CycLR

Kreislaufwirtschaft für Restströme von Wasserlacken
Bild CycLR

Nahezug jeder Gegenstand unseres alltäglichen Lebens ist beschichtet, hauptsächlich um dem Objekt dekorative oder funktionelle Eigenschaften zu verleihen. Führt man sich dies vor Augen, ergibt sich schnell ein grober erster Eindruck des jährlichen Lackverbrauchs. Dabei nehmen wasserbasierte Lacke aufgrund neuer Anforderungen bezüglich Nachhaltigkeit einer immer zentralere Rolle ein.

In Folge dessen werden klassische lösungsmittelbasierte Lacke zunehmend ersetzt. Es ist derzeit nicht vermeidbar, dass bei der Herstellung, Lagerung und Anwendung beträchtliche Mengen an Wasserlack-Abfall anfallen. Zudem müssen (Wasser-)Lacke eine Vielzahl essentieller Qualitätskriterien erfüllen, welche Einfluss auf deren Funktionalität, Optik, Haptik und Fließverhalten haben. Dies führt zu einer befristeten Haltbarkeit der Lacksysteme und dementsprechend zu großen Abfallmengen, falls dieses Haltbarkeitsdatum überschritten wird. Auch bei der Anwendung fallen Wasserlack-Reststoffe an, welche entsorgt und somit nicht der Wertschöpfungskette rückgeführt werden. Es sind also insgesamt zwei übergeordnete Themen zu unterscheiden: Recycling applizierter Lacke nach Ablauf der Gebrauchstauglichkeit sowie die Verwertung von Rest- und Abfallströme flüssiger Wasserlacke. Letztere stehen im Fokus dieser Forschung.

Gemäß dem Stand der Technik werden Wasserlack-Restströme entweder zu minderwertigen Produkten wie beispielsweise Füllstoffen für die Baubranche verarbeitet, zu einem geringen Anteil sogenannten „Recycling-Lacken“ beigemengt, oder der thermischen Verwertung zugeführt. Es gibt gegenwärtig kein universell einsetzbares Recyclingverfahren für Wasserlacke, um eine vollständig geschlossene Wertschöpfungskette zu gewährleisten. Dadurch gehen wertvolle Ressourcen wie z. B. Polymere und Pigmente verloren.

Ziel des Forschung ist es, ein breit einsetzbares und werterhaltendes Recyclingverfahren für Wasserlacke zu entwickeln. Dieses soll ermöglichen, dass Wasserlack-Abfälle in neue Lackformulierungen eingearbeitet werden können, ohne dass deren Qualität dadurch gemindert wird.

Möglich werden soll dies durch einen Kombinationsprozess, welcher verschiedene thermische, mechanische und chemische Trennverfahren verbindet. Die Auftrennung erfolgt dabei in vier Primärkomponenten: Bindemittel (getrennt nach Bindemittelklasse), anorganische Bestandteile, Lösungsmittel und Additive. Diese komponentenreine (aber nicht stoffreine) Trennung löst das Problem der großen Diversität von Farb- und Lackprodukten und der damit verbunden Rohstoffvielfalt.

Abbildung Wasserlacke

Konzept zum Wasserlackrecycling und dessen Anwendung in der Praxis.

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Florian Albrecht, M. Sc.

Florian.Albrecht@uibk.ac.at
+43 512 507 553 25

Labor: CCB, Raum L.03.162


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