

Julia Eitzinger hat am 15.12.2025 ihre Dissertation mit dem Titel „Die Begleitung von Konvertit:innen zum Islam in muslimischen Gemeinden in Österreich“ im Beisein von Univ.-Prof. Dr. Zekirija Sejdini, Univ.-Prof. Dr. Martina Kraml und Univ.-Prof. Dr. Abdullah Takim mit ausgezeichnetem Erfolg verteidigt. Wir gratulieren ihr herzlich zu ihrem Erfolg!
Die Arbeit leistet einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung wertvoller religionspädagogischer Konzepte zur Begleitung von Konvertit:innen. Derzeit gibt es nicht genügend Bildungs- und Begleitstrukturen, sodass Konvertit:innen meist auf sich allein gestellt sind. Deshalb beschäftigt sich die Dissertation mit der Frage, welche Möglichkeiten der religionspädagogischen Begleitung von Konvertit:innen zum Islam sich auf Basis von Konversionsverläufen in Österreich entwickeln lassen.
Basierend auf einem empirischen Forschungsdesign erarbeitete Julia Eitzinger eine grafische Modellierung von Konversionsverläufen entlang von drei Phasen, dessen Erkenntnisse sie in sechs Thesen verdichtete. In der ersten Phase kam es zu den ersten Berührungspunkten mit dem Islam, der in Zeiten von Veränderungen und Wandel sinnstiftende Antworten bot. Über Kontakte zu Muslim:innen und selbständige Recherchen eigneten sich die am Islam Interessierten in der zweiten Phase schrittweise den Islam an bis sie sich für die Konversion, das Aussprechen der Schahada, entschieden. Nach dem Glaubensbekenntnis, in der dritten Phase, ergründen die Konvertit:innen ihr Selbstverständnis als Muslim bzw. Muslimin. Dabei ringen sie um ihren eigenen Weg zwischen Zugehörigkeit und Fremdheit und eine Diskrepanz zwischen ihren Erwartungen und der Wirklichkeit wird deutlich, was zu Enttäuschungen führt. Die Modellierung kennzeichnet ein offenes Ende, da es sich bei Konversionen um dynamische Prozesse ohne klaren Abschluss handelt.
Als Ausblick arbeitete Julia Eitzinger, bezogen auf das Konzept der themenzentrierten Interaktion, konkrete Handlungskonsequenzen für die religionspädagogische Praxis aus. Sie betont, dass eine fundierte Begleitung von Konvertit:innen vor allem das Einüben einer Haltung, die sich durch ihre Subjektorientierung, Prozessoffenheit und Vielfaltskompetenz auszeichnet, benötigt.
In der spannenden Fragerunde wurden treffende Fragen zur Art der Begleitung sowie zur Suche von Konvertit:innen gestellt. Mögliche Ansatzpunkte wären Konzepte für einen Religionsunterricht mit Zielgruppe Erwachsene oder eine Evaluierung der bestehenden Strukturen im Hinblick auf ihre Zugänglichkeit für Konvertit:innen.