Edward Coidan

Forschungsinteressen
- Ethics of Ancient Warfare
- Royal Ideology
- Comparative Kingship
- Ancient Political Theology
- Cross-Cultural Transmission
Ausbildung
- 2017-2022: Classics with Oriental Studies (Sanskrit), University of Oxford; focus on Ancient Greek History (Archaic, Alexander, Hellenistic); the Achaemenid Empire; Sanskrit literature and Indian History and Cultures in Antiquity
- 2024: MA Master’s of Arts, University of Oxford
- 2025-Present: PhD in Ancient Near Eastern Studies, University of Innsbruck
Preise
- 2015: Runner-up in St. John's Ancient History Essay competition, University of Oxford
- 2017: Most Original Scholar, York College
- 2019: Holbrook and Bickley Rogers Fund Travel Grant, Wadham College, University of Oxford
- 2019: Krasis Scholarship, Ashmolean Museum, University of Oxford
Publikationen
- Conference Report: Montafoner Gipfeltrecen "Berge und Infrastruktur", 13.- 18.10.2025 in Schruns (October 2025, forthcoming)
- “Wisdom Across Worlds: A Comparative Pareimological Study of Mesopotamia, Greece, and India” (Forthcoming – January 2025)
Dissertation
"Ethische Welten in Stein: Krieg, Gerechtigkeit und königliche Rhetorik im antiken Afro-Eurasien"
Meine Promotionsforschung untersucht, wie antike Reiche in Afro-Eurasien zwischen dem dritten und ersten Jahrtausend v. Chr. Krieg in ihren offiziellen königlichen Inschriften erklärten und rechtfertigten – also in Texten, die Herrscher in Stein meißeln ließen, um Siege, Autorität und politische Legitimität zu dokumentieren. Diese Inschriften schilderten häufig Gewalt, Eroberung und Bestrafung, stellen solche Handlungen jedoch meist als moralisch gerechtfertigt, notwendig oder göttlich sanktioniert dar.
Ich analysiere Hunderte antiker Texte aus Mesopotamien, dem alten Persien, Anatolien und Südasien mithilfe einer philologischen Nahlektüre und vergleichender thematischer Analyse. Dabei untersuche ich, wie Herrscher Krieg legitimierten und Konzepte wie Gerechtigkeit, Ordnung, göttlichen Willen, Verantwortung und imperiale Pflicht formulierten. Jede Inschrift wird in ihrem historischen und kulturellen Kontext gelesen, um anachronistische Deutungen zu vermeiden und zentrale moralische Begriffe über Sprachen, Kulturen und Epochen hinweg präzise vergleichbar zu machen. Eine genresensible Herangehensweise stellt sicher, dass Annalen, Weihinschriften, Rechtsproklamationen und Vertragstexte jeweils kontextgerecht interpretiert werden.
Wiederkehrende ethische Themen – etwa Bestrafung, Schutz, göttliche Legitimation oder die Wiederherstellung von Ordnung – werden in analytische Kategorien eingeordnet und quantitativ ausgewertet. Durch die systematische Auswertung ihrer Häufigkeit und Funktion über verschiedene Reiche und Zeiträume hinweg zeichne ich nach, wie sich moralische Argumentationen über Krieg von frühen mesopotamischen Inschriften bis zu den Edikten Aśokas entwickelten und wie ethische Ideen zwischen imperialen Traditionen weitergegeben wurden. So entwickelt die Arbeit ein vergleichendes Modell dafür, wie antike Herrscher Gewalt moralisch legitimierten und politische Verantwortung begründeten. Insgesamt soll das Projekt zeigen, das antike Imperien kohärente ethische Systeme zur Regulierung von Gewalt, Autorität und Herrschaft entwickelten.