Tagungsteilnehmer:innen am Podium

Renommierte Professoren und Professorinnen gaben bei der Tagung interessante Einblicke in das Thema.

Tagung zum Euro­pä­i­schen Menschen­rechts- und Minder­hei­ten­schutz in Inns­bruck

Vom 8. bis zum 10. Juni 2026 fand an der Univer­sität Inns­bruck eine Groß­ta­gung zum Thema „Teaching Inter­na­ti­onal Human Rights Law in Times of Norma­tive Contestation“ statt.

Im Rahmen des Euregio Mobility Programms organisieren die Professoren und Professorinnen Peter Hilpold von der Universität Innsbruck, Stefania Barcocelli von der Universität Bozen und Giuseppe Nesi von der Universität Trient regelmäßig Tagungen zu Fragen des internationalen und europäischen Rechts. Nachdem in den vergangenen Jahren ein Tagungszyklus zur Lehre des Völkerrechts abgeschlossen worden ist, der zur Publikation „Teaching International Law“(hrsg. v. Peter Hilpold und Giuseppe Nesi) geführt hat, ist nun das Augenmerk auf den Menschenrechtsschutz erweitert worden. Dabei standen insbesondere Fragen der „Transitional Justice“, des Völkerstrafrechts und des europäischen Menschenrechts- und Minderheitenschutzes im Vordergrund.

An der heuer zum ersten Mal auf drei Tage ausgedehnten Veranstaltung wirkte auch das Austria-Israel Academic Network Innsbruck unter der Leitung von Prof. Hajnal und unter tatkräftiger Mitarbeit von Vera Dietl BA MA MA mit, das international anerkannte Expert:innen im Bereich des Menschenrechtsschutz von israelischen Universitäten (Morchedai Kremnitzer, Ziv Bohrer und Shelly Aviv Yeini) vermittelte.

Renommierte Professoren und Professorinnen wie bspw. Ruti Teitel von der New York University, Gerry Simpson von der London School of Economics und Jan Wouters von der KU Leuven gaben der Veranstaltung einen besonders prominenten Rahmen, der durch die Mitwirkung von Referentinnen aus Australien (Dr. Ayla do Vale Alves, Adelaide University) sowie Pakistan (Dr. Sana Khan, University of Karachi) bestätigt wurde.

Des Weiteren referierten Prof. Christina Binder (Universität der Bundeswehr, München), Prof. Gerd Oberleitner (Universität Graz) sowie – unter der Leitung von Dr. Roberta Medda-Windischer - ein Experten-Panel der Eurac Bozen (mit Prof. Petra Roter von der University Ljubljana, Prof. Jens Woelk von der Unviersität Trient sowie Dr. Andrea Carlà und Dr. Mattia Zeba von der Eurac Bozen). Dem Trientner Team gehörten neben Prof. Giuseppe Nesi auch die Professoren Marco Pertile und Antonino Alì an.

Prof. Giulio Bartolini von der Universität Roma 3 ging speziell auf die Rolle der akademischen Lehrer bei der Verteidigung der Menschenrechte im allgemeinen und der Freiheit von Wissenschaft und Lehre im Besonderen ein. Zu dieser Thematik haben auch Prof. Paolo Piva von der Universität Padua und Prof. Matthias Kettemann von der Universität Innsbruck beigetragen.

Die Referate kreisten zentral um die Frage, wie Menschenrechte in einem Zeitalter einer einzigartigen Krise des Völkerrechts gelehrt werden soll. Dabei wurde durchgehend hervorgehoben, dass der Völkerrechts- und Menschenrechtslehre die Aufgabe zukommt, die zentralen Errungenschaften zu verteidigen, die seit 1945 – unmittelbar auch als Reaktion auf einen einzigartigen Einbruch in der europäischen und internationalen Zivilisationsgeschichte – erzielt worden sind.

Dabei wurde auch der Umstand berücksichtigt, dass die Zugänge zum Menschenrechtsschutz vielschichtig geworden sind, insbesondere auch in Anbetracht der Bemühungen, Positionen aus dem Globalen Südens gleichwertig einzubeziehen.

Diese Tagung, bei welcher u.a. auch die European Society of International Law ESIL als unterstützende Einrichtung firmierte und die bewusst hybrid gestaltet wurde, erreichte mit über 260 Online-Anmeldungen und zahlreichen Teilnehmer:innen in Präsenz einen für eine internationalrechtliche Tagung in Innsbruck bislang unerreichten Zuspruch. Es war das dezidierte Ziel der Organisator:innen, die Vorträge und Diskussionen für ein internationales Publikum möglichst niederschwellig zu öffnen, wobei zahlreiche online eingemeldete Kommentare und Fragen bestätigten, dass sich diese Kommunikationsplattform bewährt hat.

Eine zügige Veröffentlichung der Tagungsergebnisse ist geplant.

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