Über das Projekt
Rechtsbasis:
Genehmigung des Projekts gemäß § 26 Tierversuchsgesetz 2012, BGBl. I Nr. 114/2012, idgF.
Erwarteter wissenschaftlicher Nutzen oder
pädagogischer Wert des Projekts
Die Untersuchung ob vom Menschen geprägte Lebensräume Auswirkungen auf Wildvögel (hier: Amseln) zeigen, ist für die Grundlagenwissenschaft der Urbanökologie sehr wichtig; darüber hinaus kann sie wertvolle Erkenntnisse bringen, welche in der Umsetzung von regionaler Umweltpolitik als starke Argumentationsgrundlage dienen könnten. Stark verbaute und versiegelte Flächen und der daraus resultierende Lebensraumverlust bzw. die Habitat-Fragmentierung, sowie die mancherorts spärlich zur Verfügung stehenden Vegetationsbestände können selbst für höchst mobile Spezies wie Vögel als Barrieren wahrgenommen werden (Knappheit der Rückzugsmöglichkeiten/ Brutplätze/ Nahrungsquellen, etc.). Dies kann folglich deren Wanderungen und somit deren genetischen Austausch einschränken, deren Nahrungssuche erschweren, und folglich potentiell Einfluss auf deren physiologische und genetische Konstitution zeigen.
Die mit höherer Hemerobie steigende Belastung mit Umweltgiften, allen voran Schwermetallen, könnte etwaige Effekte nochmals verstärken, was bisher unzureichend dokumentiert ist. Neue Erkenntnisse könnten konkrete Umsetzungen in der Umweltpolitik im Sinne des Naturschutzes und dem Schutz von Tierarten anstoßen. Vögel mit ihrer wichtigen Rolle in Ökosystemen mit deren Funktion u.a. als Samenverbreiter, Bestäuber sowie biologische Schädlingsbekämpfer, fördern zudem das Gefühl der Naturverbundenheit und des Wohlbefindens. Die Untersuchung des anthropogenen Einflusses auf Vögel im städtischen Gebiet ist deshalb gerechtfertigt und dient als Grundlage für einen nachhaltigen Umgang zwischen Menschen und Wildtieren. Die Studienart Amsel ist Nahrungsgeneralist und Kulturfolger und somit besonders geeignet, Ergebnisse zu erbringen, die auch für andere Vogelarten in anderen Städten repräsentativ sein können, insbesondere in gemäßigten Klimata.
Pädagogischer Nutzen: Die Arbeitsgruppe beteiligt sich seit langem aktiv an der Third Mission der Universität, also an der Kommunikation von Forschungsergebnissen an nicht in die Wissenschaft eingebundene Personengruppen. Die hier zu bearbeitende Thematik bietet sich besonders zur Wissenschaftskommunikation an, da Vögel mit ihrer wichtigen Rolle in Ökosystemen sowie als Sympathieträger von vielen ein emotionales Andocken ermöglichen. In Summe soll das Projekt zur Sensibilisierung für urbane Lebensräume und für Vögel beitragen, bei allen Altersstufen einschließlich Schüler:innen.
Wem können die Ergebnisse des Projekts letztlich zugutekommen?
Erkenntnisse des Projekts werden allen in der entsprechenden Grundlagenwissenschaft Beteiligten zugutekommen und könnten darüber hinaus als Grundlage in der regionalen Umweltpolitik und des Naturschutzes dienen um einen nachhaltigeren und ökologischen Umgang mit Wildtierpopulationen (hier: Vögel/Amseln) zu gewährleisten. Stadtplanung und -gestaltung sollten neben der Schaffung von Infrastruktur und dem Ziel hoher Lebensqualität für Menschen, ebenso den Lebensraum für Wildtiere selbst in stark vom Menschen genützten Bereichen mitdenken und Voraussetzungen für eine intakte Umwelt garantieren. Letztlich profitieren Mensch, Tier und Umwelt von intakten Ökosystemen.
Respektvoller Umgang mit Wildtieren
Die Untersuchungen und Tätigkeiten an den Vögeln, die im Rahmen unseres Projekts durchgeführt werden, werden weder den Gesundheitszustand beeinträchtigen noch gefährden. Es wird stets auf die Einhaltung etablierter Methoden für den Vogelfang und der Vogelberingung durch qualifizierte und geübte Personen geachtet und im Sinne eines Mehraugenprinzips gegenseitige Kontrolle und Unterstützung gewährleistet, sodass der respektvolle Umgang mit den Tieren an erster Stelle steht.
Die Vögel werden unmittelbar nach den Messungen und Untersuchungen (wenige Minuten), wieder an Ort und Stelle in die Freiheit entlassen.