Bachelor SS26

 

PS Wissenschaftliches Arbeiten

Tim Altenhof, Bettina Schlorhaufer, Andreas Rumpfhuber, Marco Russo, Elmar Kossel, Petra Mayrhofer

Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten; Einordnung und Evaluierung eines Forschungsthemas; systematische Literatursuche; Regeln einer guten wissenschaftlichen Praxis sowie richtiges Zitieren.

VO Architekturtheorie 1

Bettina Schlorhaufer

Im Rahmen des Kurses Architekturtheorie_1 (kurz: AT1) erhalten die Studierenden einen Überblick über verschiedene architekturtheoretische Positionen zwischen ca. 1750 und 1900. 

Im Zentrum der Betrachtungen steht das Thema Reform, d. h. das Bestreben von Architekten und anderen Teilnehmern an den sozialen, ökonomischen und kulturellen Diskursen, Verbesserungen an und in unseren (gebauten) Lebenswelten einzuleiten.

SL Cultural Studies

Peter Volgger

Die Vorlesungsreihe Cultural Studies eröffnet einen interdisziplinären Blick auf die kulturellen Kräfte, die unsere Gegenwart formen. Im Zentrum stehen Schlüsselthemen wie Medienökologie und Mode als Ausdruck sozialer Dynamiken und marxistische Kapitalismusanalysen. Ergänzend werden Fragen des öffentlichen Raums, der Naturphilosophie und der Rolle von Kultur in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen behandelt. Weitere Schwerpunkte sind die kulturelle Konstruktion von Natur und Landschaft im Zeitalter des Anthropozäns, ökologische Fragestellungen im Zusammenhang mit Medienarchitektur und Sorgeökologien nach Guattari, sowie Postkolonialismus und Migration als Orte kultureller Hybridität und Identitätsbildung. Die Reihe verbindet theoretische Reflexionen mit konkreten Fallstudien und künstlerischen Positionen. Sie zeigt, wie Kultur entsteht, wirkt und sich verändert – und lädt dazu ein, die alltägliche Welt neu zu lesen.

PJ Entwerfen 2

Mathieu Wellner

HABITUS

Die Inhalte der Lehrveranstaltung widmen sich der Analyse des Alltags von Personen, die im Feld der Architektur tätig sind. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der Haltung, mit der architektonisches Handeln ausgeübt wird: Warum handeln Akteur:innen auf eine bestimmte Weise? Pierre Bourdieu beschreibt dieses zugrunde liegende „Warum“ als ein verinnerlichtes Dispositionssystem, das er als Habitus bezeichnet. Ziel der Lehrveranstaltung ist es, die Motive architektonischen Handelns zu analysieren, kritisch zu hinterfragen und systematisch zu erforschen sowie diese Prozesse zu dokumentieren und gegebenenfalls auch zu simulieren. Die Untersuchung solcher verinnerlichter Muster, wie des „Habitus“, bildet das Leitmotiv unserer Recherchen.

Weitere Infos im LFU:Online

SE Ausgewählte Themen der Architektur: Leidenschaft und Ideologie - Ausgewählte Texte der Philosophie und Architekturtheorie. Ein Lektüreseminar.

Marco Russo

Leidenschaft und Ideologie

Leidenschaft, als existenziell-affektive Kraft und Ideologie, als dezidierte weltanschauliche Positionierung, sind für Pier Paolo Pasolini produktive Kräfte literarischer Schöpfung. In seinem Werk Passione e Ideologia (Garzanti, 1960) untersucht er, inwieweit soziale und historische Entwicklungen die literarische und letztlich auch kulturelle Produktion prägen und wie diese wiederum auf die Gesellschaft wirkt. 

Auf die Architektur übertragen, stellen wir fest, dass diese immer wieder genutzt wird, um ideologische Botschaften zu transportieren und gesellschaftliche Narrative zu formen. Beispiele hierfür gibt es genug: man denke an die rationalistische Architektur des italienischen Faschismus, an die Monumentalbauten des Dritten Reichs, an den sozialistischen Klassizismus aber auch an Projekte wie Brasília, die „Grand Projets“ unter Françoise Mitterand, The Line in Saudi-Arabien oder an das US-amerikanische Programm „Making Federal Architecture Beautiful Again“.

