ReMIGRA

Laufzeit: Oktober 2020 – Dezember 2022
ReMIGRA

Return Migration as an Interdisciplinary Research Area Using the Example of the South Tyrolean "Return Option"
Projekt
 

Rückkehrmigration, auch als Remigration oder Repatriierung bezeichnet, ist ein immer noch allzu häufig vernachlässigtes
Thema in der Migrationsforschung und Migrationsgeschichte. Dies gilt auch für jene Südtiroler MigrantInnen, die während des Zweiten Weltkriegs ihre Heimat im Rahmen der als "Option" bekannt gewordenen "freiwilligen" Ausbürgerung verließen. 1939 wurde das so genannte "Optionsabkommen" zwischen den zwei Diktatoren, Adolf Hitler und Benito Mussolini, geschlossen: Die deutschsprachige Bevölkerung Südtirols musste sich für eine Auswanderung ins Deutsche Reich  und damit für die deutsche Staatsbürgerschaft oder für den Verbleib in Italien und die Annahme der italienischen Sprache und Kultur entscheiden. Bis 1943 verließen rund 75.000 Menschen ihre Heimat, um im Deutschen Reich eine ungewisse Zukunft zu finden. Erst nach 1948 konnten diejenigen, die ins Ausland gezogen waren, den Wiedererwerb oder die Beibehaltung der italienischen Staatsbürgerschaft beantragen und legal in ihr Heimatland zurückkehren.

Die bisherige historische Forschung geht davon aus, dass etwa ein Drittel der AuswandererInnen schließlich nach Südtirol zurückkehrte. Auf Basis des vorhandenen Archivmaterials und einiger gesammelter Oral Histories möchte dieses Projekt nun ein Neubewertung der Geschichte der "Rückkehr Option" bieten. Dazu ist es unerlässlich herauszufinden, wie die spezifische Rückkehrmigration der Südtiroler Bevölkerung anhand der vorhandenen Archivfragmente, dislozierten Sammlungen und gedruckten Quellen erforscht werden kann. Aufgrund der Komplexität des Themas wird ein Ansatz mit digitalen Methoden und Technologien gewählt, um zusammengehörende, aber in verschiedenen Archiven untergebrachte Archivbestände zu identifizieren und die Geschichte der "Rückoption" zu rekonstruieren. Durch die Kombination von traditionellen und digitalen Methoden ergänzt das Projekt die bestehende Migrationsforschung und bietet Potential für zukünftige Forschungen.

Projekt-Webseite

Die Projekt-Webseite folgt in Kürze.

Projektleitung und Kontakt

assoz. Prof. Mag. Dr. Eva Pfanzelter (MA)
Institut für Zeitgeschichte
Universität Innsbruck
Innrain 52, A-6020 Innsbruck
Tel.: +43 512 507-4408
eva.pfanzelter@uibk.ac.at

Andrea Di Michele
Fakultät für Bildungswissenschaften
Universität Bozen
Regensburger Allee 16, I-39042 Brixen
Tel.: +39 0472 014372
andrea.dimichele@unibz.it

Kooperationspartner

Ein Projekt des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck in Kooperation mit der Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen in Brixen.

UIBK Zeitgeschichtelogo-uni-brixen-bildungswissenschaften

Fördergeber

gefördert von der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol

Logo Provinz Bozen


Bild: Eva Pfanzelter, ifz

 

Nach oben scrollen