Drei Personen steht vor zwei Bildschirmen.

Das DiSC beim digi­tal.ti­rol Impuls­tag 2026

Beim digital.tirol‑Impulstag 2026 demonstrierte das Digital Science Center (DiSC) der Universität Innsbruck, wie Unternehmen künstliche Intelligenz (KI) wirksam und verantwortungsvoll nutzen können. Der Workshop beschrieb den Weg von der Datengrundlage zum Sprachmodell, stellte ein praxistaugliches Multiagentensystem vor und bot Einblicke in handfeste Sicherheitsmaßnahmen.

Im Rahmen der Tiroler Innovationswoche 2026 stand der digital.tirol‑Impulstag am 19. März unter dem Leitmotiv „KI verstehen & KI nutzen“. digital.tirol ist das gemeinsame Expert:innen-Netzwerk aus Standortagentur Tirol, Industriellenvereinigung Tirol, Lebensraum Tirol Holding, Wirtschaftskammer Tirol und der Fachgruppe UBIT. Es verfolgt das Ziel, die digitale Transformation im Land aktiv voranzutreiben. Mit dem Workshop „Zwischen Potenzial und Herausforderungen: KI in Organisationen“ trug das DiSC eine kompakte, praxisnahe Session zum Programm bei. Die rund 20 Teilnehmenden kamen mehrheitlich aus Branchen wie dem Banken- und Versicherungswesen, der IT und dem Consulting, aber auch aus dem Handwerk, der Industrie und dem Tourismus.

Den Auftakt machte Adam Jatowt, Professor am Institut für Informatik mit dem Schwerpunkt Data Science sowie stellvertretender Leiter des DiSC, mit einem technisch fundierten Impuls: Er zeigte, wie man von der Datengrundlage zu leistungsfähigen LLM‑Anwendungen gelangt und wie sich die großen Sprachmodelle und ihre Fähigkeiten in kurzer Zeit entwickelt haben – mit größerer Leistungsbreite und weniger Halluzinationen in neueren Generationen. Zugleich machte er Grenzen transparent und betonte: Die Qualität der Datenbasis entscheidet über die Performance. LLMs können die Gewinnung von Informationen aus unstrukturierten Textbeständen beschleunigen, die Resultate sind jedoch immer einer kritischen menschlichen Prüfung zu unterziehen.

Wie der Sprung von der Idee zur Lösung gelingt, demonstrierte David Hauser, Junior AI & Automation Engineer bei TOWA Digital mit dem hauseigenen „agentic stack“. Das System geht auf einen in einer Bachelorarbeit an der Universität Innsbruck entwickelten Chatbot zurück, wurde seitdem deutlich weiterentwickelt und unterstützt heute vielfältige Services von TOWA. Es verbindet interne Tools – etwa HR‑Applikationen oder Salesforce – und bietet Mitarbeitenden wie Kund:innen eine einheitliche Schnittstelle, um Informationen abzurufen, ohne Einzelsysteme öffnen zu müssen. So werden Silos aufgebrochen und der Informationsfluss im Unternehmen spürbar verbessert – ein praktisches Beispiel dafür, wie Multiagentensysteme Unternehmenswissen nutzbar machen.

Zum Abschluss stellte Andreas Eckhardt, Professor am Institut für Wirtschaftsinformatik, Produktionswirtschaft und Logistik mit dem Schwerpunkt Digitale Transformation sowie assoziierter Wissenschaftler am DiSC, einige sicherheitsrelevante Aspekte vor. Der Fokus lag auf konkreten Schutz‑ und Governance‑Ansätzen gegen Risiken wie Prompt‑Injection, bei der Befehle an die KI in Eingabetexten versteckt werden, oder dem Phänomen der Schatten-KI, dem nicht autorisierten Einsatz von KI-Tools für dienstliche Zwecke. Vorgestellt wurden neben strukturellen und technischen Maßnahmen vor allem auch menschliche Kontrollmechanismen durch Human‑in‑the‑loop‑Checks für KI‑Outputs und Schulungen zur Sensibilisierung von Mitarbeitenden.

Die Quintessenz: LLMs können echten Mehrwert bieten, z. B. in den Bereichen Recherche, IT-Dienstleistungen und Informationsbereitstellung – vorausgesetzt, sie sind gut integriert und werden sicher betrieben. Sicherheit ist dabei kein Add‑on, sondern Teil von Organisation, Technik und Kultur, denn, so war man sich in der abschließenden Diskussion einig, letztlich ist das größte Sicherheitsrisiko oft der Mensch. Entsprechend braucht eine erfolgreiche KI‑Einführung klare Richtlinien, Training, Monitoring und geregelte Verantwortlichkeiten. Wenn man Vorteile konsequent hebt und dabei die Risiken aktiv steuert und die Belegschaft frühzeitig mit einbindet, haben KI-Anwendungen das Potenzial, zum belastbaren Betriebswerkzeug zu werden.

Einige Eindrücke vom Workshop bietet die folgende Bildergalerie:

 

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