Der gemeinsame Iftar-Abend von Land Tirol und Stadt Innsbruck gilt inzwischen als bedeutendes Forum des interreligiösen Austauschs. In einer Atmosphäre des respektvollen Miteinanders versammelten sich Vertreter:innen aus Religion, Politik und Gesellschaft, um gemeinsam das Fastenbrechen zu begehen und den interkulturellen und interreligiösen Austausch zu vertiefen. Einen besonderen Akzent setzte der Fachvortrag von Univ.-Prof. Dr. Abdullah Takim, der das Fasten als Weg der inneren Einkehr, der spirituellen Selbstverortung und der bewussten Hinwendung zu Gott vorstellte.
Im Monat Ramadan setzen das Land Tirol und die Stadt Innsbruck Jahr für Jahr ein besonderes Zeichen: ein Zeichen des Dialogs, der Begegnung und des respektvollen Miteinanders über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg. Auch am Dienstagabend, dem 10. März 2026, luden sie zu einem gemeinsamen Iftar ins Innsbrucker Landhaus ein. Im letzten Drittel des gesegneten Monats Ramadan versammelten sich rund 100 Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaften sowie Persönlichkeiten aus Politik, Bildung und öffentlichem Leben im Innsbrucker Landhaus. Gemeinsam begingen sie das Fastenbrechen als Zeichen gelebten Dialogs und gegenseitiger Wertschätzung.
Den Empfang der zahlreichen Gäste übernahmen Integrationsreferent LHStv. Philipp Wohlgemuth und Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber. Wohlgemuth hob die Bedeutung persönlicher Begegnungen hervor – gerade in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht selbstverständlich ist. Anzengruber betonte die Kraft des Dialogs zwischen Glaubensgemeinschaften sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Gesellschaft. Orte der Begegnung, an denen Vielfalt sichtbar und erfahrbar wird, stärken das gegenseitige Verständnis und tragen wesentlich zu einem friedlichen Zusammenleben bei, so Anzengruber.
Univ.-Prof. Dr. Abdullah Takim, Leiter des Instituts für Islamische Theologie und Religionspädagogik an der Universität Innsbruck, nahm die Anwesenden in seinem Fachvortrag „Sei in dieser Welt wie ein Fremder oder ein Reisender – Fremd in der Welt, unterwegs zu Gott: Das Fasten als Weg der inneren Reise“ mit auf eine spirituelle Reise.
Takim erinnerte daran, dass der Koran als Rechtleitung und Barmherzigkeit für die Menschen offenbart wurde und der Monat Ramadan eine besondere Zeit auf dem spirituellen Weg darstellt. Die Zeit des Fastens ist eine Phase der inneren Reinigung, der Besinnung und der Erneuerung. Eine Zeit, in der der Mensch innehält, sein Herz öffnet und sein Leben neu ausrichtet.
Ausgehend vom prophetischen Wort „Sei in dieser Welt wie ein Fremder oder ein Reisender“ griff Takim das Bild des Menschen als Reisenden auf. Wer sich nicht endgültig niederlässt, behält das Ziel seines Weges im Blick. Diese Perspektive verändert den Blick auf das Leben: Sie erinnert uns daran, dass Besitz, Macht und äußerer Erfolg vergänglich sind. Der wahre Wert unseres Lebens zeigt sich vielmehr darin, wie wir miteinander umgehen, wie wir Verantwortung übernehmen und wie wir unsere Beziehung zu Gott gestalten.
Zum Abschluss seines Vortrags bedankte sich Univ.-Prof. Dr. Abdullah Takim noch einmal bei den Gastgebern für die Einladung und würdigte die Bedeutung solcher Begegnungen für das gesellschaftliche Miteinander. In diesem Zusammenhang betonte er:
„In diesem Geist der Offenheit, der Verbundenheit und des Friedens senden das Land Tirol und die Stadt Innsbruck mit diesem Iftar eine wichtige Botschaft des Dialogs und des Zusammenhalts in unserer pluralen Gesellschaft. Solche Begegnungen ermöglichen es, einander kennenzulernen, Vorurteile abzubauen und Vertrauen zu stärken. So wird dieses gemeinsame Fastenbrechen zu einer kleinen, aber bedeutenden Etappe auf unserer gemeinsamen Reise des Dialogs und des friedlichen Zusammenlebens.“
(Text von Azemina Mašetić)
Hier die Rede in seiner vollen Länge.



