Forschung
Zukunft des Vertrauens: Trust by Design
Sammelband in der Reihe MEDIEN – WISSEN – BILDUNG, Innsbruck University Press (Diamond Open Access)
Hg. von Oliver Leistert (Uni Innsbruck), Petra Missomelius (Uni Innsbruck), Marie Sophie Schipflinger (Uni Innsbruck), Florian Wintterlin (Uni Münster)
Vertrauen ist eine fragile und zugleich produktive Kategorie in Mediengesellschaften. In einer Situation, in der Informationen, Bilder und Daten für alle digital zugänglich und veränderbar sind, stellt sich die Frage neu, worauf sich Vertrauen in Medien und im medialen Austausch gründen kann und wie Vertrauen von den Beteiligten gestaltet und ausgehandelt wird. Die Möglichkeit, mediale Zeugnisse technisch zu erzeugen, zu verändern oder zu kuratieren – etwa durch generative KI, Deepfakes oder algorithmische Auswahlprozesse – verändert die Bedingungen von Zeugenschaft und Evidenz: Die Grenzen zwischen Dokumentation, Fiktion und Simulation werden durchlässig. Zugleich prägen Designentscheidungen in Interfaces, Programmcode, Protokollen und Datenpraktiken diese Veränderungen: Sie strukturieren, wie Medien Vertrauen ermöglichen, stützen oder unterminieren. Vertrauen erscheint damit nicht als stabiler Zustand oder rein kognitives Urteil, sondern als relationale, medientechnisch vermittelte Praxis, in der technische, soziale, ökonomische und affektive Dimensionen miteinander verflochten sind.
Der Sammelband Zukunft des Vertrauens: Trust by Design untersucht, wie Vertrauen in, durch und gegenüber Medien hergestellt wird und welche technologischen, gestalterischen und epistemischen Bedingungen diese Prozesse prägen.
Gerade befinden wir uns im Review-Prozess der eingereichten Beiträge.
Forschungsgruppen
Sprache, Kommunikation & Medien
Als Arbeitsgruppe "Sprache, Kommunikation & Medien" am Forschungszentrum Innsbruck Media Studies (IMS) beschäftigen wir uns mit Kommunikation in medialen Kontexten. Wir interessieren uns für Medialität, Interaktion, Rekontextualisierung und Multimodalität – also dafür, wie Sprache und andere semiotische Mittel in Medien Bedeutung erzeugen und Handeln ermöglichen. Besonders im Fokus stehen dabei auch aktuelle Entwicklungen wie KI-gestützte Systeme, Chatbots und algorithmisch gesteuerte Kommunikation. Wir freuen uns über alle, die sich mit diesen Themen aus einer linguistischen oder angrenzenden Perspektive beschäftigen und Interesse am Austausch haben.
Remote Vision & Mobile Sensing
Als Forschungsgruppe "Remote Vision & Mobile Sensing" am Forschungszentrum Innsbruck Media Studies (IMS) tauschen wir uns über Forschung zu Drohnen und anderen mobilen, vernetzten Systemen der Bild- und Datenerfassung aus. Wir verstehen diese Technologien als medienkulturelle Akteure, die Wahrnehmungsordnungen sowie visuelle Politiken und Evidenzpraktiken transformieren. Darüber hinaus interessieren uns ihre vielfältigen Einsatzfelder – etwa in Kunst, Überwachung/Policing, Journalismus, Logistik, Militär, Katastrophenschutz, Inspektion/Industrie, Umweltmonitoring oder Marketing – und die damit verbundenen gesellschaftlichen Aushandlungsprozesse. Zum Austausch eingeladen sind Forschende aller Disziplinen, die sich mit zeitgenössischen Bildpolitiken, (semi-)autonomen vernetzten Technologien oder datenbasierter/algorithmischer Bildproduktion (inkl. Bewegtbild) beschäftigen.
Das Forschungszentrum Innsbruck Media Studies ist Mitglied der folgenden Forschungsschwerpunkte: