Team der Arbeitsgruppe Klinische Psychologie II

 

buchheim

Univ.-Prof. Dr. Anna Buchheim

Professur für Klinische Psychologie

Schwerpunkt: Klinische Psychologie, Psychoanalyse, Klinische Bindungsforschung, Psychotherapieforschung, Präventionsforschung, Neurowissenschaften

weitere Information

 

viviani

Roberto Viviani, PhD

Senior Researcher

Schwerpunkt: Neurowissenschaften, Bildgebung, Emotionsforschung

weitere Information

 

labek

Mag. Dr. Karin Labek

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Schwerpunkt: Bindungsforschung, fMRT und EEG-Methodik, Psychotherapieforschung

weitere Information

 

KooperationspartnerInnen

gander

Mag. Dr. Manuela Gander

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Medizinische Universität Innsbruck

weitere Information

 

lovric

Dr. Damir Lovric

Lehrbeauftragter am Institut für Psychologie zum Thema Neurowissenschaften (Forschungsseminar)
Leiter des Privatinstituts me-di-kom

Schwerpunkt: Funktionelle Neuroanatomie, Traumaforschung

 

schiepek

Univ.-Prof. Dr. Günter Schiepek

Institute of Synergetics and Psychotherapy Research, Paracelsus Medizinische Universität Salzburg
Kooperationspartner bei Studien zum therapeutischen Einfluss von SNS-basiertem Therapie-Feedback im stationären und ambulanten Setting, gemeinsames Master/Doktorandenseminar an der Universität Innsbruck und Paracelsus Medizinischen Universität Salzburg

Schwerpunkt: Neurobiologie der Psychotherapie, Synergetische Navigationssysteme (SNS) in der Psychotherapieforschung


DoktorandInnen

arnold

Dr. Dipl. Psych. Lisa Arnold

Dissertationsthema: Bindungsrepräsentationen bei Alkoholismus

Gefördert von der Köhler Stiftung (abgeschlossen)

 

specker

Mag. Dr. Angela Specker

Dissertationsthema: Bindungsrepräsentationen und deren Auswirkungen auf das System Pflegefamilie (abgeschlossen)

Zielsetzung der Studie ist es, erstmals im deutschsprachigen Raum die Bindungsrepräsentationen aller einzelnen Pflegefamilienmitglieder zu identifizieren sowie Auswirkungen auf das System Pflegefamilie zu untersuchen. Insgesamt nahmen 75 Probanden aus 15 Pflegefamilien mit jugendlichen leiblichen und Pflegekindern an dieser Untersuchung teil. Hintergrund der Arbeit war, dass in Deutschland die Zahl an Kindern in Langzeitpflege aufgrund von Kindeswohlgefährdung kontinuierlich ansteigt und im Laufe der Jahre der Pflegschaft zwischen den Pflegekindern und ihren „neuen“ Familienmitgliedern Bindungsbeziehungen entstehen. Eine wissenschaftliche Studie zur Qualität der Bindungsbeziehungen im gesamten Familiensystem aus transgenerationaler Sicht wurde bisher nicht durchgeführt und zeigt den innovativen Ansatzpunkt der Arbeit auf.

 

schernhardt

Mag. Dr. Peter Schernhardt

Dissertationsthema: Die Auswirkung therapeutischer Interventionen auf die Mutter-Kind-Beziehung bei regulationsgestörten Säuglingen (abgeschlossen)

