„Gen­der im Trans­latori­schen Feld“ am INTRAWI

Im Rahmen der LV „Gender Studies: Gender im Translatorischen Feld“ am INTRAWI nähern sich Studierende den historischen, politischen, gesellschaftlichen und linguistischen Grundlagen der Gender Studies und setzen sich u.a. mit der Frage auseinander, inwiefern Geschlecht und Gender ein Problemfall für die Übersetzung sein können. Gastvorträge sind ein essentieller Bestandteil des Kurses.
Symbolbild: Finger
Bild: Geschlecht und Gender in der Übersetzung sind Thema einer Lehrveranstaltung am Institut für Translationswissenschaft. (Credit: Pixabay)

Seit dem Wintersemester 2018/19 findet am INTRAWI (Institut für Translationswissenschaft) der Universität Innsbruck die VU Gender Studies: Gender im Translatorischen Feld statt. Die Lehrveranstaltung unter der Leitung von Martina Mayer hat einerseits das Ziel, Studierenden der Translationswissenschaft bereits im Bachelor Werkzeuge an die Hand zu geben, die es ihnen erlauben, Kundinnen und Kunden gendergerechte Übersetzungen oder Redaktionsarbeiten zu liefern; andererseits soll der Kurs sie auch dazu befähigen, in ihrer späteren beruflichen Praxis Dienstleistungen wie Sprachberatungen anzubieten, die Auftraggeberinnen und Auftraggebern dabei helfen, das Ziel von Geschlechtergerechtigkeit in der Firmen-, Marken- oder Organisationskommunikation zu erreichen. Dass die Lehrveranstaltung gleichzeitig das Einüben einer möglichst fundierten und kritischen Auseinandersetzung mit Geschlecht und Gender auch auf anderen Ebenen zum Ziel hat, ist selbstverständlich. Im Weiteren gehört der Austausch der Studierenden mit Expertinnen und Experten, die Gender Studies aus einer anderen Wissenschaftsperspektive betrachten, zu den didaktischen Strategien des Kurses.

Mithin hat Univ.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Pöckl (ebenfalls INTRAWI) Ende November einen ersten Gastvortrag im Kurs gehalten, um die Studierenden für die unterschiedliche grammatische Ausstattung Verschiedene[r] Sprachen im Kontext von Genus und Sexus zu sensibilisieren. Diese Befassung sollte im Grunde als Vorbereitung auf einen zweiten Vortrag dienen: Anfang Dezember 2018 hat Dr. Erika Kegyes vom Institut für Sprachen und Literaturen die Studierenden im Gastvortrag Geschlecht und Gender – ein Problemfall für die Übersetzung (am Beispiel des Ungarischen) damit konfrontiert, dass die oben erwähnten Divergenzen gerade im Alltag von Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern enorme Implikationen bei der Wahl der bestgeeigneten Translationsstrategien hat. Dabei wurden Herausforderungen für Dolmetscherinnen und Dolmetscher genauso berücksichtigt wie die Schwierigkeiten, die Übersetzerinnen und Übersetzer in diesem Kontext antreffen können. Natürlich baute Erika Kegyes parallel zu dieser sprachkontrastiv aufgebauten Betrachtung eine Brücke zur allgemeinen Relevanz eines geschlechtergerechten Sprachgebrauchs und verschaffte den Studierenden des Kurses, von denen keine Ungarisch als Arbeitssprache gewählt hat, darüber hinaus einen kultursensitiven Einblick in die ungarische Gesellschaft.

Die Teilnehmerinnen der Lehrveranstaltung und die Lehrveranstaltungsleiterin danken Erika Kegyes wie auch Wolfgang Pöckl an dieser Stelle herzlich für ihr Kommen: Die beiden Gastvorträge haben es den Studentinnen erlaubt, unabhängig vom individuellen Interessensschwerpunkt innerhalb der Translationswissenschaft wertvolle Bausteine für ihren späteren beruflichen Erfolg sowie für ein nachhaltiges Wirken im Sinne der Geschlechtergleichheit mitzunehmen. Der Lehrveranstaltungsleiterin liegt abschließend weiters daran, besonders zu betonen, dass der Kurs natürlich nicht nur Studentinnen, sondern auch Studenten offensteht. Vielleicht erfüllt sich dadurch ja die Hoffnung darauf, künftig auch gemischte Gruppen in die Thematik einführen zu dürfen – etwas auf der Welt verändern kann man schließlich, so heißt es meist, nur gemeinsam.

(Martina Mayer)

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