Fünf Glühbirnen in einer Reihe

Innovationsfonds Digitalisierung

Fokus 2026: Digitalisierung in der Verwaltung

Mit dem Innovationsfonds für Digitalisierung unterstützt das Rektorat Projekte, die mit pragmatischem Lösungsansatz die Herausforderungen der digitalen Transformation an der Universität Innsbruck gestalten. Im Jahr 2026 werden Projekte gefördert, welche die Digitalisierung in der Verwaltung unterstützen. Im Jahr 2025 lag der Fokus auf Digitalisierung in der Lehre. Der Innovationsfond richtet sich dabei an alle Mitarbeitenden mit Anstellung an der Universität Innsbruck (auch allgemeines Personal), die eine innovative Idee zur digitalen Transformation in den Bereichen Lehre und Weiterbildung erarbeiten oder testen möchten.

Hier finden Sie einen Überblick über die Siegerprojekte. Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie sich jederzeit an das Vizerektorat unter digital@uibk.ac.at wenden.

FACE-EFA

Facial Analysis & Classification im Fotobestand des European Forum Alpach

Das Projekt zielt darauf ab, den umfangreichen Fotobestand des Archivs des European Forum Alpbach (ca. 12.000 Bilder aus den Jahren 1945–2015) durch den Einsatz einer datenschutzkonformen, lokal betriebenen KI-Lösung zur Gesichtserkennung und -identifikation systematisch zu erschließen. 

Die Bilder werden digitalisiert, in die Fotodatenbank eingelesen und von einer KI-Lösung analysiert und mit technischen sowie semantischen Metadaten angereichert, wobei erkannte Gesichter gruppiert und identifizierten Personen zugeordnet werden können. Menschliche Bearbeiter:innen überprüfen und ergänzen diese Vorschläge. Durch kontinuierliches Training verbessert sich die Erkennungsleistung der KI laufend. Ziel ist eine effizientere Recherche, wissenschaftliche Nutzung und Publikation der Bestände, etwa über Kulturpool und Europeana. Gleichzeitig entsteht eine nachhaltige, nachnutzbare Infrastruktur für die digitale Archivarbeit an der Universität Innsbruck.


IZA

Digitale Transformation für das Innsbrucker Zeitungsarchiv

Das Innsbrucker Zeitungsarchiv (IZA) verfügt mit rund 1,5 Millionen Zeitungsartikeln über eine international einzigartige Sammlung zu Literatur, Theater und dem Literaturbetrieb im deutschsprachigen Raum. Das Projekt entwickelt ein Multi-Agenten-System, das zentrale Arbeitsschritte im Archiv – vom Sammeln digitaler Zeitungsausgaben über die Auswahl relevanter Artikel bis hin zur Extraktion von Metadaten und zur inhaltlichen Erschließung – weitgehend automatisiert.

Durch die Automatisierung mit Hilfe von künstlicher Intelligenz sollen manuelle Routinen deutlich reduziert und die Grundlage für einen zeitgemäßen, skalierbaren Workflow geschaffen werden. Neben der Automatisierung steht vor allem die qualitative Aufwertung der Sammlung im Mittelpunkt: Artikel sollen künftig schneller verfügbar sein, mit strukturierten Metadaten, Zusammenfassungen und Verknüpfungen zu externen Wissensquellen angereichert werden und in einem modernen Such- und Webinterface zugänglich sein. Gleichzeitig werden Alt- und Neubestand in einer gemeinsamen Datenbank zusammengeführt. Das Projekt schafft damit nicht nur einen unmittelbaren Mehrwert für die literatur- und theaterwissenschaftliche Forschung, sondern eröffnet auch anderen Sammlungs- und Archivbereichen der Universität neue Perspektiven für den Einsatz KI-gestützter Workflows.


UPLIFT

University Personnel Leveraging of Intelligent Flow Tools

Verwaltungsmitarbeitende stehen häufig vor wiederkehrenden Aufgaben, von denen sie sich wünschen würden, dass man sie automatisiert. Sie verfügen jedoch nicht über die notwendigen Ressourcen, um neue Werkzeuge zu entwickeln. Dieses Projekt soll mit Hilfe eines human-in-the-loop-Ansatzes Abhilfe schaffen.