Die Studie untersucht eine Gruppe von Eltern (n=24) und deren Säuglinge (0-18 Monate), die an einer frühkindlichen Regulationsstörung (Schrei und/oder Schlafstörung) leiden und an einer ambulanten Eltern-Säuglings-Therapie im SPZ Traunstein teilnehmen. Zum Vergleich werden die gleichen Daten in einer Kontrollgruppe (n=19) ohne kindliche Regulationsstörung und Intervention erhoben. Ziel der Studie ist die Erfassung der Zusammenhänge der kindlichen Regulationsstörung mit der elterlichen Belastung, Bindungsrepräsentation und Mutter-Kind-Beziehung, wie auch die Überprüfung der Wirksamkeit der durchgeführten Therapie. Diese besteht aus einer videogestützten Interaktionsanalyse mit einer darauffolgenden Therapie zur Veränderung der dysfunktionalen Beziehungsmuster und zur Steigerung der mütterlichen Feinfühligkeit. Weitere Bestandteile sind Psychoedukation bzgl. der altersadäquaten kindlichen Kompetenzen, Übernahme der kindlichen Perspektive wie auch das Verständnis von eigenen Bindungserfahrungen und deren Einflüsse auf die unmittelbare Interaktion mit dem Kind. Zentrale Fragestellung der Studie ist der Zusammenhang und Veränderung der mütterlichen Feinfühligkeit bzw. dyadischen Beziehungsqualität mit der kindlichen Regulationsstörung. Die Evaluation erfolgt anhand von videographierten Mutter-Kind-Spielinteraktionen, die nach dem CARE-Index (Crittenden, 1997, 2007) ausgewertet werden. Zusätzlich wird die Bindungsrepräsentation der Mütter mit dem Adult Attachment Projective Picture System (AAP, George, West & Pettem, 1999; George & West, 2012) untersucht. Im Vergleich zu den zahlreichen bisherigen Interventionsstudien wird in der vorliegenden Studie auf der Basis von zwei etablierten Forschungsmethoden (CARE-Index und AAP) spezifische Themen für die jeweilige Mutter-Kind-Interaktion miteinbezogen. Die Erwartung ist, dass auf Grund dieser sehr individualisierten Vorgehensweise anhand von objektiven Kenntnissen, sowie der Gestaltung einer sicheren therapeutischen Beziehung, im Sinne der Bindungstheorie, die entsprechenden Zielvariablen verbessert werden.

 

banzer

Mag. Raphaela Banzer

Dissertationsthema: Risikofaktoren und Präventionsmaßnahmen für Suizidalität und selbstverletzendes Verhalten bei Jugendlichen: Nationale Bestandserhebung und internationaler Vergleich

Suizid gilt als eine der häufigsten Todesursachen weltweit und vor allem bei Jugendlichen stellen Suizidalität und selbstverletzendes Verhalten ernstzunehmende Probleme dar. Als Risikofaktoren werden psychiatrische, psychologische, soziale und kulturelle Faktoren beschrieben. Die Datenlage zu Präventionsprogrammen für selbstverletzendes Verhalten bzw. Suizidalität ist international als begrenzt zu beschreiben und auch aus Österreich liegen diesbezüglich bisher keine Daten aus großen Stichproben vor, die mittels standardisierter Instrumente evaluiert wurden.

Ziel der geplanten Untersuchung ist einerseits eine Baseline-Erhebung der Risikofaktoren für selbstschädigendes Verhalten, andererseits die Erhebung von als hilfreich erlebten Angeboten aus der Perspektive der Jugendlichen in Österreich. Auf der Basis einer europäischen Studie soll zudem ein länderübergreifender Vergleich von Risikofaktoren und Risikoverhaltensmustern, sowie Präventionsmaßnahmen bzgl. Suizidalität und selbstverletzendem Verhalten bei Jugendlichen erfolgen. Die vorliegende Untersuchung soll demnach einerseits einen europaweiten Vergleich bzgl. Suizidalität und selbstverletzendem Verhalten bei Jugendlichen ermöglichen und andererseits die Grundlage für eine entsprechende zielgruppenorientierte Verbesserung der Aufklärung, Versorgung und Prävention von selbstschädigendem Verhalten speziell für Österreich liefern.

Im Rahmen des europaweiten Projektes „SAVING AND EMPOWERING YOUNG LIVES IN EUROPE (SEYLE)“ wurden bereits 12.328 Jugendliche aus 11 Ländern im Alter von 14-17 Jahren in Form einer Schuluntersuchung mittels eines Fragebogens zu drei verschiedenen Zeitpunkten bzgl. Wohlbefinden und Suizidalität befragt. Ein Fragebogen wurde zu Beginn der Studie, ein weiterer nach 3 Monaten und ein abschließender nach 12 Monaten ausgefüllt. Die teilnehmenden SchülerInnen wurden im Anschluss an die erste Fragebogenuntersuchung, einem von vier verschiedenen Präventionsprogrammen zugewiesen. Univ.-Prof. Dr. Christian Haring, Facharzt für Psychiatrie und ärztlicher Leiter der Psychiatrie B am Landeskrankenhaus Hall in Tirol wird 2014 in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien, der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm sowie weiteren Institutionen ein Folgeprojekt an österreichischen Schulen mit dem Titel „SAVING AND EMPOWERING YOUNG LIVES IN AUSTRIA (SEYLA)“  durchführen. Angelehnt an das EU-Projekt werden dabei ebenfalls Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren im Rahmen einer Schuluntersuchung in den Bundesländern Tirol, Oberösterreich, Steiermark und Wien bzgl. mehrerer Faktoren zu suizidalem Verhalten und Selbstverletzung untersucht. Die Befragung erfolgt dabei allerdings einmalig und die Stichprobengröße soll ca. 1500 SchülerInnen pro Bundesland betragen.