Die Spannung zwischen Leidenschaft und Ideologie verschärft sich, wenn wir einen Blick auf Medien- und Infrastrukturnetze werfen, innerhalb dessen sich Kommunikation ereignet und entfaltet. Wie Erik Davis bereits Ende der 1990er Jahre in seinem Buch „Techgnosis“ skizzierte –, ist der Cyberspace keine neutraler, sondern von Mythen, Affekte und ideologischen Narrativen durchdrungene Ort, in der Libertarismus und Techno-Solutionismus auf Wachstumsimperative mit Heilsversprechen kollidieren: Silicon Valley ist ein Zukunftslabor an dem emsig an der Apokalypse gearbeitet wird.   

Nun sag’, wie hast du’s mit der Architektur? Was treibt uns dazu, Architektur zu betreiben oder uns für sie zu begeistern? Welcher Daimon (δαίμων) spricht zu uns? Ist es die Leidenschaft, oder entspringt dieses Interesse einer bestimmten weltanschaulichen bzw. ideologischen Haltung? Und wo verläuft die Grenze zwischen persönlicher Ausdrucksweise und Instrumentalisierung?

Im Laufe des Semesters beleuchten wir anhand ausgewählter Texte aus Philosophie und Architekturtheorie das Verhältnis von Leidenschaft und Ideologie im weiten Sinn. Im ersten Teil des Seminars analysieren wir philosophische Positionen zu den Begriffen Leidenschaft, Affekt, Weltanschauung und Ideologie, um ein grundlegendes Verständnis dieser Konzepte zu entwickeln. Im zweiten Teil widmen wir uns konkreten Schriften der Architekturtheorie, die das Spannungsfeld zwischen Leidenschaft und Ideologie thematisieren. Ziel ist es, die komplexen Verbindungen zwischen individueller Motivation und gesellschaftlichen Strukturen in der Architektur zu untersuchen – und so ein tieferes Verständnis für unsere eigene Beziehung zur Architektur zu gewinnen.

SE Gender Studies

Katerina Haller

GenderSpace – Feministische Strategien in Raumproduktion und Raumaneignung.

Die Lehrveranstaltung reflektiert und analysiert entlang von Schlüsseltexten, Blogs und künstlerischen. Interventionen im öffentlichen Raum kritisch die Verwobenheit von Geschlecht, Herkunft und Klasse. Was und wie wird in der Stadt gebaut? Wo liegen Reglementierungen und Ausschlüsse, wo mögliche Raumaneignungen und subversive Zwischenräume? Diesen Fragestellungen werden entlang der disziplinübergreifenden Gender Studies aktiv nachgegangen und fordern ein Nachdenken und Sprechen über geschlechtergerechtes Bauen.

EX Exkursion

Peter Volgger

Sizilien

Die Exkursion führt entlang der Küste Siziliens, ausgehend von Palermo. Zwischen normannischen Palästen und arabisch beeinflussten Kuppelbauten eröffnet sich ein erstes Verständnis für Sizilien als kulturellen Kreuzungspunkt Europas und Nordafrikas. Von dort aus folgt die Route der Nordküste entlang über Cefalú, Fahrt über die Nordflanke des Ätna, Besuch einer Lava-Landschaft. Die Route führt weiter der Ostküste entlang, von Taormina (griech.-röm. Theater) nach Catania (Barock, Fischmarkt), Syrakus (Neapolis, Ortigia). Von Noto (Barock) führt die Exkursion über Agrigent (griech. Tempelanlage) zurück nach Palermo. 

Parallel zur Auseinandersetzung mit diesen historisch gewachsenen Identitäten nimmt die Exkursion bewusst die gegenwärtigen Herausforderungen und Spannungsfelder in den Blick. Zwischen ambitionierten Architekturen und den sogenannten maifiniti – nie vollendeten oder gescheiterten Projekten – begegnen die Teilnehmer*innen einem anderen, weniger idealisierten Sizilien: einem Raum, in dem politische Umbrüche, wirtschaftliche Engpässe und gesellschaftliche Dynamiken sichtbare Spuren hinterlassen.

Gerade diese Vielschichtigkeit macht Sizilien zu einem zentralen Erfahrungsraum im heutigen Europa. Die Insel steht nicht nur geographisch, sondern auch kulturell und geopolitisch an einer Schwelle: als Schwimmbrücke zwischen Kontinenten, als erster Ankunftsort von Migration über das Mittelmeer, als Labor regionaler Identität und europäischer Solidarität.

Zeitraum: 2. Aprilwoche

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