Unsere Alumna des Monats Maria Schaumayer (* 7. Oktober 1931 in Graz; † 23. Jänner 2013 in Wien) zählt zu den prägenden Persönlichkeiten Österreichs in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Aus einem bildungsnahen Elternhaus stammend, studierte sie zuerst Welthandel an der heutigen WU Wien. 1954 promovierte sie an der Universität Innsbruck – mit dem Dissertationstitel Moderne Marktforschung und Marktwerbung im Export.
Früh verband sie fachliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung. Nach ihrem Einstieg in die Creditanstalt begann sie eine außergewöhnliche Laufbahn, die sie ebenso selbstverständlich in die Politik wie in höchste Führungspositionen der Wirtschaft führte. Als Wiener Stadträtin setzte sie nachhaltige Reformen in den Bereichen Verkehr, Energie und städtische Infrastruktur um und stand für einen sachorientierten, zukunftsgewandten Politikstil.
1990 schrieb Maria Schaumayer Geschichte: Als erste Frau weltweit übernahm sie die Präsidentschaft einer Nationalbank. In einer Zeit großer europäischer Umbrüche begleitete sie Österreichs EU-Beitritt und legte wichtige Grundlagen für die europäische Währungsunion – getragen von ihrer tiefen Überzeugung für ein vereintes Europa.
Auch nach ihrer aktiven Berufslaufbahn blieb gesellschaftliches Engagement ihr zentrales Anliegen. Als Regierungsbeauftragte für die Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter setzte sie ein starkes Zeichen für Verantwortung, Gerechtigkeit und Versöhnung. Mit der Gründung der Dr. Maria Schaumayer Stiftung förderte sie gezielt Frauen auf ihrem Weg in Führungspositionen.
Maria Schaumayer wurde für ihr Lebenswerk vielfach ausgezeichnet, darunter die Ehrenmitgliedschaft der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und als Ehrensenatorin der Universität Innsbruck. Ihr Wirken steht bis heute für Integrität, Mut und die Kraft, mit wirtschaftlicher Kompetenz gesellschaftlichen Wandel zu gestalten.
