Elek­tro-Seil­rechen gewann Nep­tun-Wasser­preis

Im Wiener Odeon Theater wurde am 13. März der Neptun-Wasserpreis in fünf Kategorien verliehen. Dabei konnte das Elektro-Seilrechen-Team des Arbeitsbereichs Wasserbau um Barbara Brinkmeier von Bundesministerin Elisabeth Köstinger den zweiten Preis in der Kategorie Forschung entgegennehmen.
Gruppenbild Preisverleihung NEPTUN Wasserpreis
Bild: Bundesministerin Elisabeth Köstinger verleiht den Neptun Wasserpreis an die Gewinner der Kategorie Forschung. (Credit: Arpad-Szamosi)

Der Neptun-Wasserpreis ist der österreichische Umwelt- und Innovationspreis zu Themen rund ums Wasser. Er wurde 1999 gegründet, um die Bedeutung der Ressource Wasser zu verdeutlichen – speziell in den Bereichen Leben, Umwelt, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft. „Wasser ist unser wichtigstes Gut. Die Preisträgerinnen und Preisträger des Neptun Wasserpreises zeigen eindrucksvoll, wie viel wissenschaftliches, wirtschaftliches, künstlerisches und persönliches Engagement es in Österreich gibt, um den verantwortungsvollen Umgang mit dieser wertvollen Ressource zu fördern“, freute sich Bundesministerin Elisabeth Köstinger anlässlich der Preisverleihung. Sie überreichte den zweiten Preis in der Kategorie Forschung an Barbara Brinkmeier und Markus Aufleger vom Arbeitsbereich Wasser an der Fakultät für Technische Wissenschaften. Das von ihnen an der Universität Innsbruck entwickelte System „HYFISH“ bietet für den Fischschutz an Wasserkraftanlagen eine einfache, aber revolutionäre Idee: Ein Elektro-Seilrechen funktioniert dabei ähnlich wie ein elektrischer Weidezaun. Die Fische erhalten ungefährliche Stromschläge im Niedrigvoltbereich. So schwimmen sie nicht in die gefährlichen Turbinen, sondern werden zur Abstiegsroute gelenkt. Das innotative System besteht aus horizontal gespannten Seilen, die im Einlaufbereich der Turbine angeordnet sind, um Fische vom Einschwimmen in den Turbinennahbereich abzuhalten. Sie werden stattdessen in den für den Fischabstieg vorgesehenen „Bypass“ geleitet. Wird an den Seilen elektrische Spannung angelegt, wird die Schutz- und Leitwirkung noch verbessert. Dieses Prinzip ist die Basis für den Elektro-Seilrechen. Die Wirkung wurde bisher in einer Reihe von ethohydraulischen Versuchen (Fischversuchen) getestet. Dabei wurden heimische Fischarten in einer Versuchsrinne mit dem Rechen konfrontiert und deren Verhalten per Videoüberwachung und Telemetrie aufgezeichnet. Außerdem wurden Versuche zur Verlegung bzw. Reinigung der Seile und zur Spanntechnik im Labor absolviert. Den nächsten Schritt stellen die Planung und der Bau von Demonstrationsanlagen an bestehenden Wasserkraftanlagen dar.

In der Gemeinde-Kategorie konnte Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi den Neptun Wasserpreis entgegennehmen. Die Tiroler Landeshauptstadt überzeugte mit dem 360°-Filmprojekt „Die Reise des Innsbrucker Wassers“ die Jury und setzte sich im österreichweiten Online-Voting gegen sechs andere Gemeinde-Projekte durch.

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