Preis für Klima­forscherin

Am Montag wurden in Wien die L’ORÉAL Österreich Stipendien For Women in Science zum zehnten Mal vergeben. Unter den fünf Preisträgerinnen war Kristin Richter vom Institut für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften.
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Bild: Kristin Richter (Credit: L’ORÉAL)

„Ziel meiner Forschung ist es, Veränderungen im regionalen Meeresspiegel sowie deren Ursachen zu identifizieren, um genauere Aussagen über zukünftige regionale Meeresspiegelveränderungen zu treffen“, sagt Kristin Richter. Der globale Meeresspiegel ist im 20. Jahrhundert um etwa 17 cm angestiegen. Regional gesehen gibt es jedoch durchaus große Abweichungen vom globalen Mittelwert. Im westlichen Pazifischen Ozean stieg der Meeresspiegel in den letzten 20 Jahren zum Beispiel etwa dreimal so stark an wie im globalen Mittel, während er an der Westküste Nordamerikas sogar leicht absank. Wie kommt es zu diesen regionalen Unterschieden? Sind sie kurzfristig oder ist auch in Zukunft mit einer ungleichen Verteilung zu rechnen? Was sind die Folgen für die betroffenen Regionen? Mit diesen Fragen beschäftige sich Kristin Richter am Institut für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften.

Einfluss von Vulkanausbrüchen

In ihrer Forschung benutzt sie Klimamodelle und ein Gletschermodell, um den Einfluss von Ozean und Gletschern auf die Entwicklung des Meeresspiegels zu bestimmen. Ein wichtiger und schwer vorherzusagender natürlicher Prozess sind Vulkanausbrüche. Sie transportieren Asche und Gase in die obere Atmosphäre und können somit für eine kurzfristige Abkühlung sorgen, sowohl in der Luft als auch im Ozean. Dies hat eine zeitweise Abkühlung der Ozeane und damit ein Absinken des globalen Meeresspiegels zur Folge. Außerdem verändern sich die räumlichen Muster in Niederschlag und Lufttemperatur - zwei wichtige Faktoren für die Massenbilanz von Gletschern. Auch hier gilt, dass die Veränderungen nach einem großen Vulkanausbruch regional sehr unterschiedlich ausfallen können. „Im Rahmen des L'ORÉAL Projektes möchte ich diesen regionalen Veränderungen auf den Grund gehen und ein Verfahren entwickeln, um die Auswirkungen zukünftiger großer Vulkanausbrüche auf den regionalen Meeresspiegel schnell und unkompliziert bewerten zu können“, sagt Richter.

Zur Person

Kristin Richter wurde 1981 in Gardelegen, Deutschland, geboren, studierte Physik an der Universität Potsdam und Physikalische Ozeanographie an der Universität Bergen, wo sie 2011 promovierte. Seit 2013 ist sie Postdoc am Institut für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften an der Universität Innsbruck.

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