Andreas Brugger
Mag. Dr. Andreas Brugger bei seinem Vortrag.

Von St. Ger­main zum Ju­bel am Hel­den­platz: An­dre­as Brug­ger am IN­TRA­WI

Andreas Brugger (Montafoner Museen/Montafon Archiv) gehört zu den wiederkehrenden Gästen des INTRAWI, wo er in seiner Eigenschaft als Historiker, aber auch als stets fesselnder Redner, vornehmlich im Rahmen der Kulturgeschichte­ausbildung Österreich bzw. Kulturgeschichte Frankreichs, hochgeschätzt ist. Er weiß bestens um den Wissensbedarf künftiger Sprach- und KulturmittlerInnen.

Dieses Jahr hat Andreas Brugger mithin am 18. März in seinem didaktisierenden Gastvortrag Von St. Germain bis zum Jubel am Heldenplatz. Österreichs Geschichte vom Friedensvertrag 1919 bis zum sogenannten Anschluss 1938 den Studierenden der Lehrveranstaltung Ausgewählte Themen DaF eindrucksvoll vermittelt, wie es in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg zum Aufstieg des Nationalsozialismus kommen konnte. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs zerfiel der Habsburgische Vielvölkerstaat bekanntlich in seine Einzelteile. Einer dieser Teile war Österreich – oder nach dem im Gastvortrag zitierten Georges Clemenceau: „L’Autriche, c’est ce qui reste“. Andreas Brugger widmete sich nun der von den Pariser Vorortverträgen an wechselhaften österreichischen Geschichte von der Ersten Republik über den Austrofaschismus bis hin zum sogenannten Anschluss an das nationalsozialistische Deutsche Reich im März 1938. Für ein besseres Verständnis und zur Schärfung einer gesamteuropäischen und zugleich kontrastiven Perspektive der Studierenden wurden dabei auch die wichtigsten Entwicklungen in den Nachbarstaaten (v. a. in Italien und im Deutschen Reich) im Überblick behandelt. Zielsetzung war die Heranführung der Studierenden an diesen Abschnitt der Geschichte nicht nur im Sinne reiner Wissensvermittlung, sondern vielmehr auch im Zeichen einer Heranführung an das kollektive Gedächtnis bzw. die kollektiven Gedächtnisse, die durch den beschriebenen Zeitraum geprägt wurden und nach wie vor präsent sind. Ein differenziertes Verständnis dieser Ebene darf als eine der Grundlagen kultursensitiven translatorischen Handelns aufgefasst werden. Andreas Brugger hat mit seinem Vortrag einen wichtigen Baustein zur Festigung dieses Fundaments bei den Studierenden beigetragen, wofür wir ihm herzlich danken wollen.

(Martina Mayer)

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