung von Deutsch als Zweitsprache im Dialekt Standard-Kontinuum, in: Zielsprache Deutsch 2/2020, 3-20.
- Dannerer, M., Dirim, İ., Döll, M., Grabenberger, H., Perner, K. R., & Weichselbaum, M. (2021): Sprachliche Variation: Grundlagen und Vorschläge für den Regelunterricht 2021, FörMig Material, Band 11. Waxmann Verlag.
- Grabenberger, Hanna (im Druck): „Gesellschaftskritik“ in der antisemitismuskritischen Vermittlung. Überlegungen in Bezug auf gesellschaftliche Bedingungen in Österreich. In: Gutfleisch, Henning; Hermert, Alexander; Rajal, Elke; Schubert, Kai E.; Walter, Vanessa (Hg.): Grenzen der Erfahrung. Gesellschaftskritische Perspektiven auf Antisemitismus und Bildung.
- Grabenberger, Hanna; Yildiz, Erol (2025). From Public Images of Islam to Everyday Muslim Practice. Religions, 16(5), 555. https://doi.org/10.3390/rel16050555.
Vorträge und Sonstige Beiträge
- Diverse Vorträge und Workshops für nicht-wissenschaftliches Fachpublikum
- Das Konzept der ›mehrheimischen Gesellschaft‹ für die antisemitismuskritische Bildungsarbeit mit Jugendlichen – Workshopbeitrag beim CFP - Workshop „Postmigration und Didaktik – Schule und Universität im Dialog“, Deutschland, Hamburg, 31. Jänner–1. Februar 2025
- (Erfahrungs-)Perspektiven und Projektionen auf Jugendliche. Einbeziehung von Erfahrungen mit rassistischer Diskriminierung in die antisemitismuskritische Bildungsarbeit - Panelbeitrag bei der „8. Jahrestagung zur Migrationsforschung in Österreich“, Innsbruck, 18.-20-Sept.2024
- Möglichkeiten Grenzen antisemitismuskritischer Bildungspraxis in Österreich mittels Perspektiven der Kritischen Theorie - Panelbeitrag bei der Konferenz „Ticketdenken – Gesellschaftskritische Perspektiven auf Antisemitismus & Bildung“, Justus-Liebig-Universität Gießen, gemeinsam mit Bianca Kämpf, 8. & 9. April 2024
Mitgliedschaften
Forschungsgruppe FIPU: Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit