Der Screenshot stammt aus einem bereits entwickelten VR-Prototyp.
Die Darstellung des VR-Nutzers stammt aus Bueckle et al. (Front. Bioinform., 2023).

Erwin Schrö­din­ger Sti­pen­dium für Nata­lie Struwe

Natalie Struwe wurde für ihr Projekt „Virtuelle Naturerlebnisse zur Förderung des Naturschutzes“ mit dem Erwin Schrödinger Stipendium des Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF ausgezeichnet. Im Rahmen dieses Projekts werden immersive Virtual-Reality-Exkursionen entwickelt, um gemeinschaftliches Handeln und politische Unterstützung für den Erhalt der Ökosystemleistungen zu fördern, die zum Wohl der Menschen und des Planeten beitragen.

Im Rahmen des Stipendiums wird Natalie Struwe zwei Jahre am Ostrom Workshop der Indiana University Bloomington verbringen, wo sie mit einem interdisziplinären Team – bestehend aus Jessica Steinberg, Andreas Bueckle, Eduardo Brondizio und Jimmy Walker – zusammenarbeiten wird, dessen wissenschaftliche Expertise die Bereiche Ressourcenmanagement, sozioökologische Systeme, Probleme des kollektiven Handelns und VR-Entwicklung abdeckt. Auf den Forschungsaufenthalt im Ausland folgt eine einjährige Rückkehrphase an der Universität Innsbruck.

Natalie Struwes Forschungsprojekt entwickelt innovative Instrumente, um den Menschen die Natur näherzubringen und dadurch ihre Präferenzen und Verhaltensweisen im Hinblick auf den Naturschutz zu fördern. Mithilfe von Virtual-Reality-Headsets (VR) werden die Teilnehmer auf virtuelle Exkursionen durch Ökosysteme mitgenommen. Sie erleben hautnah, wie das menschliche Wohl in der heutigen Zeit von einer intakten Natur abhängt und wie es in Zukunft aussehen könnte, je nachdem, welche alternativen Wege Gesellschaftend in Sachen Naturschutz eingeschlagen werden. Die zentrale Frage lautet, ob solche eindrucksvollen, unmittelbaren Begegnungen mit der Natur die Zusammenarbeit der Menschen zum Schutz gemeinsamer natürlicher Ressourcen und ihre Bereitschaft zur Unterstützung von Naturschutzmaßnahmen fördern können.

Die VR-Technologie bietet eine einzigartige Möglichkeit, Menschen mit Natur in Verbindung zu bringen, die sie aufgrund geografischer oder wirtschaftlicher Barrieren möglicherweise nie persönlich erleben könnten. Ebenso können die Teilnehmer die globale Dimension des Naturschutzes erleben: Sie veranschaulicht, wie das menschliche Wohl vom Zustand entfernter Ökosysteme, wie tropischer Regenwälder, abhängt – selbst für diejenigen unter uns, die weit entfernt von ihnen leben. Das Potenzial von VR als innovatives Bildungs- und Beteiligungsinstrument wird untersucht werden, um Werte und Verhaltensweisen zu fördern, die zum Schutz der Ökosysteme unseres Planeten für heutige und zukünftige Generationen unumgäglich sind.

Um die Wirkung dieser VR-Natur-Exkursionen zu bewerten, werden ökonomische Experimente durchgeführt, die das  Verhalten der Teilnehmer:innen in strategischen Gruppenkooperationsspielen sowie bei realen Naturschutzentscheidungen messen. Die wirtschaftlichen Entscheidungen werden gemeinsam mit Verhaltensdaten der Nutzer:innen während ihres Aufenthalts in der VR analysiert. Dies ermöglicht es, kausale Rückschlüsse auf die Präferenzen, Werte und politischen Einstellungen der Öffentlichkeit in Bezug auf den Naturschutz zu ziehen.
 

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