 

kindl

Mag. Simon Kindl

Dissertationsthema: Bindung und Trauma bei  Borderline-Patientinnen im Vergleich zu Patientinnen mit einer Angststörung und einer gesunden Kontrollgruppe

Gefördert durch das  Doktoratsstipendium aus der Nachwuchsförderung 2014 der Universität  Innsbruck, Vizerektorat für Forschung

Ziel des Dissertationsprojekts ist eine vergleichende, detaillierte Analyse der Schilderung traumatischer Erfahrungen in den Narrativen des Adult Attachment Interviews (AAI) bei Patientinnen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS), Patientinnen mit einer Angststörung sowie einer gesunden Kontrollgruppe. Hierfür soll ein auf der Grundlage der bisherigen Forschungsliteratur selbst entwickeltes System zum Einsatz kommen, mit dessen Hilfe verschiedene Kategorien und Parameter traumatischer Erfahrungen erhoben werden können. Es wird insbesondere ein höherer Schweregrad der Traumatisierung und ein höherer Schweregrad sexueller Traumata bei Patientinnen mit einer BPS sowie ein höherer Schweregrad an Verlusterfahrungen bei Angstpatientinnen erwartet.

Ein erster Entwurf des Kategoriensystems wurde im Rahmen meiner Diplomarbeit entwickelt und erstmals angewandt, wobei gezeigt werden konnte, dass das System eine zufriedenstellende Interrater-Übereinstimmung und externe Validität aufwies. Anhand der festgestellten Schwierigkeiten und weiterführender Literatur soll das System im Rahmen der Dissertation zunächst überarbeitet werden. Sodann soll es durch zwei unabhängige Rater an einer Stichprobe von n = 143 AAIs angewandt werden, welche im Rahmen verschiedener Studien erhoben wurden. Es wird erwartet, dass bisherige ätiologische Konzepte zu den untersuchten Störungsbildern durch den hier angewandten, neuen Forschungsansatz erweitert werden können, indem die differentielle Relevanz traumatischer Erfahrungen und ihrer jeweiligen innerpsychischen Verarbeitung auf neuartige Weise untersucht werden kann.

 


jahnke

Mag. Ann-Christin Jahnke

Dissertationsthema: Bindungsbezogene stationäre Kurzzeittherapie bei Jugendlichen mit Essstörungen unter Berücksichtigung der bindungsdiagnostischen Ergebnisse des Adult Attachment Projective Picture Systems (AAP)

Die Ursachen der Anorexia Nervosa werden schulenübergreifend u.a. mit einer mangelnden Autonomieentwicklung, inadäquaten Emotionsregulierungsstrategien sowie traumatischen (Verlust-) Erfahrungen assoziiert. Da die Erkrankung meist im Jugendalter beginnt,  liegt es nahe, den Einfluss von Bindungsmustern und damit den frühen Beziehungserfahrungen, insbesondere bei Jugendlichen, näher zu beleuchten. In der klinischen Bindungsforschung wurde zur Erfassung von Bindungsmustern bei Erwachsenen in den letzten Jahren vermehrt das AAP angewendet, das sich durch die aktuelle Studien auch bei Jugendlichen als valides und ökonomisches Instrument zur Bindungsdiagnostik unter Beweis stellen konnte. Da das AAP neben der Erhebung der Bindungsrepräsentationen durch die Miterfassung von Emotionsregulierungsstrategien, unverarbeiteten traumatischen Erfahrungen sowie Aspekten zur Handlungsfähigkeit und Synchronizität in Beziehungen wertvolle Beiträge zur Diagnostik und Behandlung liefert, entstand die Überlegung, das Instrument in die Therapieplanung von Jugendlichen mit Anorexia Nervosa zu implementieren. Durch die Rückmeldung der Ergebnisse an die Therapeuten sollen sich neue therapeutische (bindungsbezogene) Foki ergeben und somit die psychotherapeutische Behandlung effektiver gestalten. Die Untersuchung des  therapeutischen Nutzen und des Therapieverlaufs durch dieses Vorgehen ist Hauptgegenstand dieser Dissertation.