Zur Problematik der fehlenden Ressourcen kommt hinzu, dass die meisten verfügbaren Optimierungswerkzeuge ausschließlich als externe Cloud-Dienste existieren, was Bedenken hinsichtlich Datenschutz, Autonomie und digitaler Souveränität aufwirft. Im Projekt UPLIFT verfolgen wir einen lokalen, menschzentrierten Ansatz: ZID-Automatisierungsfachkräfte, geleitet von Human-Factors-Theorie, arbeiten direkt mit Verwaltungsmitarbeitenden zusammen, um mithilfe lokaler Drag-and-Drop-Werkzeuge und, wo sinnvoll, DSGVO-konformer KI-Dienste intelligente visuelle Ablaufautomatisierungen gemeinsam zu gestalten. Ab Mai 2026 gliedert sich das Projekt in zwei sechsmonatige Phasen, in denen ausgewählten Verwaltungsmitarbeitenden ein Desktop-KI-System sowie wöchentliche Co-Design-Sitzungen mit Automatisierungsfachkräften angeboten werden. Dieses Vorhaben führt zu einer gesteigerten KI-Kompetenz der Mitarbeitenden, einer Bibliothek einfacher Ablaufwerkzeuge sowie wiederverwendbaren Leitlinien für intelligente Automatisierung. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Projekts.

AgenticAI

Siegerprojekt Agentic AI

Jede:r kennt ChatGPT – aber das ist nur der Anfang. Was passiert, wenn Künstliche Intelligenz nicht nur Texte schreibt, sondern aktiv bei der Arbeit hilft? 
Wenn sie Dokumente liest, Informationen findet, Prozesse automatisiert oder sogar Forschung unterstützt?
Genau das erforscht ein interdisziplinäres Team der Universität Innsbruck. 

Im Fokus stehen sogenannte Agentensysteme - KI-Modelle, die selbstständig Aufgaben übernehmen, andere KI-Agenten steuern und Ergebnisse bereitstellen. Ganz ohne Programmierkenntnisse lassen sich so kleine Arbeitshelfer bauen: von der automatischen Datenextraktion aus PDFs bis hin zur intelligenten Literaturrecherche. Getestet werden diese Systeme dort, wo sie sofort helfen können – in der Verwaltung und in der wissenschaftlichen Praxis.  Bachelor- und Masterstudierende der Werkstoffwissenschaften bekommen als erste Zugang, um selbst mit KI-Workflows zu experimentieren. Ziel ist ein System, das einfach nutzbar, sicher und universell teilbar ist – und das zeigt, was heute schon mit KI im Alltag möglich ist.


NEXTlearn

Neue digitale Wege für effektives Lernen und Prüfen

Das Projekt NEXTlearn nutzt innovative Technologien, um die Lehr- und Prüfungspraxis in Einführungskursen der Volkswirtschaftslehre zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Im Zentrum steht ein dynamischer Aufgabenpool, der vielfältige Varianten von Prüfungsfragen automatisch erzeugt – ideal für individuelles Feedback, eigenständiges Lernen und faire Prüfungen.

Unterstützt durch Open-Source-Software und Künstliche Intelligenz entstehen innovative Formate, die Lehrinhalte aus Vorlesung, Übung und Selbststudium sinnvoll verzahnen. Sowohl die neuen Arbeitsprozesse als auch die eingesetzten Werkzeuge – darunter das an der Fakultät entwickelte Softwarepaket R/exams – sind modular aufgebaut und können als Open Educational Resources auch für andere Lehrveranstaltungen an der Uni und darüber hinaus angepasst werden. Eine Pilotstudie im Wintersemester 2025/26 misst wissenschaftlich den Lernerfolg. Das Projekt trägt so nicht nur zur Verbesserung der Lehrqualität in Großveranstaltungen der Volkswirtschaftslehre bei, sondern schafft ein übertragbares Modell für eine zukunftsorientierte, digitale Hochschullehre.

Siegerprojekt NEXTlearn

Prompt Lab

Documenting Prompts and Critically Reflecting the Effects of LLMs for Learning

Siegerprojekt PromptLab

Das fakultätsübergreifende Projekt zielt darauf ab, den kompetenten und reflektierten Einsatz von Large Language Models (LLMs) in der Hochschullehre zu fördern. Während ein Großteil der Studierenden bereits KI-Werkzeuge nutzt, zeigen Studien erhebliche Unterschiede in ihrer LLM-Kompetenz.

Aufbauend auf Vygotskys Theorie der Zone der nächsten Entwicklung soll durch gezielte Förderung von Prompting-Fähigkeiten sowie den Einsatz von Retrieval-Augmented Generation (RAG) die kritische Reflexion und das fachliche Lernen vertieft werden. Zentrale Maßnahmen sind die Entwicklung eines Prompt Labs, eines OER-basierten Lehrleitfadens, die Erweiterung bestehender Online-Kurse sowie tutorielle Begleitung in Fachseminaren. Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit, ethischen Fragen und einem datenschutzkonformen Einsatz von KI. Langfristig soll ein offener Prompt-Katalog entstehen, der als Grundlage für selbstgesteuertes Lernen dient. Die Ergebnisse werden wissenschaftlich begleitet, öffentlich diskutiert und in die Lehrer:innenbildung transferiert. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der datenschutzkonformen Nutzung nicht-kommerzieller LLMs. Weitere Infos zum Projekt, dem Team sowie Termine, bei denen das Projekt vorgestellt wird finden sich auf der Homepage des PromptLab.

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