Was hat Sie damals an die Universität Innsbruck gezogen? Um ehrlich zu sein, ein damaliger Freund, der mir von einem verpflichtenden Auslandsjahr erzählte. Die Möglichkeit, Studium und internationale Erfahrung zu verbinden, hat mich sofort angesprochen.
Denke ich an Innsbruck, denke ich sofort an... Heimat, Natur und an ganz viel Potenzial das nicht immer zur Gänze ausgeschöpft wird.
Was war für Sie ein unvergessliches Erlebnis Ihrer Studienzeit? Ein unvergessliches Erlebnis meiner Studienzeit war der Gewinn eines Fotografie-Awards an der Stellenbosch University während meines Auslandsaufenthalts.
Das Besondere daran war, dass ich zuvor noch nie bewusst fotografiert hatte und zum ersten Mal eine Kamera in der Hand hielt. Während andere Teilnehmende über hundert Aufnahmen einreichten, entstand mein Wettbewerbsbeitrag zufällig: ein einzelnes Foto eines Fischers. Passend zum Wettbewerbsthema „Hats“ trug er einen Hut – ein Moment, der sich ungeplant ergab und schließlich ausgezeichnet wurde. Dieses Erlebnis hat mir gezeigt, wie viel aus Offenheit, Neugier und spontanen Chancen entstehen kann.
Gab es Momente oder Personen in Ihrem Studium, die Sie besonders geprägt haben? Ein prägender Moment war der Endspurt meiner Diplomarbeit, als sich nach wochenlanger Excel-Datenauswertung mein Laptop verabschiedete und ich wieder von vorne beginnen musste. In dieser Phase hat mich mein Betreuer, Prof. Mathias Streicher, enorm unterstützt – fachlich wie menschlich. …und Mag. Elke Kitzelmann, die mitunter meinen Wunsch unterstützte an der Stellenbosch University zu studieren, obwohl es zum damaligen Zeitpunkt keine Partneruniversität war.
Aus meinem Studium habe ich noch... bestimmt über 100 Theorie ökonomischer Entscheidungen Altklausuren, daraus lässt sich eventuell ableiten, dass ich öfter als einmal zur Prüfung angetreten bin ;)
Waren Sie im Ausland? War das für Sie aus heutiger Sicht wichtig? Während der Studienzeit war ich ein Jahr in Südafrika. Danach lebte ich beruflich für einige Monate in NYC und pendle noch immer hin und her. Ich kann jedenfalls nicht stillsitzen.
Wie hat sich Ihr Weg vom Studium bis heute entwickelt? Schon gegen Ende meines Studiums habe ich begonnen, nebenbei an meiner ersten eigenen Idee zu arbeiten. Parallel dazu war ich im Business Development eines Start-ups tätig, was mir früh einen sehr praxisnahen Blick auf Unternehmertum gegeben hat.
Einige Jahre später folgte die Gründung meines zweiten Ventures. Seitdem hatte ich die Möglichkeit, auf verschiedenen Bühnen zu sprechen und weltweit mit außergewöhnlich klugen und inspirierenden Menschen zusammenzuarbeiten. Mein Weg war dabei alles andere als geradlinig – eher geprägt von vielen Umwegen und einer sehr steilen Lernkurve. Unternehmertum bedeutet für mich oft, über lange Zeit für etwas zu brennen, an das außer einem selbst noch kaum jemand glaubt. Genau darin liegt aber auch die besondere Energie. Es erfüllt mich, Produkte zu bauen, die es so zuvor noch nicht gab, und dabei konsequent meiner eigenen Vision zu folgen. Dass ich das tun darf, empfinde ich als großes Privileg.
Würden Sie sich aus heutiger Sicht für ein anderes Studium entscheiden? Innsbruck ist meine Heimat, und das Studium hat mir wichtige Grundlagen und internationale Perspektiven eröffnet. Rückblickend weiß ich vor allem eines: Meine größte Lernkurve hatte ich immer dort, wo Theorie möglichst schnell in Praxis überging…
Welche im Studium erworbene Qualifikation hilft Ihnen im heutigen Beruf am meisten? Volkswirtschaftlich zu denken. Den Fokus auf das Wesentliche zu legen und begrenzte Ressourcen effizient bei möglichst geringem Risiko zu allokieren. Ich war nie die Musterstudentin – in Vorlesungen konnte man sich unmöglich alles merken. Man musste schnell ein Gespür dafür entwickeln, worauf es wirklich ankommt.
Was war bis jetzt Ihr schönstes Erlebnis in Ihrer beruflichen Laufbahn? Da gibt es einige. Ein Feature in der New York Times und die Forbes 30 unter 30 Auszeichnung waren bestimmt unter den Top 3 der emotionalsten Momente.
Was möchten Sie gerne noch erreichen – beruflich oder privat? Oh, einiges. Meine größte Angst ist es, stehenzubleiben. Wenn ich es auf eine Vision herunterbrechen müsste: junge Menschen zu unterstützen, die die Welt zum Guten verändern wollen – idealerweise durch den Aufbau meines eigenen Venture-Capital-Fonds.
Was war zu Studienzeiten Ihr Lieblingsort in Innsbruck/an der Universität? Die Caféteria in der ich mir jeden Morgen einen duftenden Espresso geholt habe.
Was verbindet Sie heute noch mit der Universität? Mein Mitgründer Daniel.
Studierenden rate ich... die eigenen Ecken und Kanten zu erkennen und gezielt zu nutzen. Proaktiv beizutragen, keine Angst vor klaren Perspektiven zu haben – und davor, auch einmal anzuecken.
Ich wollte immer schon einmal... geduldig sein – ich arbeite noch daran. Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, möchte ich es schnell umsetzen. Daher fällt mir gerade wenig ein.
Mein Buch- oder Film-Tipp… Neben „Her“ ist Truffle Hunters einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Vielen ist er zu ruhig – ich liebe Filme, die das echte Leben ohne viel Inszenierung zeigen. Mein Lieblingsbuch ist The Castle of Glass.
Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich gerne sagen? Greif nach den Sternen und lass dich nicht davon abbringen.
Können Sie uns noch eine Lebensweisheit/Zitat mitgeben… „No one is coming to save you. You are the energy. You are the execution. You are the momentum.”
Stand: April 2026
